Erdgastransportleitung zwischen Datteln und Herne: Landwirte verständigen sich mit Thyssengas auf Rahmenvereinbarung

04. Juli 2017

Steinmann: „Schutz landwirtschaftlicher Flächen hat für den WLV oberste Priorität“

Recklinghausen <WLV> Der Landwirtschaftliche Kreisverband Recklinghausen hat sich gemeinsam mit dem Unternehmen Thyssengas auf einen Rahmenvertrag über die Bauweise und Entschädigung für eine Erdgastransportleitung zwischen Datteln und Herne verständigt. Die STEAG GmbH (STEAG) plant, am Kraftwerksstandort in Herne ein hocheffizientes, gasbefeuertes Kraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung zu errichten. Die Inbetriebnahme ist für 2021 geplant. Wegen eines fehlenden leistungsfähigen Anschlusses an das Ferngasnetz, soll deshalb auf einer Länge von 22 Kilometern zwischen Datteln und Herne (über Oer-Erkenschwick, Recklinghausen und Herten) eine Erdgastransportleitung errichtet werden. Von dem beabsichtigten Leitungsverlauf werden vor allem landwirtschaftliche Flächen berührt. Vor diesem Hintergrund trafen sich jetzt Grundstückseigentümer bzw. Pächter mit Verantwortlichen der Thyssengas, um gemeinsam nach landwirtschaftsverträglichen Lösungsansätzen zu suchen. Im Fokus der intensiven und konstruktiven Verhandlungen standen insbesondere Fragen zum Bodenschutz und zu Methoden, um den Verlust landwirtschaftlicher Flächen zu vermeiden.

„Flächenschutz hat für uns Bauern oberste Priorität. Beim Bau der Erdgasleitung ist uns besonders an einer landwirtschaftsverträglichen Verlegung der Leitung und Gestaltung von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen gelegen. Gemeinsam müssen wir den verträglichsten Weg für Mensch und Natur finden“, machte Friedrich Steinmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, deutlich. „Fachleute für Naturschutz, Forsten und Landwirtschaft sind sowohl in die Planung, den Bau als auch in der späteren Betriebsphase eng eingebunden“, erklärt Thyssengas-Chef Bernd Dahmen. „Unser Ziel ist es stets, Eingriffe in die Natur so gering wie möglich zu halten“, so Dahmen weiter.

Nach der Fertigstellung der Gasleitung (Bauphase ab 2019) voraussichtlich 2021 sollen die beanspruchten Flächen demnach rekultiviert und renaturiert werden. Dabei wird Thyssengas unter anderem drei Jahre lang die Kosten für die Aussaat einer tiefwurzelnden Zwischenfrucht übernehmen, um die Bodenstabilität wieder herzustellen. Ferner verständigten sich Landwirte und Thyssengas darauf, dass das Leitungsrohr 1,20 Meter tief im Boden verlegt wird.

Durch Unterzeichnung der Vereinbarung hatten der Landwirtschaftliche Kreisverband und die Thyssengas GmbH sich auf eine Zusammenarbeit im Sinne einer landwirtschaftsverträglichen Verlegung der Leitung, Planung und Umsetzung von gebotenen Kompensationsmaßnahmen und einer Regelung über Entschädigungszahlungen verständigt. "Im Mittelpunkt beim Abschluss der Vereinbarung steht der Schutz unserer wertvollen landwirtschaftlichen Böden. Im Sinne von Landwirtschaft und Naturschutz gehen wir gemeinsam mit Thyssengas einen zielorientierten Weg", freute sich Friedrich Steinmann nach der Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung. 
 

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