Große Schlachtunternehmen nutzen Situation am Markt aus

12. Januar 2018

Der Vorsitzende des WLV-Veredlungsaus-schusses Hubertus Beringmeier kritisiert heftig die Senkung der Preise für Schlachtschweine um 10 Cent innerhalb von acht Tagen auf 1,30 €/kg Schlachtgewicht. Beringmeier erklärte: „Das Angebot an Schlachtschweinen ist reichlich und drängend, doch den Preis so herunterzudrücken, stößt auf völliges Unverständnis seitens der Schweinemäster. Wir sehen im Vorgehen der großen Schlachtunternehmen einen Vertrauensbruch mit den landwirtschaftlichen Erzeugern.“ Im Unterschied zu den Marktführern seien mittelständische Schlachtunternehmen bereit gewesen, den von der Vereinigung für Erzeugergemeinschaften (VEZG) gefundenen Schweinepreis von 1,34 €/kg Schlachtgewicht zu akzeptieren. 

Marktbeobachtern zufolge ist das Weihnachtsgeschäft Ende des vergangenen Jahres hervorragend gelaufen. „Nun sieht es danach aus, dass unsere sogenannten Vermarktungspartner die Situation ausnutzen und Preise nennen, die deutlich unter dem VEZG-Preis liegen“, sagte Beringemeier. An Schuldzuweisungen der Schlachtunternehmen mangelt es nicht, einmal ist es die Konkurrenz, ein anderes Mal der Einkauf der Lebensmitteleinzelhändler, der für den Preisverfall verantwortlich ist. Beringmeier fordert die Schlachtunternehmen auf, sich wieder an der Preisempfehlung der VEZG zu orientieren. Diese ist erst vor kurzem von vier Vermarktungsorganisationen aus Westfalen-Lippe gestärkt worden.

 

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