Landwirte als Pflanzenschützer: Von der Aussaat bis zur Ernte

04. Juli 2017

Verzicht auf Pflanzenschutz bedingt rund 80 Prozent Ertragsausfall

Münster <WLV> Ganz gleich, ob auf kleinen oder großen Feldern Getreide, Raps oder Kartoffeln wachsen, oder ob Gemüse in Gewächshäusern großgezogen wird. Immer können die Pflanzen ein „gefundenes Fressen“ für Schädlinge werden und sich Krankheitserreger einnisten. Oder es sind die unerwünschten Unkräuter, die mit den Kulturpflanzen um Licht, Wasser und Nährstoffe konkurrieren. Zum Schutz der Pflanzen unternehmen die Münsteraner Landwirte daher vielfache Maßnahmen, um nach der Aussaat das Wachstum und schließlich die Ernte von Ackerkulturen sicherzustellen. Wichtige Werkzeuge zum Schutz der Pflanzen sind neben der Sortenwahl und der Fruchtfolge auch chemische und biologische Pflanzenschutzmittel. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auf dem Acker erfolgt dabei nur nach Bedarf und unter strengen gesetzlichen Auflagen.

„Durch fachgerechten Pflanzenschutz stellen wir sicher, dass die Pflanzen auf unseren Äckern gut heranwachsen und gedeihen. Dadurch gewährleisten wir Nahrungsmittelsicherung, weil auf unseren Feldern die Nahrung für Mensch und Tier wächst“, weiß Junglandwirt Julian Hartmann aus Münster-Amelsbüren. Er hat gemeinsam mit seinem Vater Heinz-Georg auf zwei Maisfeldern einen Versuch gestartet: Auf einem jeweils etwa 60 Quadratmeter großen Abschnitt entlang der Feldeinfahrt haben beide keinerlei Pflanzenschutzmaßnahmen angewandt, während auf dem Rest des Feldes bedarfsgerechter Pflanzenschutz erfolgte.

Nach rund zehn Wochen des Wachstums sind die Unterschiede bereits deutlich sichtbar: Während der „regulär“ angebaute Mais mit Hilfe des Pflanzenschutzes in vollem Wachstum steht, sind die unbehandelten Maispflanzen deutlich schlechter oder sogar gar nicht entwickelt. „Hier zeichnet sich bereits ab, dass Maiskolben sich nicht herausbilden werden. Grund dafür sind fehlendes Wasser und Nährstoffe, die dem Mais durch Unkräuter wie Kamille entzogen wurden“, so Julian Hartmann. Bereits heute sei deshalb davon auszugehen, dass auf der „unbehandelten“ Fläche ein Ertragsausfall von rund 80 Prozent zu verzeichnen sei. Im Hinblick auf die Ernährungssicherung habe dies fatale Folgen.

Die im Kreisverband Münster landwirtschaftlich genutzte Fläche umfasst insgesamt 13.873 Hektar, wobei der Anteil an Ackerland davon rund 10.945 Hektar (fast 79 Prozent) beträgt. Auf einer Fläche von 8.308 Hektar wird Getreide angebaut. Der Ackerbau dient hier in erster Linie dem Anbau von Futtermitteln, denn das Münsterland ist traditionell ein starker Standort für die Veredlung (hier vor allem für Ferkelzucht, Schweine- und Bullenmast). Die landwirtschaftliche Fläche entspricht insgesamt rund 45 Prozent der Gesamtfläche des Stadtgebietes (30.296 Hektar).

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