Der Raps blüht: Ölpflanze mit Gute-Laune-Faktor
Rapsöl beliebtes Speiseöl

19. April 2017

Die Rapsblüte beginnt: Raps ist eine Pflanze mit Gute-Laune-Faktor. Bald stahlen die Felder wieder in leuchtend gelb. Raps ist eine Ölpflanze. Das aus den Rapssamen erzeugte Öl ist nach wie vor das beliebteste Speiseöl der Deutschen.

Bielefeld /wlv (Re): In eine leuchtend gelbe Blütenpracht verwandelt der Raps jetzt wieder die Felder rund um Bielefeld. „Die Ölpflanze fängt gerade an zu blühen“, berichtet der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Herford-Bielefeld Hermann Dedert, „und damit etwa zwei Wochen früher als in vergangenen Jahren. Nach dem milden Winter und dem wärmsten März seit Wetteraufzeichnung präsentiere sich die gesamte Pflanzenwelt derzeit recht weit entwickelt. „Doch das wird nicht so bleiben, da die nächsten Tage wieder kälter werden“, so der Vorsitzende.

Der Raps gehört botanisch zu den Kreuzblütlern und zählt zu den ölliefernden Pflanzen. „Auf einer Fläche von etwa 1,5 Fußballfeldern wächst rund 4.000 Kilogramm Rapssaat“, weiß der Vorsitzende. Hieraus würden Rapsöl und Rapsschrot – ein eiweißreiches Tierfutter – gewonnen. Raps sei somit vielfältig nutzbar: für uns Menschen als Speiseöl, für Fahrzeuge als Kraftstoff und für Tiere als Futter. Zudem sei Raps eine Bienenweide und verbessere die Bodenqualität.

Rapsöl: gesund und beliebt

Das Speiseöl wird von Ernährungsexperten wegen seines günstigen Fettsäuremusters empfohlen, unter anderem zeichnet es sich durch einen hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäure sowie einfach ungesättigter Ölsäure aus. Deutsche Haushalte verbrauchten im vergangenen Jahr insgesamt 78,5 Millionen Liter Rapsöl, auf Platz zwei folgte Sonnenblumenöl mit 52 Millionen Liter vor Olivenöl mit knapp 35 Millionen Liter.

Ein wichtiges Koppelprodukt der Rapsölerzeugung ist das Schrot. Es wird als heimisches Eiweißfuttermittel in der Tierernährung eingesetzt. Ein weiteres wichtiges Futter liefert die Rapsblüte im Mai mit ihrem Pollen den Bienen und wildlebenden Insekten. Rund 40 Kilogramm Honig kann ein Imker über seine Bienen von einem Hektar Raps ernten. Und nicht zuletzt: „Der Raps erfreut uns mit seinem auffälligen, strahlenden Gelb in unserer Kulturlandschaft und ist damit auch eine Pflanze mit ‚Gute-Laune-Faktor“, ergänzt der Vorsitzende.

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Raps: Ölpflanze mit ackerbaulichen Vorteilen

Mit Raps in der Fruchtfolge verbessert sich die Bodenfruchtbarkeit. „Die Pflanze ist ein Tiefwurzler mit ausgeprägtem Wurzelsystem, das den Boden gut durchlüftet und über die Pfahlwurzeln Nährstoffe bis aus etwa einem Meter Bodentiefe noch für die Pflanze verwerten kann“, erläutert der Vorsitzende. Durch eine lange Vegetationsperiode – Aussaat Ende August und Ernte im Folgejahr Ende Juli/Anfang August – sei der Acker fast das ganze Jahr bedeckt. „Durch das Blätterkleid wird der Boden vor Verschlämmung und Winderosion geschützt“, unterstreicht Dedert.

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