Frühjahrsarbeiten auf den Feldern im vollen Gang

11. April 2018

Foto von Florian Pottkamp
Die Landwirte sind derzeit mit den Frühjahrsarbeiten im vollen Gange wie hier mit der Bodenbearbeitung.

Paderborn /WLV (Re): Der Frühling hat in diesem Jahr auf sich warten gelassen, doch nun ist er da. Mit den wärmeren Temperaturen sind die heimischen Landwirte auf den Feldern aktiv, so eine Mitteilung des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Paderborn. „Die ersten Dünge- und Pflegemaßnahmen sind vielfach schon erfolgt, denn die Pflanzen, die im Herbst gesät wurden, wie das Wintergetreide und der Raps, benötigen mit einsetzender Vegetation Nährstoffe um wachsen und gedeihen zu können“, so der Vorsitzende Hubertus Beringmeier. Nun werden das Sommergetreide wie Sommerweizen, Hafer und Sommergerste gesät, weiter Kartoffeln gepflanzt sowie Zuckerrüben und Ende des Monats Mais gelegt.

Nach einem sehr nassen Herbst sei der Winter insgesamt durchwachsen gewesen, resümiert Beringmeier. „Die Monate Dezember und Januar fielen vor allem durch milde und trübe Witterung mit sehr hohen Niederschlägen auf.“ Den Landwirten wäre eine normale Frostperiode weitaus lieber gewesen. Doch der erhoffte Frost kam dann im Februar. Eisige Temperaturen ließen die Böden gefrieren, viel Sonne und Wind ließen die Böden wassergesättigten abtrocken. „Die tiefen Temperaturen haben zudem dem Boden gut getan und die Probleme der nassen Herbsternte wieder korrigiert“, ergänzt der Vorsitzende. Erstmalig seit langem sei im Winter der Boden wieder auf bis zu 30 Zentimeter tief durchgefroren gewesen. „Wir sprechen von der sogenannten Frostgare“, erläutert Beringmeier. Hierbei gefriere das Wasser im Boden und breche große Erdklumpen auf. Dies schaffe optimale Bedingungen für die Feldarbeiten und die Aussaat im Frühjahr.

„Von größeren Frostschäden blieben wir glücklicherweise verschont“, so der Vorsitzende. Allerdings habe vor allem der Winterweizen gelitten, der durch die Nässe im Herbst schlecht in den Boden gekommen sei. Die Bestände seien nicht gut entwickelt in den Winter gegangen. Zum Hintergrund: Ungünstige Aussaatbedingungen hatten aufgrund des vielen Regens im Herbst die Bestellung erschwert oder gar unmöglich gemacht. „Etwa zehn Prozent des Wintergetreides konnte nicht bestellt werden“, berichtet der Vorsitzende. Die Bauern würden deshalb auf Sommergetreide ausweichen, das jetzt im Frühling ausgesät werde.

Alles in allem also ein Winter mit vielen Gesichtern, aber aus ackerbaulicher Sicht durchaus noch im Rahmen, fasst der Vorsitzende zusammen. „Nach einem bisher kühlen Frühlingsstart hoffen wir nun, dass wir vor späten Frösten wie im April 2017, in diesem Jahr verschont bleiben.“

Kasten
Warum wachsen die Pflanzen im Frühjahr so schnell?
„Weil es dann warm wird“, erklärt der Vorsitzende Beringmeier. Die Temperatur beeinflusst die Geschwindigkeit der Stoffwechselprozesse in den Pflanzen und so das Pflanzenwachstum. „Grob kann man sagen, dass Pflanzen erst ab ungefähr + 5 °C mit dem Wachstum beginnen.“ Dieses ist allerdings nur ein ungefährer Wert, denn verschiedene Pflanzenarten haben auch ein unterschiedliches Wärmebedürfnis. So kann Wintergetreide schon ab +2,5 °C wachsen während Mais erst bei +6 °C loslegt. Die Zeit in der die Pflanzen wachsen nennt man Vegetationsphase, die Zeit, in der sie es nicht tun, nennt man Vegetationsruhe.
Wird es draußen wärmer, wachsen auch die Pflanzen schneller; allerdings nur bis zu einer gewissen Temperatur, wird es den Pflanzen zu warm, verlangsamt sich das Wachstum wieder. Das Frühjahr bietet also optimale Wachstumsbedingungen.
Aber warum werden einige Pflanzenarten, wie das Wintergetreide schon im Herbst ausgesät und andere, wie Mais, Rüben, Sommergetreide oder Kartoffeln erst im Frühjahr? Wintergetreide kann Kälte und Frost bis zu einem gewissen Maß vertragen; ja, es braucht sogar einen Kältereiz im Winter, damit es im Frühjahr richtig mit dem Wachstum loslegen kann. Deshalb sät man dieses schon im Herbst aus. Andere Pflanzen vertragen hingegen keinen Frost. Mais oder Kartoffeln beispielsweise würden bei Frosttemperaturen erfrieren.

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