Grüner Berufszweig übergibt Erntekrone an Oberbürgermeister Symbol des Erntedankes im Rathaus

28. September 2017

Der Landwirtschaftliche Berufsstand überreichte dem Oberbürgermeister der Stadt Bielefeld die Erntekrone (von links nach rechts): Pit Clausen – Oberbürgermeister, Hermann Dedert – Kreisverbandsvorsitzender, Petra Bentkämper Kreislandfrauenvorsitzende und Heinrich Quakernack – stellvertretender Kreisverbandsvorsitzender
 

Bielefeld/wlv (Re): Eine prachtvolle Erntekrone schmückt das Foyer des Alten Rathauses, umringt von Früchten und Lebensmitteln aus der Region. Der Landwirtschaftliche Kreisverband Herford-Bielefeld und der Kreislandfrauenverband Bielefeld überreichten anlässlich des bevorstehenden Erntedankfestes dem Oberbürgermeister der Stadt Bielefeld Pit Clausen am Mittwoch (28.9.2017) die Erntekrone.
 
Die Kreislandfrauenvorsitzende Petra Bentkämper erinnerte daran, dass die Erntekrone sinnbildlich den Dank für die eingebrachte Ernte und die gute Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln ausdrückte. „Nahrungsmittel in bester Qualität und jederzeit verfügbar zu haben, sei keine Selbstverständlichkeit und bei weitem nicht überall auf der Welt gegeben“, so die Vorsitzende. Deshalb sei es heute noch zeitgemäß und angemessen, den Brauch des Erntedankfestes zu feiern. „Für uns ist es auch Anlass, an die Wertschätzung und Bedeutung unserer Lebensmittel zu appellieren“, unterstreicht die Vorsitzende. Pro Sekunde würden in Deutschland mehr als 300 Kilogramm Nahrungsmittel im Müll landen. Angesichts der Tatsache, dass rund eine Milliarde Menschen auf der Welt täglich hungern würden, seien diese Zahlen ein erschreckender Beleg für Verschwendung.
 
Landwirte blicken auf mäßige Ernte
 
Der Kreisverbandsvorsitzende Hermann Dedert bedankte sich bei allen Aktiven. In der Erntekrone stecke viel Arbeit. Dieses Prachtexemplar aus Getreide setze ein symbolisches Zeichen, das jeder sehen könne: „Hier wächst etwas, was gebraucht wird.“ Der Vorsitzende blickt mit gemischten Gefühlen auf das Erntejahr 2017. Die Ernte sei mäßig gewesen, „dennoch blieben wir Bauern hier in unserem Gebiet von wirklichen Missernten verschont.“ Auch nach getaner Mühe und Arbeit sei die Ernte immer noch ein Geschenk. Für dieses Geschenk dürfe man dankbar sein. Der Dank verdeutliche zugleich die Verantwortung für die Schöpfung und für den Nächsten. „Wir möchten mit der Erntekrone auch die Verbundenheit der Landwirtschaft mit den Menschen der Stadt Bielefeld Ausdruck verleihen“, bekräftigt Dedert. Die Erntekrone sei zudem ein Zeichen für die Vermittlung der Generationen in vielfältiger Weise.
 
Ein Rückblick auf das Jahr verdeutliche, dass eine gute Ernte keine Selbstverständlichkeit sei. Frühjahrstrockenheit, andauernde Regenfälle zur besten Erntezeit oder auch zuletzt das Sturmtief im September, das den Mais niederdrückten ließ, hätten den Bauern gezeigt, wie wichtig gute Wetterbedingungen seien. „Unterdurchschnittliche Erträge und Qualitäten bei niedrigen Preisen zeichnen das Erntejahr 2017 aus“, betont der Vorsitzende. Der Standortfaktor Boden sei in diesem Jahr extrem wichtig gewesen, die Ernteergebnisse würden eine große Bandbreite aufweisen.
 
Große Aufgaben der Zukunft seien für die Landwirte eine komplexer werdende Marktsituation für landwirtschaftliche Betriebe, der Strukturwandel, der Flächenverbrauch und die wachsenden Forderungen der Gesellschaft an eine umwelt- und tiergerechte Landwirtschaft. „Für die Bauernfamilien bleibt es eine Daueraufgabe und ein Spagat, die heutige Landwirtschaft zu erklären, die steigenden Erwartungen der Gesellschaft zu erfüllen und dabei wirtschaftlich zu überleben“, betont der Vorsitzende.

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