Flächenfraß hat in zehn Jahren 20 Bauernhöfe geschluckt

14. Juli 2016

Landwirtschaft verliert erschreckend viel Acker und Weiden für immer

Märkischer Kreis. Die Fläche, die 20 Bauernhöfe brauchen, ging in den letzten zehn Jahren der Landwirtschaft im Märkischen Kreis verloren – 936 Hektar (ha) wertvoller Fläche sind versiegelt oder anderer Nutzung zugeführt worden. Darauf macht der Landwirtschaftliche Kreisverband Märkischer Kreis nach der Veröffentlichung der neuen Zahlen des IT.NRW aufmerksam.

 

Geht man von einer durchschnittlichen Betriebsgröße von 50 Hektar aus, ergibt sich dieser für die Landwirtschaft verheerende Zahl. Obwohl es politischer Wille sei, den „Flächenfraß“ zu stoppen, sei das Gegenteil der Fall, kritisiert Günter Buttighoffer, Kreisverbandsvorsitzender und Landwirt aus Wiblingwerde, diese Entwicklung.

 

Buttighoffer: „Durch Versiegelung, private oder industrielle Nutzung oder auch durch Naturschutzmaßnahmen gehen uns Landwirten die Äcker und Weiden verloren. Wir müssen diesen Flächenfraß stoppen, denn auf einer schrumpfenden Fläche kann die Landwirtschaft nicht den Anforderungen gerecht werden, gleichzeitig mehr Menschen mit Nahrungsmitteln zu versorgen, erneuerbare Energien zu erzeugen und dem Umweltschutz verstärkt Rechnung zu tragen.“

Die Vorschläge der Bauern zur Abhilfe sind eindeutig: „Vorrangig Industriebrachen statt neuer Gewerbegebiete nutzen, Innenentwicklung der Städte vor Außenentwicklung betreiben, für Ausgleichsmaßnahmen vorrangig minderwertige landwirtschaftliche Flächen verwenden.“

In NRW betrug der Flächenverlust für die Landwirtschaft von 2006 bis 2016 durchschnittlich 16,67 ha pro Tag.

 

https://www.it.nrw.de/presse/pressemitteilungen/2016/pdf/171_16.pdf

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