NRW braucht ein Wolfsmanagement, das den Namen verdient!

08. August 2017

WLV-Präsident Röring: „Bestandsregulierungen offen diskutieren“

Münster <wlv> Die Bauern und Jagdrechtsinhaber in Westfalen-Lippe fordern eine offene Debatte über verantwortliche Wege in der Bestandsregulierung von Wölfen durch die Jagd. Gemeinsam gehen sie davon aus, dass der in hiesigen Breiten seit fast 200 Jahren ausgestorbene Wolf in absehbarer Zeit zurückkehren wird. Daher gelte es, sich rechtzeitig auf diese Situation einzustellen. Die Verbände verweisen auf die Ergebnisse eines Gutachtens, das heute der Öffentlichkeit in Münster vorgestellt wurde.    

„Welche gravierenden Folgen das Vordringen von Wölfen für die offene Weidehaltung haben, wissen unsere Berufskollegen in Ostdeutschland und in Niedersachsen, wo der Wolf immer stärker auch Schafe und Rinder reißt. Alle bisherigen Schutzmaßnahmen und Entschädigungsregeln waren bisher höchst unbefriedigend. Es muss deutlich mehr passieren als nur eine „Willkommenskultur“ für den Wolf auszurufen, wie es die ehemalige NRW-Landesregierung getan hat“, sagte Johannes Röring, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands (WLV).

Vor dem Hintergrund der erwarteten Ausbreitung des Wolfes auch nach Nordrhein-Westfalen hatten der WLV und der Verband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe (VJE) Anfang Mai 2017 eine gutachterliche Stellungnahme in Auftrag gegeben. Autor der Studie ist Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel, Diplom-Biologe und Professor für Zoologie an der FU Berlin.

In seinem Gutachten empfiehlt Pfannenstiel eine angemessene Regulierung des Wolfsbestandes durch die Jagd nach dem Vorbild anderer europäischer Staaten, da der Wolf in Mitteleuropa nicht gefährdet sei. Falls dies nicht geschehe, drohten sich die Konflikte mit dem Wolf für Tier und Mensch deutlich zu verschärfen. Laut Prof. Pfannenstiel sind die bisherigen sogenannten „Wolfsmanagementpläne“ einzelner Bundesländer noch nicht ausreichend, weil sie bisher noch zu wenig das Management von Wolfspopulationen berücksichtigten. Es gebe weder stichhaltige juristische noch wildbiologische oder populationsdynamische Gründe, weswegen der Wolf nicht auch in Deutschland planmäßig bejagt werden könne.

„Es geht nicht darum den Rückkehrer Wolf aus unserer Kulturlandschaft zu verbannen. Wir wollen vielmehr einen verantwortlichen Umgang im künftigen Zusammenleben mit dem Wolf“, sagte Clemens Freiherr von Oer, Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe (VJE e.V.).

Grundsätzlich beobachten WLV und VJE, dass die gesellschaftlichen Debatten über die Wiederansiedlung des Wolfes sehr emotional geführt würden, was für eine verantwortungsvolle Behandlung des Themas nicht hilfreich sei.

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