Nachhaltigkeit und Fairtrade

03. März 2017

Gut besuchter Kreisverbandstag

Ruhr-Lippe (wlv). Über viele interessierte Besucher konnte sich der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ruhr-Lippe (Kreis Unna, kreisfreie Städte Bochum, Dortmund, Hamm und Herne) Hans-Heinrich Wortmann am Donnerstagabend freuen. Knapp 500 Bauern, Bäuerinnen sowie weitere Gäste waren zum Kreisverbandstag, zu dem der Landwirtschaftliche Kreisverband Ruhr-Lippe gemeinsam mit seinem Nachbarkreisverband Ennepe-Ruhr/Hagen  in den Freischütz in Schwerte eingeladen hatte, zusammen gekommen.

„Landwirtschaft zwischen Nachhaltigkeit und Kostendruck - Fairtrade auch für die heimischen Bauern?“, über dieses Thema diskutierten die heimischen Landwirte mit dem Präsidenten des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes Johannes Röring, dem Gesamtvertriebsleiter der Westfleisch Hubert Kelliger  und Wolfgang Ehret, Geschäftsführer der Fleischhof Rasting GmbH (EDEKA) als Vertreter des Handels.

„Aus unserem bäuerlichen Selbstverständnis und weil es dabei zentral um den Schutz wertvoller Güter wie Boden, Wasser, Luft und den Schutz der Tiere geht, ist eine Beteiligung der heimischen Landwirtschaft an der Diskussion um Nachhaltigkeit dringend geboten“, sagte der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Hans-Heinrich Wortmann in seiner Begrüßung.

Landwirtepräsident Johannes Röring machte deutlich, dass auf nachhaltiges Wirtschaften und stete Verbesserungen der Focus der Landwirtschaft gelegt werden müsse, dieses aber nicht ohne eine wirtschaftliche Betrachtung geschehen könne. „Sorgsam mit unseren Ressourcen in der Natur umzugehen, um die Landwirtschaft generationenübergreifend zu erhalten muss uns etwas wert sein, sowie wir erwarten, dass unsere Produkte wertgeschätzt und anständig bezahlt werden“, sagte er. Das sei Fairtrade.

Hubert Kelliger, der das Schlachtunternehmen Westfleisch vertrat, machte auf den Kostendruck in der Brache aufmerksam. Besonders bei Tierwohlthemen trage der Verbraucher „zwei Seelen in einer Brust“. Bei Umfragen gebe er an, gerne 20  bis 30 Prozent mehr für sein Fleisch zahlen zu wollen, gleichzeitig stimme er aber „mit den Füßen ab“ und kaufe günstige Aktionsware. „Der Preis bleibt der entscheidende Faktor beim Kaufverhalten“, so seine Feststellung.

EDEKA-Vertreter Wolfgang Ehret stimmte dem zu: „Wie müssen uns dem Markt stellen, den Preis bestimmt der Kunde.“ Gleichzeitig sei jedoch auch Transparenz wichtig. „Wenn wir den  Menschen Einblick zu dem gewähren, was wir tun, dann entsteht Vertrauen“, sagte er und führte weiter aus: „Wir müssen zeigen, wie heute Tiere gehalten werden und wie verantwortungsbewusst die heimischen Landwirte arbeiten, deshalb wird unser Unternehmen in diesem Jahr ein Projekt starten, in dem wir möglichst viele Menschen auf die Höfe und in die Ställe holen.“

Landwirtevorsitzender Wortmann ergänzte: „Wir stellen immer wieder fest, dass die Menschen nach einem Besuch im Stall ein viel positiveres Bild davon haben, wie unsere Tiere leben, als vorher.“

Presse-Kontakt

v.l.n.r.: Hubert Kelliger (Westfleisch), Wolfgang Ehret (Rasting GmbH /EDEKA), Johannes Röring (Präsident Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband), Patrick Liste (Moderation)

v.l.n.r.: Heinz-Wilhelm Büscher (Geschäftsführer), Hubert Kelliger (Westfleisch), Johannes Röring (Präsident Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband), Wolfgang Ehret (Rasting GmbH /EDEKA), Hans-Heinrich Wortmann (Kreisverbandsvorsitzender Ruhr-Lippe), Nina Sehnke (Landjugend-Bundesvorsitzende, aus Hagen), Dirk Kalthaus (Kreisverbandsvorsitzender Ennepe-Ruhr/Hagen), Patrick Liste (Moderation)

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