Die Landwirte beginnen mit der Düngung
Die Gülle - Ein wertvolles Gut

20. Februar 2017

„Gülle-Saison“ von Florian Pottkamp: Die Landwirte beginnen mit der Düngung: „Wir können verstehen, wenn sich die Menschen über den Geruch ärgern und bitten um Verständnis“, so der Vorsitzende Antonius Tillmann.

Höxter/WLV (Re) Die Landwirte beginnen mit der Düngung: Nun, wenn der Boden genügend abgetrocknet und befahrbar bzw. leicht gefroren ist, fahren die Bauern Gülle oder Gärsubstrat aus Biogasanlagen aus. Seit dem 1. Februar, dürfen die Landwirte ihre Äcker und Wiesen wieder mit dem Naturdünger düngen. Wer im Herbst schon früher aufgehört und einen Antrag gestellt hat, durfte auch schon am 15. Januar beginnen. Dem einen „stinkt es“– dem anderen ist die Gülle ein wertvoller Dünger, ohne den auf unseren Feldern wenig gedeihen würde. „Der organische Dünger ist für das Wachstum der Getreidepflanzen und das Grünland unverzichtbar“, so der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Höxter Antonius Tillmann.

Mit dem natürlichen Dünger versorgen die Bauern das Wintergetreide wie Gerste, Weizen oder Triticale (Kreuzung aus Roggen und Weizen), das im Herbst gesät wurde, mit wichtigen Nährstoffen. Und die stecken in den Hinterlassenschaften der Tiere. „Der Dünger ist wertvoll und das er riecht, liegt daran, dass er aus Kot und Urin der Tiere besteht“, erklärt der Vorsitzende. Durch die Gülle, die einen wichtigen Mehrnährstoffdünger darstelle, könne eine nahezu vollständige Ernährung des Getreides sichergestellt werden. Damit werde dem Boden zurückgegeben, was ihm durch die Ernte der Pflanzen im Vorjahr entzogen wurde. „Diese Kreislaufwirtschaft hat sich seit Jahrhunderten bewährt“, unterstreicht Tillmann.

Besonders häufig fällt es Bürgern auf, wenn Gülle auf Grünland ausgebracht worden ist, und das Gras danach braun aussieht. Tillmann: „Wir Landwirte wissen genau, welche Mengen zu welcher Zeit ausbracht werden dürfen.“ Hierbei seien sie an Gesetze und Auflagen gebunden. „Außerdem ist uns ein guter Umgang mit Boden und Natur besonders wichtig“, so der Vorsitzende. So seien sie beim Zeitraum, bei der Menge und der Dokumentation an Gesetze gebunden wie die Düngeverordnung. Sie würden streng überwacht, Verstöße würden mit Bußgeldern und Strafverfahren geahndet. Die Bauern stellen weiter Düngebilanzen auf, um pflanzen- und damit nährstoffgerecht zu düngen. Fahren die Landwirte Gülle aus, haben sie sowohl die gesetzlichen Regelungen im Blick als auch den Nährstoffbedarf der Ackerkultur und die Witterungsverhältnisse. Im Winter beispielsweise darf keine Gülle ausgebracht werden, denn in dieser Zeit wachsen die Pflanzen nicht und benötigen somit kaum Nährstoffe. Da die Pflanzen, wenn es wieder wärmer wird, so richtig mit dem Wachstum loslegen, brauchen sie Nährstoffe.

Schleppschläuche verringern Geruchsbelästigung

Die Landwirte versuchen mit verschiedenen Methoden, die Gerüche einzudämmen. Sie sind beispielsweise teilweise mit Schleppschläuchen unterwegs, die die Gülle direkt auf dem Boden ablegen. Tillmann: „Dies verringert die Geruchbelästigung, verhindert Nährstoffverluste und sichert eine gleichmäßige Verteilung der Gülle.“ Landwirte arbeiten bei der Ausbringung von Gülle auch mit Lohnunternehmen, die über moderne Technik verfügen. Gelegentlich wird der organische Dünger aus Regionen mit höherer Tierhaltung in Ackerbauregionen transportiert. Weil Entfernungen zu überbrücken sind, werden LKW‘s eingesetzt und die Güllefässer dann am Feldrand betankt.

Abschließend bittet der Kreisverbandsvorsitzende die Mitbürger um Verständnis. „Wir können verstehen, wenn sich die Menschen über den Geruch ärgern.“ Das Ausbringen der natürlichen Dünger sei unbedingt notwendig. Die Bauern versuchen bei passender Witterung den Naturdünger optimal einzusetzen. „Der Zeitpunkt des Ausbringens ist für die Kulturpflanzen oft der Gleiche. Daher sind die Bauern vielfach zur selben Zeit unterwegs und es kann leider kurzfristig mehr ‚duften‘“, ergänzt Tillmann.

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