Kreisverbandsvorsitzender Wortmann zur Glyphosat-Entscheidung der EU

28. November 2017

Zulassung für fünf Jahre

Ruhr-Lippe (wlv). Die EU-Kommission hat Glyphosat nach langem Streit am Montag dieser Woche für weitere fünf Jahre zugelassen. „Das ist ein Schritt, den die fachlich-wissenschaftliche Risikobewertung vorgezeichnet hat“, sagt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ruhr-Lippe (Kreis Unna, kreisfreie Städte Bochum, Dortmund, Hamm und Herne)  Hans-Heinrich Wortmann. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) habe sich lange mit diesem Thema beschäftigt und in Folge die gesundheitliche Unbedenklichkeit des Wirkstoffes bestätigt. In Deutschland sei das vor 15 Jahren von der grünen Agrarministerin Renate Künast gegründete Institut die anerkannte Stimme der Wissenschaft.

„Die Glyphosatdebatte war in den letzten Jahren allerdings eher eine politische Frage als eine wissenschaftliche“, sagt Wortmann. Die Begrenzung der Zulassung auf fünf Jahre sei nun eine Minimallösung, die die Unsicherheit zumindest für eine bestimmte Zeit beseitige.

Wortmann macht deutlich, dass die heimischen Landwirte den Wirkstoff Glyphosat, wie alle Pflanzenschutzmittel, verantwortungsvoll und mit nachgewiesener Sachkunde möglichst sparsam einsetzten. Besonders im Bereich des Erosions­schutzes und der pfluglosen Anbauverfahren, könne aktuell jedoch nicht gänzlich auf den Einsatz verzichtet werden. In Deutschland werde Glyphosat zudem nicht – wie beispielweise in den USA - in Ackerkulturen ausgebracht, sondern nur zwischen den angebauten Früchten.

Die nächsten fünf Jahr müssten nun dazu genutzt werden, die möglicherweise noch offenen Fragen wissenschaftlich zu klären, sagt Wortmann und ergänzt: „Ich hoffe nur, dass das Thema nicht ein allein politisches wird.“

 

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