Landwirte beginnen mit der Gülle-Ausbringung

05. Februar 2018

Geruchsbelästigung unvermeidlich

Archivbild Gülletankfahrzeuge

Kreis Olpe. In das angekündigte sonnige Winterwetter wird sich in den nächsten Tagen der Duft von frischer Landluft mischen: „Güllesylvester“ wird der 1. Februar gern von den Landwirten genannt – dann endet sie Sperrfrist für die Düngerausbringung. Sobald die Vegetation startet, bringen die Bauern den wirtschaftseigenen Dünger auf die Flächen. Das ging bisher aber noch nicht, weil die Böden durch den Dauerregen dermaßen aufgeweicht waren, dass erstens die Traktoren tiefe Fahrspuren auf den Flächen hinterlassen hätten und zweitens die Gefahr bestanden hätte, dass die Gülle abgespült wird und in den Bächen landet – das will die Landwirtschaft unbedingt vermeiden. Drei Monate Lagerkapazität muss jeder Bauernhof für die Exkremente der Tiere vorhalten – da im vergangenen Oktober aber durch Dauerregen nicht mehr sämtliche Gülle vor dem 1. November ausgebracht werden konnte, sind die Läger voll. Stellenweise überbrücken die Landwirte durch Nachbarschaftshilfe diese eventuellen Engpässe – wer noch Platz hat, lagert Gülle von Berufskollegen ein.

Dort im Kreisgebiet, wo die Böden schneefrei und so weit abgetrocknet sind, dass sie mit Traktoren befahrbar sind, beginnen jetzt die Landwirte, Gülle auszubringen. Denn: Die Pflanzen können die erste Frühjahrsdüngung optimal aufnehmen.
 „Die Pflanzen fangen wegen des Sonnenscheins früher an zu wachsen und brauchen daher Nährstoffe“, erklärt Josef Geuecke, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Olpe.

Naturkreislauf wird geschlossen

Mit der Ausbringung von Gülle – der Hinterlassenschaft des Viehs – werden Naturkreisläufe geschlossen. Gülle enthält Stickstoff, Phosphat und Kali - drei wichtige Pflanzennährstoffe. Gesammelt wird sie in großen Güllebehältern auf dem Betrieb und vor der Entnahme mit einem riesigen Quirl durchgerührt. Das Güllefass verteilt den Dünger fein dosiert auf der Fläche. Immer mehr setzen sich Maschinen zur bodennahen Ausbringung durch – diese bringen die Nährstoffe noch näher an die Pflanzen und verringern den Geruch. Die modernen teuren Geräte werden häufig in Kooperation mehrerer benachbarter Betriebe genutzt.

Richtigen Zeitpunkt wählen

Mit dem betriebseigenen Dünger werden die Pflanzen jetzt optimal versorgt. Dabei ist wichtig, die Gülle genau zum richtigen Zeitpunkt auszubringen: Dann, wenn die Pflanze sie auch zum Wachstum braucht, und sie die Nährstoffe auch wirklich aufnehmen kann. Man passt also im Frühjahr den Zeitpunkt ab, wenn die Flächen soweit abgetrocknet sind, dass die Treckerreifen kaum Spuren hinterlassen und andererseits aber auch möglichst bald Regen fällt - damit die Gülle langsam in die Erde einsickert und der Geruch gebunden wird.
Da dieser Zeitpunkt natürlich für alle Bauern in einer Region der Gleiche ist, fahren im Prinzip immer alle gleichzeitig Gülle aus und darum kann es zu kurzfristigen Geruchsbelästigungen kommen.

Düngemittelbedarf wird analysiert

Wer auf dem Land lebt, kennt diese Begleiterscheinungen der Frühjahrsaktivitäten der Landwirte. Geuecke hofft aber Verständnis der Bevölkerung, „denn“, so der Vorsitzende, „wenn wir dem Boden nicht die Stoffe zurückgeben, die ihm durch Bepflanzung entzogen wurden, kommt es zur Verarmung“. Die Landwirte analysieren den Boden auf ihren Nährstoffgehalt und entnehmen Bodenproben, um den Düngemittelbedarf exakt zu dosieren.
Neue Erkenntnisse rund um die Themen Düngung und Pflanzenschutz werden dabei den heimischen Landwirten stets vermittelt – so findet für den Kreis Olpe am Donnerstag, 15. Februar 2018, um 10 Uhr im Hotel Sangermann, Oberveischede, eine Infoveranstaltung der Landwirtschaftskammer zur neuen Düngeverordnung im Kreis Olpe statt.

Feldrandcontainer

Immer mehr sieht man in letzter Zeit große „Feldrandcontainer“. Da die Betriebe nicht alle Flächen in Hofnähe haben, müssen sie oft weitere Strecken mit Traktor und Güllefass über die Straßen zurücklegen. Das muss nicht unbedingt sein: Lohnunternehmer bieten an, mit großen Lastwagen die Gülle am Hof abzupumpen und diese in Feldrandcontainer umzupumpen. Das hat den Vorteil, dass der Schlepper auf der Fläche bleiben und kontinuierlich vor Ort seine Runden drehen kann.

Linktipps für Wissensdurstige:
www.bauernhof.net.
www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/ackerbau/duengung/guelle/index.htm

Presse-Kontakt

Daten werden geladen …