Milchviehhalter arg gebeutelt

27. Dezember 2016

Heimische Landwirte blicken auf das Jahr 2016 zurück

Ennepe-Ruhr/Hagen (wlv). „Katastrophale Milchpreise, erneut gesunkene Gewinne, eine durchschnittliche Ernte und ein kleiner Lichtschein auf der Schwelle zum neuen Jahr“, so resümiert der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ennepe-Ruhr/Hagen Dirk Kalthaus das nun endende Jahr.

„Wirtschaftlich war das Jahr 2016 für so manchen unserer heimischen Höfe eine Herausforderung“, sagt der Landwirtevorsitzende Dirk Kalthaus. Im Durchschnitt seien die Unternehmensergebnisse der landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe im abgelaufenen Wirtschaftsjahr um nochmals acht Prozent gesunken, nach einem Minus von 34 Prozent im Vorjahr. Auf der Schwelle zum Jahr 2017 gebe es jedoch berechtigte Hoffnung auf eine Entspannung der Situation, denn aktuell gebe es in Teilmärkten Anzeichen der Besserung: „Die Marktentwicklungen bei Milch und Fleisch lassen partiell etwas stabilere Einnahmen erwarten“, sagt Kalthaus.

Die Situation der heimischen Landwirte im Einzelnen: „Große Sorgen haben uns in 2016 unsere Milchbauern bereitet“, so der Vorsitzende, denn die Milchkuhhaltung sei der wichtigste landwirtschaftliche Wirtschaftsbereich in der Region. „Die lang anhaltenden extrem niedrigen Milchpreise der letzten zwei Jahre machten uns enorm zu schaffen“, sagt er.  Mittlerweile würden sich die Preise nach dem katastrophalen Tief im Sommer etwas erholen. Die Gründe für eine Trendwende am Milchmarkt sieht der Vorsitzende insbesondere in einer soliden globalen Nachfrage und in der geringeren Milchmenge. Bessere Preise seien hier bitter nötig, um die gewaltigen Löcher zu stopfen.

Für die Schweinehalter sei das Jahr zweigeteilt gewesen: „In der ersten Hälfte des Jahres 2016 bewegten sich sowohl die Ferkel- als auch die Schlachtschweinepreise deutlich unter der Vorjahreslinie. In der zweiten Jahreshälfte gab es dann erfreulicherweise einen Trendwechsel mit einer Preiserholung“, sagt Kalthaus. Kurz vor Weihnachten seien die Schweinepreise allerdings wieder abgestürzt.

Der Blick nach draußen: Die Grasernte sei dieses Jahr gut verlaufen. „Die Erntebedingungen waren zwar aufgrund des unbeständigen Wetters nicht ganz unproblematisch, aber mit der Quantität und Qualität von Silage und Heu sind wir zufrieden“, sagt Dirk Kalthaus und führt weiter aus: „Die Ernteerträge von Gerste, Weizen und Raps fielen leicht unterdurchschnittlich aus.“ Trotzdem könne man hier eine „bescheidene Zufriedenheit“ bei den Landwirten der Region feststellen, denn es habe keine Missernten gegeben. Die Getreidepreise seien recht niedrig, denn gute Ernten in der Ukraine, Russland und den USA hätten zu einer guten Versorgungs¬lage auf dem Weltmarkt geführt.

„Mit dem Mais waren wir verhalten zufrieden“, sagt Kalthaus. Die Kartoffeln, die aber nur zu einem geringen Anteil in der heimischen Region angebaut würden,  hätten recht stark unter der Witterung des Jahres 2016 gelitten und mit geringeren Erträgen reagiert.

„Neben aller wirtschaftlichen Betrachtung hatte das Jahr 2016 für uns Landwirte auch einen zukunftsweisenden Charakter. Im Landwirtschaftsverband haben wir unsere Nachhaltigkeitsoffensive angestoßen“, sagt er. „Wo sind wir auf dem richtigen Kurs? Wo ist langfristig eine Kurskorrektur notwendig? Wo müssen wir kurzfristig aktiv werden?“, das seien die zentralen Fragen gewesen. „Ab Januar werden wir diese Themen verstärkt in mit unseren Mitgliedern in den Ortsverbänden diskutieren“, so Kalthaus und führt weiter aus: „Für uns zeichnet sich eine nachhaltige Landwirtschaft dadurch aus, dass sie Boden, Wasser, Pflanzen und Tiere schützt, wirtschaftlich rentabel und sozial verträglich ist.“

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"Die Milchpreise machten uns in 2016 massiv zu schaffen", sagt Landwirtevorsitzender Dirk Kalthaus

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