Getreideernte in vollem Gange

03. August 2017

Wetterlage zwingt Landwirte immer wieder zu Erntepausen

Die Getreideernte läuft zurzeit auf Hochtouren. „Etwa 2/3 des Getreides ist bisher bereits gedroschen worden“, so Michael Uckelmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Coesfeld. „Wenn es die Wetterlage zulässt, werden bis zur nächsten Woche auch die restlichen Bestände geerntet sein.“

Momentan liegt das Hauptaugenmerk auf der Ernte des Weizens. Unter den Wintergetreidesorten spielt dieser, gefolgt von Gerste und Triticale, im Kreis Coesfeld die größte Rolle. Bei einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von insgesamt knapp 70.000 ha entfallen gut 45 % auf Wintergetreide. Die Körner werden in der Regel als Futtermittel für Schweine und Rinder benötigt und werden dazu entweder direkt auf dem Hof eingelagert oder zur Mischfutterproduktion an den Handel weiter verkauft. Das Stroh wird zum größten Teil zu Ballen gepresst und dann für die Nutztiere als Strukturfutter oder Einstreu genutzt.

Die Pflanzen die jetzt geerntet werden, wurden bereits im letzten Spätherbst auf den Feldern ausgesät. Nach anfänglich guten Wachstumsbedingungen, war das Frühjahr nicht nur für den Weizen, sondern auch für die anderen Feldfrüchte zu trocken. Je nach Bodenverhältnissen haben die Wetterbedingungen zu sehr stark schwankenden Erträgen geführt, die teils unter dem Durchschnitt, bei schwereren Böden aber auch im guten Schnitt lagen. Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie abhängig die Landwirtschaft von den Wetterverhältnissen ist. Auch jetzt muss die Ernte des Weizens und die Bergung des Strohs auf den Feldern aufgrund des unbeständigen Wetters immer wieder unterbrochen werden. Die Verzögerung kann sich sowohl auf die Qualität als auch auf die Menge des eigentlich druschreifen Korns und Strohs auswirken. „Um die Ernte trocken einzufahren, sind wir darauf angewiesen, die kurzen Zeitfenster bei gutem Wetter zu nutzen. Wir bitten daher die Mitbürger auch weiterhin um ihr Verständnis, wenn der Verkehr dadurch einmal ins Stocken geraten sollte und die Landwirte auch bis in die späte Nacht hinein arbeiten.“ so Michael Uckelmann.

Auch in den folgenden Wochen ist auf den Feldern im Kreis einiges zu tun. Neben der Stoppelbearbeitung spielt auch die Aussaat der Zwischenfrucht eine große Rolle. Diese stellt eine sinnvolle Überbrückung bis zum Anbau der nächsten Hauptfrucht dar, die sich in vielerleiHinsicht positiv auswirkt. So lockern sie beispielsweise die Böden auf und sorgen für eine bessere Bodenstruktur. Außerdem werden die im Boden verbliebenen Nährstoffe durch deren Bindung vor einer Auswaschung geschützt. Nicht zuletzt wirken sich Zwischenfrüchte auch positiv auf die Biodiversität aus, die Fruchtfolge wird aufgelockert und durch die Begrünung der Felder im Winter steht dem heimischen Wild durchgehend Schutz und Nahrung in der kalten Jahreszeit zur Verfügung.

Die Saison wird Ende September bis in den Oktober hinein mit der Maisernte abgeschlossen, deren Fläche anteilig immerhin gut 35 % der Ackerflächen im Kreisgebiet ausmacht. „Die Maisbestände sehen momentan sehr gut aus und mit etwas Glück können sich die Landwirte, nach teils schlechteren Ergebnissen aus dem Vorjahr, nun hoffentlich auf gute Erträge beim Silo- und Körnermais freuen.“ wagt Michael Uckelmann einen Blick in die Zukunft.

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