Ergebnisse der ersten Ausschreibung für Biomasse

19. September 2017

Der niedrigste Gebotswert eines Gebotes, das einen Zuschlag erhielt, beträgt 9,86 ct/kWh.

Das Gebot mit dem höchsten Zuschlagswert liegt bei 16,90 ct/kWh.

Der durchschnittliche, mengengewichtete Zuschlagswert beträgt 14,30 ct/kWh.

Die Bundesnetzagentur hat gestern im Rahmen der ersten Ausschreibungsrunde für Biomasseanlagen 24 Gebote mit einem Gebotsumfang rund 28 Megawatt (MW) bezuschlagt. Insgesamt gingen 33 Gebote ein. Das Gebotsvolumen von knapp 41 MW lag damit deutlich unter dem Ausschreibungsvolumen von gut 122 MW. Durch die geringe Gebotsmenge konnten alle berücksichtigten Gebote einen Zuschlag erhalten.

Von den Geboten, die einen Zuschlag erhalten haben, entfielen 20 auf Bestandsanlagen. Eine Besonderheit des Verfahrens war, dass auch bereits in Betrieb genommene Anlagen an der Ausschreibung teilnehmen konnten, wenn ihre restliche Förderdauer nach dem EEG weniger als acht Jahre beträgt.

Auffällig war die geringe Beteiligung von Neuanlagen, von denen nur vier Anlagen einen Zuschlag erhalten haben. Der Höchstwert für Neuanlagen in der Biomasseausschreibung lag bei 14,88 ct/kWh, für Bestandsanalgen bei 16,90 ct/kWh.

Der durchschnittliche mengengewichtete Zuschlagswert aller Gebote liegt bei 14,30 ct/kWh. Für Neuanlagen ergibt sich ein mittlerer Zuschlagswert von 14,81 ct/kWh. Bestandsanlagen haben im Mittel einen Zuschlagswert von 14,16 ct/kWh erhalten. Die meisten bezuschlagten Projekte erhalten damit die maximal gesetzlich zulässige Förderung.

Neun Gebote mit einem Gebotsvolumen von rd. 13 MW konnten nicht im Zuschlagsverfahren berücksichtigt werden. Die Gründe waren einerseits fehlenden Angaben der Bieter in den Formularen geschuldet; anderseits erfüllten vier Anlagen, deren Genehmigungen vor 2017 erteilt wurden, die Teilnahmevoraussetzungen nicht. Diese Anlagen haben bis Ende 2018 im Rahmen der Übergangsregeln des EEG 2017 noch Anspruch auf die gesetzlich festgelegte Förderung.

Die nächste Ausschreibungsrunde für Biomasse findet erst wieder im September 2018 statt. Das in dieser Runde nicht genutzte Ausschreibungsvolumen wird auf das Volumen im nächsten Jahr aufgeschlagen.

 

Erste Bewertung:

Wie erwartet lag die Menge der bezuschlagten Gebote mit rund 28 MW unterhalb der ausgeschrieben Menge von rund 122 MW installierter Leistung. Somit wird das mögliche Ausbaupotential leider nicht gehoben. Dies geht zum einen auf die relativ niedrigen Gebotshöchstwerte, insbesondere für Neuanlagen, zurück. Zum anderen ist es unter den jetzigen Rahmenbedingungen für Bestandsanlagen, deren Vergütungszeitraum erst Ende 2021 oder später endet, unattraktiv, sich bereits früher an einer Ausschreibung zu beteiligen. Denn solche Anlagen würden im Falle einer Inbetriebnahme nach Ausschreibungszuschlag auf einen Teil ihrer bisherigen und in aller Regel höheren EEG-Vergütung verzichten. Auch besteht noch eine gewisse Zurückhaltung in der Branche gegenüber dem Instrument der Ausschreibungen.
Aus diesen Gründen ist davon auszugehen, dass in der zweiten Ausschreibungsrunde 2018 die Zahl der Gebote steigt. Doch wie die jetzige Ausschreibungsrunde zeigt, besteht erheblicher Nachbesserungsbedarf beim Ausschreibungsdesign. Der wertvolle Beitrag, den Bioenergieanlagen heute für die Stabilität des Energiesystems leisten, wird verloren gehen, wenn die nun gemachten Erfahrungen nicht Eingang in die nächste Ausschreibungsrunde finden.
Interessant ist, dass neben Anlagen, die Rest- und Abfallstoffe einsetzen, augenscheinlich eine Reihe von Anlagen bezuschlagt wurden, die nachwachsende Rohstoffe einsetzen. Da die durchschnittlichen Vergütungssätze dieser Anlagen bislang deutlich höher lagen, haben wir es hier mit einer signifikanten Kostensenkung gegenüber dem Status Quo zu tun.
Unklar bleibt leider, inwiefern das politische Ziel erreicht wurde, die bestehende Vielfalt der Akteure zu bewahren. In jedem Fall benachteiligt das angewendete Verfahren, Zuschläge allein von der Höhe der Gebote abhängig zu machen, standortangepasste kleinere und mittelständische Anlagen der Land- und Forstwirtschaft. Aus diesem Grund haben der Deutsche Bauernverband und die Bioenergieverbände vorgeschlagen, mittels eines Systems von „Korrekturfaktoren“ einen fairen Wettbewerb zwischen verschiedenen Akteuren, Anlagenkonzepten und Technologien herzustellen. Nach Auffassung der Verbände müssen diese Korrekturfaktoren bei der nächsten Bioenergie-Ausschreibung angewandt werden.

Daten werden geladen …