Wir machen Ihr Frühstück! Aber wir können davon nicht leben!

Warum protestieren unsere Bauern?

Die Situation der Bauernfamilien ist seit über einem Jahr äußerst angespannt. Die Erzeugerpreise für Milch und Fleisch sind drastisch gefallen: auf 0,25 € / l Milch und 1,30 € / kg Schweinefleisch. Wöchentlich müssen Bauernhöfe aufgeben.


Unsere  Bauern erhalten immer weniger von dem,
was die Verbraucher an der Ladenkasse bezahlen!

  • Der Lebensmitteleinzelhandel übt großen Preisdruck aus. Vier Unternehmen teilen sich 85 % des Marktes auf.

  • Landwirte, die unsere Lebensmittel eigentlich herstellen, erhalten heute im Durschnitt nur noch 22 % von dem, was Verbraucher an der Ladenkasse ausgeben. Bei Brot & Co sind es sogar nur noch 5 %.

  • Die deutschen Bauern wollen nachhaltig produzieren, 77 % der Verbraucher geben an, großes Vertrauen in deutsche Lebensmittel zu haben. Aber ohne wirtschaftlichen Erfolg lässt sich das auf Dauer nicht machen.

  • Bauern machen mehr als nur „satt“: Sie produzieren gute, heimische Lebensmittel, erhalten die Kulturlandschaft, erzeugen erneuerbare Energie und halten das Dorfleben zusammen.

 

Aktionen am Mittwoch (23.03.)

  • Ahlen-Vorhelm - Pressetermin; Tönnishäuschen 15, 59227 Ahlen-Vorhelm, 11 Uhr
  • Attendorn - Lidl, Anselm-Dingerkus-Straße 4, 57439 Attendorn; 10.30 Uhr
  • Borken - Lidl-Markt, Raiffeisenstraße 5,46325 Borken, 14.00 Uhr
  • Coesfeld - Lidl-Markt, Rekener Str. 67, 48653 Coesfeld, 10.00 Uhr
  • Ennepe-Ruhr/Hagen (Kreisverband) - Besuch des örtlichen LEH durch den Ortsverband
  • Gütersloh (Kreisverband) - Plakataktion mit Pressebegleitung
  • Herford - Lidl-Markt, Westring 70, 32051 Herford, 11.00 Uhr
  • Höxter (Kreisverband) - Plakataktion mit Pressebegleitung
  • Kirspe - Lidl im Einkaufszentrum „Wildenkuhlen“, Kölner Str. 145, 58566 Kierspe, 10.30 Uhr
  • Lippe (Kreisverband) - Plakataktion mit Pressebegleitung
  • Medebach - REWE-Markt, Glindfelderweg 1, 59964 Medebach; 16 Uhr
  • Minden-Lübbecke (Kreisverband) - Plakataktion mit Pressebegleitung
  • Münster - Lidl-Markt, Dingbängerweg 47, 48163 Münster-Mecklenbeck, 14.00 Uhr
  • Paderborn (Kreisverband) - Plakataktion mit Pressebegleitung
  • Recklinghausen - Pressetermin im Breukerhaus, Börster Weg 20, 45657 Recklinghausen, 16.30 Uhr,
  • Ruhr-Lippe (Kreisverband) - Besuch des örtlichen LEH durch den Ortsverband
  • Soest (Kreisverband) - Besuch des örtlichen LEH durch den Ortsverband

Ein ausgiebiges Frühstück am Morgen

So beginnt für die meisten Menschen ein schöner Tag. Leider nicht für die Bauern, die sich derzeit nur über 1,07 € für diesen Genuss freuen können. Mehr kommt nicht beim Bauern an, wenn unsere Verbraucher fürs Frühstück einkaufen.

1 großes Frühstück - nur 1,07 € für den Bauern

2 Brötchen 2 Cent
1 Croissant 11 Cent
Butter (25 g) 8 Cent
Marmelade (20g) 1 Cent
Käse (100g) 25 Cent
Wurst (100g) 13 Cent
Schinken (100g) 13 Cent
1 Ei 9 Cent
Müsli (100g) mit Milch (200ml) 7 Cent
50 g Beeren 15 Cent
Milch für Kaffee (130ml) 3 Cent
macht zusammen 1,07 €

Immer weniger des Ladenpreises kommt beim Bauern an

Nur ein Viertel des Lebensmittelpreises kommt beim Landwirt an. Bei stark verarbeiteten und zusammengesetzten Lebensmitteln ist dieser Anteil noch deutlich geringer. Dabei stiegen die Lebensmittelpreise sowohl in 2014 und 2015 leicht an, obwohl die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise stark zurückgegangen sind (2014 -7,4 Prozent, 2015 - 6 Prozent).

Der Anteil landwirtschaftlicher Verkaufserlöse an den Verbraucherausgaben für Lebensmittel inländischer Herkunft macht im Durchschnitt aller Produkte 23,3 Prozent aus. Anfang der 70er Jahre lag der entsprechende Anteil mit 48 Prozent mehr als doppelt so hoch.

59 Prozent der Verbraucher kaufen fast alle bzw. den Großteil ihrer Lebensmittel im Supermarkt (davon jeweils ca. 35 Prozent beim Discounter und Lebensmittelfachgeschäft). Vor allem die 60-Jährigen (45 Prozent) und Verbraucher aus kleineren Orten kaufen häufiger beim Metzger, beim Bäcker oder im Gemüseladen ein. 72 Prozent der Verbraucher achten dabei zuallererst auf den Preis, 49 Prozent auf die Werbung, 43 Prozent auf Regionales, 41 Prozent auf Marken, 34 Prozent auf Produktinformationen und 31 Prozent auf Siegel.

 

Die Marktmacht des Lebensmitteleinzelhandels steigt

Eine starke und stetig steigende Marktmacht des Lebensmitteleinzelhandels (LEH) übt einen großen indirekten Preisdruck aus. Nach einer Sektoruntersuchung des Bundeskartellamtes zur Nachfragemacht des Handels aus dem Jahr 2014 vereinen die vier größten Unternehmen EDEKA, REWE, ALDI und die Schwarz-Gruppe, (Lidl und Kaufland) 85 Prozent des Umsatzes mit Lebensmitteln auf sich.

Dies verdeutlicht die Strukturvorteile des LEHs in den Verhandlungen mit den Vermarktern. Die wettbewerbs- und kartellrechtlichen Instrumente zur Sicherung fairer Wettbewerbsbestimmungen in der Lebensmittellieferkette erweisen sich in der Praxis als unzureichend und müssen dringend nachgeschärft werden.

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