Gewässerschutz ist ein großes Anliegen der Münsteraner Landwirte

23. Januar 2018

Susanne Schulze Bockeloh: „Wir suchen gemeinsam nach Ursachen und Lösungen“

Münster <WLV> Der zeitweise Befall von Bächen mit dem Abwasserbakterium bereitet den Münsteraner Landwirten Sorge. Gleichzeitig liegt der Schutz von Oberflächengewässern auch in der Verantwortung der heimischen Landwirtschaft. „Wir stehen in regelmäßigem Kontakt mit dem Landesfischereiverband und der Unteren Wasserbehörde, um gemeinsam Lösungen zu finden, die das Auftreten des Bakteriums vermeiden“, bringt Susanne Schulze Bockeloh, Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, das Anliegen des Berufsstandes zum Ausdruck. Bei der Lösung des Problems setzt der Berufsstand auf die enge Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Fischern und Behörden.

Für Silo- und Biogasanlagen gelten technische Standards, die auf Betrieben gewissenhaft umgesetzt werden und von Behördenseite überprüft werden. „Wir Landwirte arbeiten in und mit der Natur – insofern ist uns besonders daran gelegen, mögliche Probleme anzupacken und die Ursachen hierfür zu beseitigen. Sofern die Landwirtschaft mitverantwortlich ist, müssen wir Fehler beheben und gegebenenfalls auch technisch nachbessern“, sagt Susanne Schulze Bockeloh. „Grundsätzlich sind die Gewässer für uns Bauern Lebensadern von elementarem Wert. Daher werden wir auch in Zukunft alles daran setzen, deren Qualität durch verantwortungsvolles Wirtschaften für die nachfolgenden Generationen zu erhalten.“

Gemeinsam mit  dem Roxeler Landwirt Michael Hufelschulte hat Markus Soddemann, zuständig für Entwässerung im Außenbereich bei der Agrar- und Umweltdienste GmbH, ein System entwickelt, dass Verunreinigungen von Gewässern entgegen wirkt: Auf dem Roxeler Hof mit Bullenmast, Pferdehaltung und Biogasanlage hat der Diplom-Ingenieur eine Verregnungsanlage geplant, die durch den Landwirt selbst umgesetzt wurde. Mithilfe der Maßnahmen können Abwässer kontrolliert abfließen bzw. auf Flächen verregnet werden. Durch eine deutliche Reduzierung der Belastung mittels des genutzten Systems können mögliche Verunreinigungen ausgeschlossen werden.

Der Erhalt und die Pflege von Fließgewässern sind für Landwirte eine wesentliche Prämisse bei ihrer täglichen Arbeit in der Natur. Münsteraner Landwirte machen sich bereits seit vielen Jahren für den Gewässerschutz stark und engagieren sich vor Ort in Wasser- und Bodenverbänden, um die Pflege und Entwicklung der Fließgewässer zu begünstigen, die den Erhalt und die Förderung der ökologischen Funktionsfähigkeit der Gewässer beinhaltet. Darüber hinaus bemühen sich die Münsteraner Landwirte, durch die Anlage von Uferrandstreifen Nährstoffeinträge in das Wasser zu vermeiden. Auf einer Fläche von rund 40 Hektar bilden Uferrandstreifen in Münster zu diesem Zwecke eine Schutzzone zwischen bewirtschafteten Flächen und angrenzenden Gewässern. 

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