Landwirte ziehen Jahresbilanz
Tillmann: „Vor allem das Wetter brachte so manche Überraschungen“

22. Dezember 2017

Foto von Florian Pottkamp
Reichlich Regen stellte die Bauern im Sommer bei der Getreide- und Rapsernte und im Herbst bei der Mais-, Kartoffel und Zuckerrübenernte vor großen Herausforderungen.

Höxter /WLV (Re) „2017 war ein aufregendes Jahr“, resümiert der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Höxter Antonius Tillmann. „Vor allem das Wetter brachte so manche Überraschungen.“ Ein wenig mehr Sicherheit hatten die Milch- und Schweinebetriebe durch gestiegene Erzeugerpreise.

Ungewöhnliche Witterungsbedingungen prägten das Jahr: Der wärmste März seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, dann Frost im April. Im Juni Hitze und Trockenheit. Danach immer wieder feuchte Witterung. Der Regen forderte die Bauern im Sommer bei der Getreide- und Rapsernte und im Herbst bei der Mais- und Zuckerrübenernte, ebenso bei der Herbstbestellung. „Im Großen und Ganzen konnten wir trotzdem beim Mais eine gut durchschnittliche Ernte verbuchen“, sagt der Vorsitzende. Die Zuckerrüben zeigten sehr gute Erträge mit guten Zuckergehalten.

Der Blick vom Acker in den Stall: Der Milchpreis habe sich zum Glück in diesem Jahr erholt. Die wirtschaftliche Lage habe sich für die Milchbauern deutlich entspannt. Das sei aufgrund der hohen Verluste der Krisenjahre 2015 und 2016 dringend notwendig gewesen. „Bei den Schweinen hatten wir ebenfalls ein gutes Jahr“, erklärt der Vorsitzende. Positiv sei das nach wie vor sehr große Interesse der Schweinehalter an der Initiative Tierwohl. Ab 2018 gehe sie in die zweite Runde, über 4.000 Schweinebetriebe würden dann teilnehmen. „Dies verdeutlicht, wie wichtig den Landwirten das Wohl ihrer Tiere ist“, bekräftigt der Vorsitzende. Es gäbe keinen zusätzlichen Gewinn, aber der Mehraufwand werde bezahlt.

Das Vorrücken der Afrikanischen Schweinepest (ASP) aus Osteuropa sehen die Bauern weiterhin mit großer Sorge. Vor allem über ein Verschleppen durch den Menschen könne die Tierseuche sprunghaft große Entfernungen in kurzer Zeit überbrücken und so rasch Deutschland treffen. Da die Gefährdung ebenso von der hohen Wildschweinpopulation ausgehe, appelliert der Vorsitzende an die Verantwortung von Landwirten und Jägern. Das ASP-Virus, das für den Menschen ungefährlich sei, habe aber für die Schweine, Bauern und für die gesamte Wertschöpfungskette verheerende Folgen.

Ein Thema, das die heimischen Landwirte besonders bewegt, sind die Stalleinbrüche einiger Tierrechtsorganisationen. „Einbrüche sind Straftaten und keine Heldentaten“, unterstreicht der Vorsitzende. Wer sich ohne Erlaubnis Zutritt zu Ställen verschafft, handele kriminell und gefährde bewusst die Tiere.

Eine wichtige neue Weichenstellung für die Landwirte sei die verschärfte Düngeverordnung, die sehr komplexe Vorgaben enthalte. Die Zeiträume, in denen Dünger aufgebracht werden dürfe, seien beispielsweise verkürzt worden. „Die organische Düngung wird vom Herbst stärker in das Frühjahr verlagert“, schildert Tillmann. Dieses führe neben einem arbeitstechnischen Druck der Landwirte im Frühjahr möglicherweise dazu, dass die Gülledüngung von der Bevölkerung noch stärker wahrgenommen werde, weil sie dann zeitlich sehr eng erfolgen müsse.

Abschließend betont der Vorsitzende: „Unsere Werkbank ist unter freien Himmel.“ Ein Großteil unserer Arbeit finde unter den Augen der Öffentlichkeit statt. „Wir wollen auch im neuen Jahr den Kontakt zum Verbraucher suchen“, bekräftigt Tillmann. „Gerne informieren wir über Ackerbau und Viehzucht. Wir erzeugen Lebensmittel, sicher, darauf können sie sich verlassen.“


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Für die gute Zusammenarbeit in diesem Jahr danken wir Ihnen ganz herzlich. Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien schöne Feiertage sowie für das neue Jahr ganz viel Glück, Gesundheit und Erfolg.

Antonius Tillmann                           Rita Rehring
Kreisverbandsvorsitzender      Öffentlichkeitsarbeit

 

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