Schulze Föcking: „Landwirtschaft muss von selbstständigen bäuerlichen Familienunternehmen geprägt sein“

11. Januar 2018

NRW-Landwirtschaftsministerin beim Kreisverbandstag der Landwirte in Senden

Senden <WLV> Im Rahmen des diesjährigen Kreisverbandstages in der Sendener Steverhalle erinnerten sich rund 450 Landwirtinnen und Landwirte aus dem gesamten Kreis Coesfeld an das vergangene Jahr: Nach der abgeschlossenen Ernte blicken die Bauern insgesamt zufrieden auf das eingefahrene Getreide – wobei die Erträge und Qualitäten regional stark schwankten. Auch bei Sonderkulturen wie Spargel, Kartoffeln und Erdbeeren verzeichnen die Landwirte in diesem Jahr eine zufriedenstellende Ernte.

In ihren Grußworten hoben Sebastian Täger, Bürgermeister der Gemeinde Senden, und Georg Silkenbömer, neugewählter Kreislandwirt, die Bedeutung der Landwirtschaft für die Region hervor. Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr würdigte in seinem Grußwort insbesondere das herausragende Engagement der Landwirte beim Verlegen von Glasfasernetzen im Außenbereich in Eigenleistung. Dies sei eine wesentliche Säule für den flächendeckenden Glasfaserausbau im Kreis Coesfeld, so der Landrat. Als Zeichen der Anerkennung überreichte er dem WLV einen Scheck für einen Film, mit dem das besondere Ausbaumodell im Kreis Coesfeld dokumentiert werden kann.

Vor allem Themen wie Flächenverbrauch, Zukunft der Tierhaltung und die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest seien jene Themen, die die Bauern aktuell besonders beschäftigten. Dieses Fazit zog Michael Uckelmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Coesfeld in seinem Jahresrückblick. Stolz zeigte er sich über eine Aktion der Landwirte aus dem Kreis Coesfeld, die im vergangenen Sommer für viel Aufsehen gesorgt hatte: Auf einer Länge von insgesamt 150 km hatten die Bauern unter dem Motto „Blütenpracht am Wegesrand“ farbenfrohe Blühstreifen ausgesät und auf diese Weise einen aktiven Beitrag zur Biodiversität geleistet. „Wir Landwirte haben mit dieser Aktion auf unser Engagement für den Erhalt und die Förderung der Artenvielfalt aufmerksam gemacht“, erinnerte sich Michael Uckelmann. Nach zum Teil langen Durststrecken in den Jahren 2015 und 2016, in denen sowohl die Schweinehalter, aber insbesondere auch die Milchviehhalter unter schlechten Preisen litten, haben sich die Märkte in 2017 langsam erholt. „Ein wenig mehr Sicherheit hatten die Betriebe durch gestiegene Erzeugerpreise, so dass die Landwirte nun wieder zuversichtlicher in das neue Jahr blicken“, freute sich Michael Uckelmann.

Umso gespannter waren die Landwirte, als die neue NRW-Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking als Hauptrednerin einen Ausblick gen „Zukunft der Landwirtschaft“ aus Sicht der Politik gab. „Ich trete ein für angemessene Rahmenbedingungen für eine moderne und nachhaltige, das heißt einer wirtschaftlich erfolgreichen, umweltverträglichen, tiergerechten und sozial verantwortlichen Landwirtschaft“, so Christina Schulze Föcking. „Landbewirtschaftung, Natur- und Umweltschutz sind untrennbar miteinander verbunden, sie sind ausdrücklich kein Widerspruch“, so die Ministerin weiter.

Insbesondere gelte es, die Leistungen der Lebensmittelerzeugung und der Lebensmittel wieder mehr wertzuschätzen. „Vor allem der Lebensmittelverschwendung müssen wir vor dem Hintergrund begrenzter wertvoller Ressourcen den Kampf ansagen“, machte die Ministerin in Senden ihr Ansinnen deutlich. Ziel der Ministerin seien lebens- und liebenswerte ländliche Räume, in denen sich Menschen wohlfühlen und ein Einkommen erwirtschaften.

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