Landwirte werben um Verständnis: Güllesaison beginnt!

10. März 2015

Es ist so weit: Die ersten Traktoren ziehen auf den Feldern ihre Kreise

Helmut Eckern, Björn Kirchhoff und Geschäftsführer Ludwig Krämer in Pasel

Märkischer Kreis. Stimmt die Wettervorhersage und es bleibt frostfrei und trocken, dann können die Bauern im Märzen die Rösslein einspannen.

Überall im Kreisgebiet beginnen dann die Landwirte, Gülle auszubringen. Wenn die Böden so weit abgetrocknet sind, dass sie mit Traktoren befahrbar sind, geht´s los, denn:  Die Pflanzen können die erste Frühjahrsdüngung optimal aufnehmen. Um für Verständnis in der Bevölkerung für diese wichtige Düngung zu werben, informierte der Landwirtschaftliche Kreisverband Märkischer Kreis jetzt auf dem Betrieb von Björn Kirchhoff in Plettenberg-Pasel zu den Hintergründen.

 

Naturkreislauf wird geschlossen

 

Mit der Ausbringung von Gülle – der Hinterlassenschaft des Viehs – werden Naturkreisläufe geschlossen. Gülle enthält Stickstoff, Phosphat und Kali - drei wichtige Pflanzennährstoffe. Gesammelt wird sie in großen Güllebehältern auf dem Betrieb und vor der Entnahme mit einem riesigen Quirl durchgerührt. Das Güllefass verteilt den Dünger fein dosiert auf der Fläche. Immer mehr setzen sich Maschinen zur bodennahen Ausbringung durch – diese bringen die Nährstoffe noch näher an die Pflanzen und verringern den Geruch. Die modernen teuren Geräte werden häufig in Kooperation mehrerer benachbarter Betriebe genutzt.

 

Richtigen Zeitpunkt wählen

 

Mit dem betriebseigenen Dünger werden die Pflanzen jetzt optimal versorgt. Dabei ist wichtig, die Gülle genau zum richtigen Zeitpunkt auszubringen: Dann, wenn die Pflanze sie auch zum Wachstum braucht, und sie die Nährstoffe auch wirklich aufnehmen kann. Man passt also im Frühjahr den Zeitpunkt ab, wenn die Flächen soweit abgetrocknet sind, dass die Treckerreifen kaum Spuren hinterlassen und andererseits aber auch möglichst bald Regen fällt - damit die Gülle langsam in die Erde einsickert und der Geruch gebunden wird.

Da dieser Zeitpunkt natürlich für alle Bauern in einer Region der Gleiche ist, fahren im Prinzip immer alle gleichzeitig Gülle aus und darum kann es zu kurzfristigen Geruchsbelästigungen kommen.

 

 

Düngemittelbedarf wird analysiert

 

Wer auf dem Land lebt, kennt diese Begleiterscheinungen der Frühjahrsaktivitäten der Landwirte. Björn Kirchhoff aus Plettenberg hofft aber Verständnis der Bevölkerung, „denn“, so der Landwirt, „wenn wir dem Boden nicht die Stoffe zurückgeben, die ihm durch die Ernte entzogen wurden, kommt es zur Verarmung“. Die Landwirte analysieren den Boden auf ihren Nährstoffgehalt und entnehmen Bodenproben, um den Düngemittelbedarf exakt zu dosieren.

 

Wasserschutz spielt am Rande der Lenne zentrale Rolle

 

Björn Kirchhoff wirtschaftet zudem in einem sensiblen Gebiet: Seine Flächen grenzen an die Lenne, da gilt es, bei der Düngung exakte Abstände einzuhalten, um unerwünschte Einträge von Gülle oder Mineraldünger in das Gewässer zu vermeiden. Besonders präzisierte Ausbringungstechnik ermöglicht es, diesen Anforderungen gerecht zu werden.

 

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Güllegespann

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