Landwirtschaft im Kreis Borken

25 Prozent der Wertschöpfung im Kreis Borken werden von der Land- und Agrarwirtschaft erarbeitet.

Mit rund 3.900 Mitgliedern sind gut 92 % aller Betriebe im Kreis Borken im Westfälisch – Lippischen Landwirtschaftsverband e. V. - Kreisverband Borken organisiert. Die Betriebe haben sich, nach wie vor als Familienbetriebe geführt, an den Märkten vor Ort und der Region, aber auch international ausgerichtet.

Dabei ist Haupterzeugungsrichtung die Schweinehaltung wie die Milchviehhaltung. Neben Kälbermast und Geflügelwirtschaft hat auch die Bullenmast ihren Stellenwert nicht eingebüßt.

Gut 300 Selbstvermarkter im Kreis beliefern erfolgreich auch das nahe gelegene Ruhrgebiet, betreiben Hofläden und Hofcafes. Betriebe mit Ferienunterkünften oder Pferdepensionen runden das Bild ab.

Die insgesamt ca. 94.000 ha landwirtschaftliche Nutzfläche bewirtschaften die Betriebe neben einer beträchtlichen Gemüse-, Kräuter- und Kartoffelerzeugung überwiegend zur Eigenfuttererzeugung mit Getreide und Mais. Die Milchviehhaltung trägt dazu bei, dass hiervon mit über 17.000 ha Grünland dieser Anteil im Münsterland vergleichsweise hoch ist. Die gut 16.000 ha Wald dieser traditionell waldarmen Region werden intensiv gepflegt und bewirtschaftet. Etwa 27.000 ha im Kreis sind Wasserschutzgebiete, auf denen Landwirtschaft unter besonderer Berücksichtigung des Allgemeinwohls trinkwasserschützend wirtschaftet und so dazu beiträgt, dass jährlich 52 Mio. m³ Trinkwasser gefördert werden können.

Viele Waldsäume und Heckenstrukturen durchziehen das Land und bilden zusammen mit den oft bewachsenen Entwässerungsgräben und Bächen die Münsterländische Parklandschaft. Mit einer im Landes- wie Bundesdurchschnitt kleinen Schlaggröße, wechselnden Fruchtfolgen auf den Feldern wie auch der mehr und mehr zurückkehrenden Blühpflanzen und Blühstreifen, prägt die Landwirtschaft  das Erscheinungsbild des Kreises.

Im Zuge der Globalisierung und des sich wandelnden Klimas decken internationale Märkte zunehmend ihre Nachfrage auch aus der hiesigen Landwirtschaft. In den vergangenen zehn Jahren haben die Betriebe daher fast eine Mrd. € investiert.  Dementsprechend haben die Landwirtschaftlichen Betriebe im Kreis zusammen mit der vor- und nachgelagerten Wirtschaft wie auch der Lebensmittelverarbeitung einen gut auf einander abgestimmten Wirtschaftsbereich herausgebildet, der erheblich zur Gesamtwirtschaftsleistung im Kreis beiträgt. Zulieferbetriebe z. B. sind aus der zunächst regional gestarteten Unternehmung heraus auch national wie international tätig, nicht nur im Bereich des Maschinen- und Anlagenbaus. Tausende Arbeitsplätze im Kreis hängen so von der Landwirtschaft im Kreis ab.

Auch die Energiewende ist im Kreis sichtbar und hat viel mit der Landwirtschaft  zu tun: mit ihren vielen Fotovoltaik-, Windkraft- und Biogasanlagen, bei denen Zuckerrüben, Zwischenfrüchte wie auch Gülle bei der Vergärung  anstelle von Mais mehr und mehr an Bedeutung gewinnen, tragen unsere landwirtschaftlichen Betriebe mit Abstand den größten Anteil zu der regionalen Erzeugung erneuerbarer Energien bei. Erkennbar ist schon jetzt, dass hieraus eine dezentrale und autarke Energieregion entstehen kann. Die Landwirtschaft im Kreis Borken sieht hierin auch ihren Teil der Verantwortung für die Menschen im Kreis und wird sich daher auch bei der Schaffung intelligenter dezentraler Netze und einer hierauf abgestimmten Regeltechnik zur Steuerung einbringen.

Eine zunehmende Regelungsdichte von Normen und gesetzlichen Vorgaben im gesamten Bereich der Landwirtschaft, deren Kosten die Betriebe nach wie vor nicht an den Abnehmer oder Verbraucher weitergeben können, befördert den Strukturwandel. Das ist nicht zu verkennen, gerade bei kleineren Betrieben. Zugleich ist feststellbar, dass andere Betriebseinheiten gewachsen sind: hier wie in anderen Wirtschaftsbereichen auch gilt es, mit Kostendegression im Wettbewerb Schritt zu halten. Dennoch sind gerade im Kreis Borken auch kleinere Betriebseinheiten bis heute erfolgreich am Markt. Zunehmend müssen sie jedoch außerhalb des eigenen Betriebes etwas hinzuverdienen. Dieses Nebeneinander von kleinen und größeren Betrieben aller Produktionszweige und die hierdurch entstandene Vielschichtigkeit prägen das Bild wie auch die Stabilität der Landwirtschaft im Kreis Borken und bieten zunehmend vergleichsweise krisenfeste Arbeitsplätze.

Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz sowie Fragen zur Tierhaltung dominieren oft die öffentliche Diskussion, auch vor Ort im Kreis. Daher stellen die Landwirtschaftlichen Betriebe im Kreis sich immer häufiger in Hofbesuchen und anderswo der Öffentlichkeit. Sie möchten zuhören und im Dialog mit ihrer Umgebung sein. Im Siedlungsrandbereich geht die Landwirtschaft im Kreis dabei über die gesetzlichen Grundlagen hinaus und führt über die mit allen Städten und Gemeinden beschlossene Branchenvereinbarung frühzeitig Gespräche mit dem Ziel einvernehmlicher Lösungen bei Fragen zur Stadtentwicklung und der Entwicklung der Landwirtschaftlichen Betriebe. Konfliktvermeidung und gegenseitige Akzeptanz sind hierbei die Triebfedern.

Denjenigen, die der Beruf Landwirt fasziniert, stehen die Bauern im Kreis gern als Erstkontakt zur Verfügung. Nachwuchs und Fachkräfte auf den Höfen sind willkommen. Die Landwirtschaftliche Fachschule in Borken bietet jährlich über 50 Absolventen und (zunehmend auch) Absolventinnen qualifizierte Ausbildung für den Zukunftsberuf Landwirt. Die Landwirtschaft im Kreis bietet moderne und abwechslungsreiche Arbeitsplätze mit viel Naturerlebnis und Naturverbundenheit.

Letzte Aktualisierung: 01.12.2016

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Hier finden Sie eine kompakte Faktenzusammenstellung zur Landwirtschaft im Kreis Borken (PDF, 57kb, Stand: Juli 2017).

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