Landwirtschaft in der Region

Blick in die Kulturlandschaft am Daruper Berg. Foto: Veronika Tendahl

Weniger Betriebe und mehr Bedeutung

Landwirtschaft im gesellschaftlichen Spannungsfeld

 

Der Kreis Coesfeld wird seit jeher stark durch die Landwirtschaft geprägt. Dies gilt nicht nur für das Bild der Landschaft, das sie durch Bewirtschaftung und Pflege erhält, sondern auch für die Stärke als Wirtschafts- und Gewerbestandort.

Die Nahrungsmittelerzeugung spielt im Kreis eine zentrale Rolle. Nicht nur die knapp 1700 Familienbetriebe der Landwirtschaft leben hiervon, sondern auch viele Unternehmen, die der Landwirtschaft vor- und nachgelagert sind. Hierzu seien nur exemplarisch am Beispiel der Stadt Coesfeld die Fleischverarbeiter Westfleisch, der Fahrzeugbauer Krampe oder die Molkerei-Niederlassung des Deutschen Milchkontors genannt. Im Münsterland hängt zusammengenommen etwa jeder fünfte bis sechste Arbeitsplatz am sogenannten Agrobusiness.

In den letzten Jahren hat die Bedeutung der Landwirtschaft für die Energiewende zugenommen. Immer mehr Landwirte sind auch Energiewirte und stellen regenerative Energien bereit. Im Kreis liefern rund 35 Biogasanlagen zusammen 14 Megawatt elektrische Leistung. Das reicht aus, etwa 28.000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Darüber hinaus entsteht im Prozess der Stromgewinnung auch thermische Energie, also Wärme. Diese wird zur Beheizung weiterer Gebäude genutzt, etwa von Wohnhäusern, Gewerbebetrieben oder öffentlichen Gebäuden.

Dass diese Entwicklung auch in den eigenen Reihen der Landwirte nicht unumstritten ist, liegt auf der Hand. Flächen, die zur Erzeugung Nachwachsender Rohstoffe genutzt werden, fehlen für den Anbau von Nahrungs- und Futtermitteln. Folglich mehren sich im Berufsstand die Stimmen, die für eine stärkere und effektivere Nutzung von Reststoffen in Biogasanlagen, wie zum Beispiel Gülle, plädieren.

Kontrovers diskutiert wird im Kreis Coesfeld die Entwicklung der Tierhaltung. Zwar hat die Gesamtzahl der gehaltenen Tiere in den letzten Jahren nur leicht zugenommen. Allerdings verteilen sich Schweine, Rinder und Geflügel auf immer weniger Tierhalter. Jährlich scheiden knapp drei Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe aus der Produktion aus. Die verbliebenen Tierhalter entwickeln sich weiter durch Betriebserweiterungen sowie insbesondere durch eine Steigerung ihrer Produktivität beim Ackerbau und den biologischen Leistungen ihrer Tiere. Das Ganze geschieht vor dem Hintergrund zunehmender gesetzlicher Vorgaben, steigender Pachtpreise für Ackerflächen und betriebswirtschaftlicher Zwänge zur Kostendegression.

Zudem geraten Themen wie Tierschutz, Antibiotika-Einsatz, Emissionen aus Ställen oder Nitrateinträge ins Grundwasser immer wieder in den öffentlichen Fokus. Herausforderungen, denen sich die Landwirte in der Region etwa mit dem Aufbau von Prüfsystemen für Lebensmittel wie QS (Qualität und Sicherheit), freiwilligen Vereinbarungen zur Verträglichkeit von Stallbauten oder der erfolgreichen „Kooperation Landwirtschaft – Wasserwirtschaft“ stellen. Mit bewährten und neuen Projekten, wie dem Lernort Bauernhof, Informationsradwegen, Stallfenstern oder einem Schweine Mobil wollen die hiesigen Landwirte ihre Arbeit transparent und im wörtlichen Sinne begreifbar machen.

Die Rahmenbedingungen zur Erzeugung von Nahrungsmitteln und nachwachsenden Rohstoffen setzen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Im Spannungsfeld unterschiedlichster Anforderungen an ihre Produktion haben die Landwirte im Kreis Coesfeld in den letzten Jahren bewiesen, dass sie in punkto Wettbewerbsfähigkeit, Produktqualität und Umweltschutz deutschlandweit keinen Vergleich scheuen müssen.

Kontakt

Fakten zur Landwirtschaft im Kreis

Zum Download hier klicken (PDF,40 kb)
Stand: September 2017

Auswertung der Studie "Regionale Wertschöpfung aus der Tierproduktion" für den Kreis

Zum Download hier klicken (PDF, 291 kb)
Stand: November 2013

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