Schweinepest : Bekämpfung in Tschechien auf der Zielgeraden?

10. November 2017

In Tschechien gelingt es offenbar, durch rigorose Maßnahmen die Afrikanische Schweinepest in der Wildschweinepopulation erfolgreich zu bekämpfen. In dieser Woche wurde bekannt, dass Scharfschützen der Polizei zur Wildschweinejagd eingesetzt werden. Sie sollen im Hochrisikogebiet, das etwa 40 km² umfasst, gezielt Wildschweine bejagen, u.a. mit Nachtsichtgeräten und Wärmebildkameras. Insgesamt seien 16 Beamte im Einsatz, der bis Ende Januar 2018 andauern soll. 

Das Vorgehen der Behörden in Tschechien scheint nach allen vorliegenden Informationen beispielhaft dafür zu sein, wie die ASP in einem Wildschweinebestand durch die richtigen Maßnahmen erfolgreich bekämpft werden kann. Geschulte Jäger suchen verendete Wildschweine, die durch die zuständige Veterinärbehörde eingesammelt und beprobt werden. Für jedes angezeigte verendete Wildschwein wird eine Prämie von etwa 130 Euro gezahlt. In der Hochrisikozone gilt ein Ernteverbot; die betroffenen Landwirte werden entschädigt. Das gesamte Hochrisikogebiet ist eingezäunt.

Bis zum Einsatz der Scharfschützen galt ein Jagdverbot. Mit Hilfe von Infrarotkameras wird in der Nacht per Überfliegen mit Hubschraubern nach noch lebenden Wildschweinen gesucht. Neben der gezielten Jagd sind zudem Wildschweinefallen im Einsatz. An einer konsequenten Herangehensweise fehlt es in Deutschland derzeit noch, so der WLV. Er fordert dies mit Nachdruck ein.

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