Das Fenster zum Hof im Kreis Borken

26. Oktober 2016

Landwirte starten Transparenz-Initiative mit Einsichten-Fenstern

Banner Schweinestall "Das Fenster zum Hof"

Einsichten in die Tierhaltung - Jedermann jederzeit. So lautet der Ansatz der Initiative "Das Fenster Zum Hof", die heute mit einem Pressetermin auf dem Schweinemastbetrieb Föing in Borken gestartet ist. Derzeit 14 landwirtschaftliche Betriebe wollen mit offenen Stallfenstern ein Zeichen für Transparenz und Dialogbereitschaft setzen.

Welches Ziel verfolgt die Initiative „Das Fenster zum Hof“?

Die Tierhaltung im Kreis Borken steht fortlaufend in der Kritik. In der Bevölkerung werden Landwirte häufig mit dem Vorwurf konfrontiert, dass sie ihre Tiere nicht gut halten und sie etwas zu verbergen haben. Diesem Eindruck will eine Initiative von Landwirten entgegentreten und ein klares Zeichen für ihre Transparenz-Bereitschaft setzen.

Wie lautet der inhaltliche Ansatz der Initiative: „Das Fenster zum Hof“?

Die Bilder, die weite Teile der Bevölkerung von konventioneller Tierhaltung im Kopf haben, stammen häufig aus „Enthüllungsreportagen“ im Fernsehen. Das dort gezeigte Bildmaterial ist in der Regel im Zuge illegaler nächtlicher Einbrüche entstanden. Urheber sind Tierrechtsorganisationen, die Fleischkonsum und Nutztierhaltung generell in Frage stellen.
Der so vermittelte Eindruck stellt ein Zerrbild dar und hat mit dem Alltag in deutschen Ställen wenig zu tun. Viele Landwirte wirken dem schon heute aktiv entgegen. Obwohl hygienische Vorgaben zum Schutz der Tiergesundheit dies nicht immer so einfach möglich machen, veranstalten sie Tage des offenen Hofes, laden Schulklassen und andere Besuchergruppen auf ihre Höfe ein und zeigen ihre Ställe. Kritiker halten dem entgegen, dass die Zustände auf den Betrieben für diese kurzen Events aufgehübscht werden und nicht der Wirklichkeit entsprechen. Die Teilnehmer der Initiative „Das Fenster zum Hof“ setzen einen drauf und laden ein, dass sich vor Ort jedermann jederzeit einen Eindruck verschaffen kann. Dies verbinden die Landwirte mit der Einladung, über Tierhaltung ins Gespräch zu kommen.
Landwirten liegt das Wohl ihrer Tiere am Herzen. Natürlich sind Tiere für das Einkommen der Bauernfamilien ein Wirtschaftsfaktor, aber sie sind vor allem auch Lebensinhalt eines jeden Tierhalters.

Wie ermöglichen die Teilnehmer der Initiative Stalleinsichten? Wie ist der Projektstand?

Im buchstäblichen Sinne wollen die Teilnehmer der Bevölkerung die Möglichkeit geben zur Einsicht in ihre Ställe und das durch frei zugängliche große Fenster.
Nachdem verschiedene Einzelbetriebe sich ähnelnde Konzepte im Kopf oder schon umgesetzt hatten, hat sich im Februar diesen Jahres erstmals eine Gruppe von knapp 20 Landwirten aus dem Kreis Borken zusammengefunden mit der Idee offener Stallfenster.
Davon haben Stand heute schon 14 tierhaltende landwirtschaftliche Betriebe an ihren Rinder- oder Schweineställen Einsichtmöglichkeiten geschaffen. Dies ist häufig in der Form erfolgt, dass sie an ihren Stallfenstern die Milchglas- durch eine Klarglas-Scheibe ersetzt, ein Podest außen an die Wand gestellt haben und daneben ein Banner mit der Einladung „Schau rein!“ Weitere Interessierte bereiten Einsichtmöglichkeiten vor.

Welches Bündnis unterstützt die Tierhalter bei ihrer Initiative und wie?

Ein Bündnis aus Unternehmen der Futtermittelwirtschaft, dem Erzeugerring Westfalen, dem Verein „i.m.a - information.medien.agrar e.V.“ sowie des WLV-Kreisverbandes Borken, unterstützt die Landwirte bei diesem Transparenz-Vorstoß. Dies erfolgt in Form von Beratung, in Form gemeinsam entwickelter Werbemittel und Informationsmedien oder mit der Einrichtung und Betreuung von Online-Angeboten zur Initiative. Zudem besteht über die Teilnahme am bundesweiten Projekt „Einsichten in die Tierhaltung“ auch die Möglichkeit zur finanziellen Förderung für notwendige bauliche oder technische Maßnahmen der Tierhalter.
Konkret beteiligen sich von Seiten der Futtermittelwirtschaft folgende Unternehmen als Partner an der Initiative:

  • AgriV Raiffeisen eG
  • Raiffeisen Alstätte-Vreden Epe eG
  • BBAG Rhedebrügge eG
  • Raiffeisen Coesfeld-Ahaus eG
  • Raiffeisen Hohe Mark Hamaland eG
  • Deuka
  • Haneberg & Leusing GmbH & Co. KG
  • Lösing Landhandel
  • HS-Kraftfutterwerk GmbH & Co.KG

Wo finden interessierte Landwirte und Verbraucher weitere Infos?

Informationen erhalten Betriebe bei allen Partnerorganisationen der Initiative
sowie namentlich bei

  • Josef Hannig (AgriV Raiffeisen eG): Mobil:  0172 - 201 2007, Mail: josef.hannig@gmx.de
  • Stephan Wolfert (WLV Borken): Tel. 02861/9306-58, Mail: stephan.wolfert@wlv.de

Ab sofort ist auch die Homepage www.dasfensterzumhof.de online.

Pressekontakt:
Stephan Wolfert (WLV Borken): Tel. 02861/9306-58, Mail: stephan.wolfert@wlv.de

Bilder vom Auftakt-Pressetermin finden Sie hier.

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