Tierischen Besuch zum Weltmilchtag
Kuh Elfe zu Gast im Kindergarten Großeneder

„Wir wollen Landwirtschaft sichtbar, greifbar, erlebbar machen“

02. Juni 2017

Höxter /wlv (Re) Einen ungewöhnlichen Besuch erhielt der Städtische Kindergarten Großeneder am Donnerstag (1. Juni) anlässlich des Internationalen Tages der Milch: Eine richtige Kuh stattete den rund 40 Kindern (von zwei bis sechs Jahren) einen Besuch ab. Natürlich konnte die echte Kuh mit dem schönen Namen Elfe bestaunt und gestreichelt werden. Außerdem zeigte Milchbauer Antonius Tillmann den Kindern, wie Kühe – so wie zu Hause im Stall - gemolken werden. Denn er hatte eine mobile Melkanlage mit im Gepäck. Dazu gab es Vieles rund um die Milchquelle Kuh sowie Milchprodukte. „Wir möchten die Herkunft unserer Lebensmittel erfahrbar machen“, so der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Höxter Antonius Tillmann.

Die Kuh Elfe war die Hauptattraktion des Vormittages. Die Kinder bestaunten sie mit großen Augen. Viele Hände wurden ausgestreckt, um sie zu streicheln. Ihr Bauer Tillmann erzählte so einiges aus ihrem Kuhleben. Mittlerweile sei Kuh Elfe eine ältere Dame, sie sei zehn Jahre alt. „Für eine Kuh ist es schon ein hohes Alter und unsere Elfe ist immer noch rüstig, fit und fleißig wie Queen Elisabeth“, bemerkt der Milchbauer schmunzelnd. Sie habe schon ein langes Leben hinter sich, „und wir lieben unsere Dame, es ist schon eine innige Beziehung“, unterstreicht Tillmann.

Kühe kauen gemächlich vor sich hin

Nicht nur die Kuh weckte bei den Kleinen großes Interesse. Neugierig schauten sie zu, wie Elfe mit der mobilen Melkmaschine gemolken wurde. „Vor dem Melken waschen wir, bei uns auf dem Hof im Melkstand, das Euter, um Schmutz und Staub zu entfernen“, erklärte der Milchviehhalter. „Dann erst werden die Melkbecher der Melkmaschine angelegt, die dann die Milch aus dem Euter saugen, dies mag die Kuh sehr gerne.“ Die Kinder durften sogar selbst „fühlen“ und ihre Hand an die Zitzenbecker halten, um die saugende Wirkung zu erleben. „Das ist lustig, das kitzelt ja“, war von den Jüngsten zu hören.

„Die Kühe werden bei uns zweimal am Tag, morgens und abends, gemolken“, erläutert der Milchbauer. Die Kühe würden aber erst Milch geben, wenn sie zuvor ein Kalb geboren hat. „Die Tragezeit, also die Schwangerschaft, dauert wie beim Menschen auch etwa neun Monate“, berichtet Tillmann. Die Kühe seien gelassene, friedliche Tiere und würden immer gemächlich vor sich hin kauen. „Denn sie sind Pflanzenfresser, sogenannte Wiederkäuer, sie sind mit einer besonderen Verdauung ausgestattet“, erklärt der Landwirt, „sie haben anders als wir Menschen insgesamt vier Mägen.“ So können sie Gras, Heu und Stroh in großen Mengen verdauen. Die Kinder waren begeistert von der Kuh in echt und von Kuhbauer Antonius Tillmann. Zum Abschluss des „Elfen“-Besuches gab es dann für jeden eine Trinkmilch oder anderes.

Erfahren mit den Sinnen

Schauen, Staunen, Fühlen, Schmecken, Erkunden: Kinder wollen die Welt entdecken und stellen viele Fragen. „Erlebnisse wie der Kuh-Besuch und sinnliche Wahrnehmungen, sind für Kinder wichtig, um zu verstehen und Abläufe kennen zu lernen“, erklärt Tillmann. „Wir wollen den Kindern zeigen, woher die Milch kommt. Denn das wissen heutzutage längst nicht mehr alle.“ Das Anliegen des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes ist es, die Landwirtschaft sichtbar, greifbar, erlebbar zu machen und das mit allen Sinnen.

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Lust auf einen Hofbesuch?

Kindergärten oder Schulklassen, die ebenfalls einen Hof besichtigen möchten, können sich melden beim Landwirtschaftlichen Kreisverband Höxter, Tel. 05272/370512, oder Mail: info-bra@wlv.de. Auch Online besteht die Möglichkeit einen Hof zu finden: Auf der Internetseite des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) www.bauernhof.net/lernort-bauernhof/ können Lehrkräfte unter der Rubrik Lernort Bauernhof aus den mehr als 600 Bauernhöfen wählen: Indem sie die eigene Postleitzahl eingeben, können sie einen Hof in ihrer Nähe finden.

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