„Tag des offenen Hofes“ mit Kreistierschau
wird für den 24. Juni abgesagt

12. April 2018

Der Landwirtschaftliche Kreisverband Minden-Lübbecke und die Kreistierzüchtervereinigung Minden-Lübbecke haben sich in Absprache mit der Familie Aping entschlossen, den „Tag des offenen Hofes“ mit der Kreistierschau für den 24. Juni in Stemwede-Westrup abzusagen. Bild von links nach rechts: Joachim Schmedt, Wilfried Aping und Sohn Julian Aping, Rainer Meyer und Konrad Kanning

Minden-Lübbecke/WLV (Re): Der Landwirtschaftliche Kreisverband Minden-Lübbecke und die Kreistierzüchtervereinigung Minden-Lübbecke haben sich entschlossen, den „Tag des offenen Hofes“ mit der Kreistierschau auf dem Hof Aping, geplant für den 24. Juni, in Stemwede-Westrup abzusagen.

Der Grund: Der Ausbruch der Rinderkrankheit Bovinen Herpesvirus Typ 1 (BHV 1) im benachbarten Landkreis Osnabrück auf zwei Höfen, einmal in Bramsche-Epe sowie in Ostercappeln, Ende März. Die reine Rinderkrankheit ist für den Menschen ungefährlich, für Rinder hochinfektiös. Der Betrieb in Osterkappeln liege gerade mal etwa 20 km von dem Hoftag-Betrieb Aping in Stemwede-Westrup entfernt, so der Kreisverbandsvorsitzender Rainer Meyer. „Unter Abwägung aller Risiken haben wir uns, der Kreisverband und die Kreistierzüchtervereinigung gemeinsam mit der Familie Aping entschieden, den Hoftag und die Tierschau in diesem Jahr nicht durchzuführen.“

Die Krankheit BHV 1 kann über einzelne, unerkannt infizierte Tiere eingeschleppt und im Bestand weiter verbreitet werden. „Das Risiko einer Verbreitung der Krankheit, insbesondere durch die Tierschau, ist uns einfach zu hoch“, erläutert Konrad Kanning von den hiesigen Tierzüchtern. Zum Hintergrund: Bei einer Tierschau kommen aus dem ganzen Kreis Minden-Lübbecke Milchkühe und Fleischrinder zu der Schau der Besten zusammen. Die Erkrankung BHV 1 ist nicht neu und bereits seit 1997 anzeigepflichtig. Sie kann zu hohen wirtschaftlichen Verlusten in den Rinderbständen führen.

„Wir bedanken uns für den enorm großen Einsatz und den erbrachten Aufwand insbesondere bei der Familie Aping“, so der stellvertretender Kreisverbandsvorsitzender Joachim Schmedt. Dieses Engagement verdiene hohe Anerkennung. „Ebenso bedanken wir uns bei allen Beteiligten wie den Landfrauen, Akteuren und Helfern“, unterstreicht Schmedt. „Wir bedauern die Entscheidung sehr und bitten um Verständnis.“

Die Organisatoren hoffen auf eine Beruhigung des Krankheitsgeschehens und werden die Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt durchführen.

„Uns ist die Entscheidung nicht leicht gefallen“, betont Rainer Meyer. „Unser Anliegen und unser Bestreben - der heimischen Bäuerinnen und Bauern - ist es, den Dialog mit der Bevölkerung zu suchen. Wir geben gerne Einblicke in unser Tun, unsere Arbeit und Wirtschaftsweise auf den Höfen.“ Transparenz, Offenheit und Kommunikation seien die Wege, um in einer kritischer werdenden Gesellschaft über unseren grünen Berufszweig zu informieren, aufzuklären und Verständnis zu wecken. „Doch der Rahmen und auch die Bedingung müssen stimmen, und in diesem Fall sind wir zu der Überzeugung gekommen, dass das Risiko für alle Beteiligten einfach zu groß ist. Es ist schade, auch für die vielen Vorbereitungen, die schon im Vorfeld gelaufen sind“, unterstreicht Meyer, „doch im Sinne eines verantwortungsvollen Handels und der Gesamtabwägung sind wir alle gemeinsam zu diesen Entschluss gekommen.“

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