Bundesrat stimmt TÄHAV zu

13. Februar 2018

Vorletzten Freitag hat der Bundesrat einer Änderung der tierärztlichen Hausapothekenverordnung (TÄHAV) mit dem Ziel zugestimmt, Antibiotikaresistenzen weiter einzudämmen. Die Verordnung enthält ein Umwidmungsverbot für Antibiotika mit Bedeutung für die Humanmedizin. Im Ernst- und Einzelfall ist eine Umwidmung noch möglich. Gleichzeitig wird die Bundesregierung gebeten, eine Liste der sogenannten Reserveantibiotika der Humanmedizin zu erstellen und deren Einsatz in der Veterinärmedizin einzuschränken bzw. zu verbieten. Eingeführt wird außerdem eine unter bestimmten Voraussetzungen geltende Pflicht zur Erstellung eines sogenannten Antibiogramms (Erregernachweis und Resistenztest). Diese gilt u.a. für die Behandlung von Puten und Hühnern, die in einer Stallabteilung oder in einem umfriedeten Bereich im Freien gehalten werden und bei deren Behandlung der antibakterielle Wirkstoff gewechselt wird oder die Behandlung häufiger als einmal in einem bestimmten Alters- oder Produktionsabschnitt stattfindet. Unstrittig ist aus Sicht des DBV, dass das diagnostische Vorgehen mittels Antibiogramm vor dem Hintergrund der Resistenzminimierung ausdrücklich zu befürworten ist. Da es aber nach Ansicht der Tierärzteschaft Möglichkeiten gibt, die durchaus sinnvolle Antibiogrammpflicht effizienter zu regeln, hatte sich der DBV für eine Vertagung des Beschlusses ausgesprochen. Die Empfehlungen der Tierärzteschaft hätten zeitnah in den Entwurf eingebracht und die Verordnung anschließend beschlossen werden können. Nun sind unnötig hohe Mehrkosten für Tierärzte und Tierhalter zu befürchten.

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