Wiederwahl für Fischer, Kapell und Nienhaus

27. November 2017

Winterversammlung der Landwirte im Gasthaus Starke

Kreislandwirt Heinrich Emming bei der Winterversammlung im Gasthaus Starke. Foto: Stephan Wolfert, WLV

Die Landwirte im Borkener Süden und Westen setzen in ihrer berufsständischen Vertretung auf Kontinuität. Benedikt Fischer (Landwirtschaftlicher Ortsverband Borken/ Grütlohn/ Westenborken), Michael Kapell (LOV Marbeck) und Helmut Nienhaus (LOV Hoxfeld/ Rhedebrügge) wurden bei der gemeinsamen Winterversammlung der drei Ortsverbände als Vorsitzende bestätigt. Turnusgemäß nach drei Jahren standen letzte Woche im Gasthaus Starke Wahlen auf dem Programm, die Juristin Maria Leveling-Hoppe von der Kreisgeschäftsstelle des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) als Wahlleiterin zügig abhalten konnte. Die anwesenden 50 Mitglieder zeigten hier wie bei der Wahl der übrigen Vorstandsposten und Delegierten in die Ausschüsse auf Kreisverbandsebene große Einmütigkeit.

In ihrem Vortrag stellte Leveling-Hoppe nochmals den Status Quo und die ebenfalls einmütige Position des WLV in Sachen Leitungstrassenbau durch den Kreis Borken dar. Grütlohns Ortslandwirt Thomas Föing brachte in seinem Wortbeitrag die Bauchschmerzen der hiesigen Bauern zum Ausdruck: „Selbst wenn wir am Ende vielleicht nicht verhindern können, dass eine Ökostrom-Trasse wie A-Nord durch den Kreis Borken gelegt wird, kann es nicht sein, dass wir zusätzlich durch ökologischem Ausgleich 500 Hektar Ackerland verlieren.“

Einig waren sich alle auch darin, dass Wirtschaft, Politik und Gesellschaft alles unternehmen müssen, um ein Übergreifen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nach Deutschland zu verhindern. In allen Vorträgen des Abends stellten die Referenten dies heraus, auch Maria Mertens als Vertreterin der Stadt Borken. Die Bauverwaltungsmitarbeiterin berichtete, dass die Stadt den Hinweis aufgegriffen habe, den der LOV Borken/ Grütlohn/ Westenborken in einem Pressegespräch im September gegeben hatte. Die städtischen Mitarbeiter nähmen seither den Parkplatz an der Weseler Straße stärker in den Blick und damit die Sorge der Landwirte ernst, dass hier achtlos von parkenden Lastwagenfahrern in der Landschaft entsorgte Fleischreste ein Übergreifen der Seuche auf Wildschweine nach sich ziehen könnten. Heinrich-Ludger Rövekamp von der Borkener Kreisstelle der Landwirtschaftskammer NRW verglich die Auswirkungen eines ASP-Seuchenzuges in seinem Vortrag mit einem Armageddon. Kreislandwirt Heinrich Emming rief nochmals dazu auf, die Biosicherheit auf den Betrieben hoch zu halten und kündigte hierzu und insgesamt zur ASP-Problematik eine weitere Informationsveranstaltung im kommenden Frühjahr an. In diesem Zusammenhang appellierte er an die Jägerschaft, die Schwarzwildbestände kurz zu halten, auch und vor allem durch revierübergreifende Drückjagden.

Einige hoffnungsfroh stimmende Nachrichten hatte Emming auch zu verkünden, etwa beim Thema Ausbildung. So habe sich in Borken sowohl die Zahl der Absolventen am Berufskolleg im Ausbildungsberuf Landwirt/in als auch die Zahl der Neuanmeldungen zum Studium an der Fachschule für Agrarwirtschaft positiv entwickelt. Die Monitoring-Ergebnisse zur Bewertung der Wirksamkeit der freiwilligen Kooperationsarbeit zwischen Landwirtschaft und Wasserwirtschaft zeigen eine Trendumkehr hinsichtlich der Nitratkonzentrationen im Sickerwasser wie auch den oberflächennahen Grundwasserkörpern: „Wir sind auf dem richtigen Weg aber noch nicht da, wo wir hinwollen. Aber ehe man schon eine weitere Verschärfung der gerade erst verabschiedeten Düngeverordnung fordert, sollte man uns erst einmal Zeit geben zu beweisen, dass die ergriffenen Maßnahmen wirken.“
Auch beim Thema Artenschutz sei man auf dem richtigen Weg. War der Kreis Borken 2016 bei den geförderten Blühstreifen noch Münsterland-Schlusslicht, konnte man in diesem Jahr im Zuge einer Beratungsoffensive bereits ins Mittelfeld hochrücken. Auch das vereinfachte Antragsverfahren zur freiwilligen und unentgeltlichen Anlage von Blühstreifen sei ab sofort wieder möglich. Dies war in den drei Jahren davor nicht gestattet. Als Vertreter des Kreisimkervereins lobte Johannes Schulze Böing die Bemühungen der Landwirte („Wir sind da gemeinsam auf einem guten Weg“), richtete aber auch eine Bitte an die Anwesenden: „Es wäre schön, wenn auch die freiwilligen Streifen mindestens einen Meter breit wären.“

Zum Thema: Wahlergebnisse (ohne Ausschüsse und weitere Delegierte)

Vorstand WLV-Ortsverband Borken/ Grütlohn/ Westenborken:

Vorsitzender: Benedikt Fischer; Stellvertr. Vorsitzender: Norbert Gantefort; Schriftführer und Kassierer: Norbert Bläker; Beisitzer: Bernd Nienhoff-Hornefeld, Daniel Bölker und Hubert Neuhaus.

Vorstand WLV-Ortsverband Hoxfeld/ Rhedebrügge:

Vorsitzender: Helmut Nienhaus; Stellvertr. Vorsitzender: Alfons Mengering; Schriftführer und Kassierer: Karl Althofes; Beisitzer: Heinrich Niehaves.

Vorstand WLV-Ortsverband Marbeck:

Vorsitzender: Michael Kapell; Stellvertr. Vorsitzender: Hubert Hungerhoff; Schriftführer und Kassierer: Thomas Südholt; Beisitzer: Heiner Lammers, Matthias Schröer und Matthias Rickert.

  • Eine Bildergalerie zur Versammlung finden Sie hier.

Presse-Kontakt

Vorstände und Referenten bei der Winterversammlung

Vorstände und Referenten bei der Winterversammlung der Landwirtschaftlichen Ortsverbände im Gasthaus Starke (v.l.): Heinrich-Ludger Rövekamp (Landwirtschaftskammer), Maria Mertens (Stadt Borken), Hubert Hungerhoff (LOV Marbeck), Benedikt Fischer (LOV Westenborken), Hubert Neuhaus (Westenborken), Helmut Nienhaus (Hoxfeld), Norbert Gantefort (Westenborken), Andreas Schlottbohm (Marbeck), Maria Leveling-Hoppe (WLV-Kreisverband) und Heinrich Emming (Kreislandwirt). Foto: Stephan Wolfert, WLV

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