Geflügelpest im Kreis Paderborn
Beringmeier: „Dramatische Lage der Geflügelhalter“

20. Februar 2017

Landwirtevorsitzender Hubertus Beringmeier: „Für die heimischen Geflügelhalter ist es eine dramatische Situation, da die Vermarktung der Tiere aufgrund der tierseuchenrechtlichen Vorgaben unterbunden ist.

Paderborn /WLV (Re) Landwirtevorsitzender Hubertus Beringmeier bittet um Verständnis für den vorbeugenden Schutz hinsichtlich der Geflügelpest. Mit großer Bestürzung blickt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Bezirksverbandes Ostwestfalen-Lippe auf das aktuelle Geschehen in Delbrück im Zuge der Geflügelpestwelle in Deutschland und Europa. Als Landwirt finde ich es schlimm, dass viele Tiere getötet werden müssen und kann nachvollziehen, wie fürchterlich die derzeitige Lage für die Betroffenen sein muss.

Beringmeier sieht die Schutzmaßnahmen im Kampf gegen die Seuche für notwendig. „Die hoch ansteckende Geflügelkrankheit lässt sich leider nicht behandeln, die Tierbestände können nur durch umfassende Vorsorgemaßnahmen geschützt werden“, bittet er um Verständnis für den vorbeugenden Schutz in den betroffenen Regionen. Die strikte Einhaltung aller Hygienevorschriften sei hier die einzige wirksame Gegenwehr, und zwar in großen wie kleinen Tierhaltungen gleichermaßen. Es gehe darum, eine weitere Ausbreitung des Seuchengeschehen zu verhindern und andere gesunde Tiere zu schützen. Es sei auch kein Verschulden eines einzelnen Betriebes, es könne jeden treffen, da das Geflügelvirus H5N8 in der Wildvogelpopulation verbreitet sei. Ähnliches gelte für viele andere Krankheitserreger, die früher hierzulande unbekannt gewesen seien und in einer globalisierten Welt zu einer neuen Bedrohung werden könnten.

Beringmeier verbindet zugleich die Hoffnung, dass die Infektionskette des Geflügelgrippeerregers im Keim erstickt wird auch aufgrund der jahreszeitlichen Witterung mit mehr Sonne, höheren Temperaturen sowie zunehmender Tageslänge. „Es ist zu wünschen, dass sich die Infektion nicht weiter ausbreitet und alle unsere Vorsorgemaßnahmen schneller sind als das Virus“, fügt der Vorsitzende an.

Für die heimischen Geflügelhalter ist es eine dramatische Situation, da die Vermarktung der Tiere aufgrund der tierseuchenrechtlichen Vorgaben unterbunden ist. Infolge der Vogelgrippe-Schutzvorkehrungen stehe die Existenz der Geflügelhalter auf dem Spiel. Beringmeier verweist auf die Besonderheit in OWL: „Bei uns sind die Höfe oft spezialisiert auf die Zucht bestimmter Freilandrassen. Diese lassen sich nur über Geflügelmärkte verkaufen. Diese nun beginnenden Frühjahrsmärkte fallen jedoch für die Betriebe komplett weg, da sie keine Tiere haben. Gerade die Märkte im Frühjahr würden am stärksten nachgefragt. Es drohe nun, dass bei uns eine ganze Branche zusammenbricht", befürchtet der Vorsitzende. „Viele unsere geflügelhaltenden Höfe stehen vor dem Aus.“

Presse-Kontakt

Daten werden geladen …