Bürger sorgen für neue Energie

04. Januar 2017

Grünes Licht für weitere Windparks

-wlv/mg- Kreis Steinfurt. Es dreht sich etwas im Kreis: Zwischen Welbergen und Recke werden bald neue Windräder der modernsten Generation klima- und ressourcenschonend Energie gewinnen. In den vergangenen Wochen haben die Bürgerwindparks Uthuisen (Hörstel-Dreierwalde), Lager Feld (Hörstel-Riesenbeck), Altenrheine (Rheine), Mohringhook und Schweringhook (beide Ochtrup-Welbergen) mit der Baugenehmigung durch den Kreis Steinfurt grünes Licht für die Umsetzung ihrer Pläne erhalten. Zuvor hatten bereits die Bürgerwindparks in Recke, Hauenhorst, Neuenkirchen und Mettingen positive Bescheide der Kreisverwaltung erhalten. „Die Genehmigungen stehen am Ende eines langen Planungsprozesses“, erklärt Jörg Uennigmann von der NLF Bürgerwind GmbH mit Sitz im Grünen Zentrum in Saerbeck. Die NLF Bürgerwind begleitet die Bürgerwindparks, die nach den Leitlinien des Kreises Steinfurt ihre Windprojekte umsetzen.

Was genau ist das Besondere an diesen Bürgerwindparks? „Bürgerwindparks sind Windparks, an denen sich neben den Flächeneigentümern und Anwohnern auch ortsansässige Bürgerinnen und Bürger und die Gemeinden oder kommunalen Einrichtungen konzeptionell und finanziell beteiligen können“, heißt es in den Leitlinien des Kreises. Schon 2011 sind die Leitlinien von einer Arbeitsgruppe aus Bürgermeistern, Vertretern der Landwirtschaft, der Stadtwerke und des Amtes für Klimaschutz und Nachhaltigkeit des Kreises Steinfurt entwickelt worden. Sie setzen im Kern auf den moderaten Ausbau der Windenergie im Kreis, der für Mensch und Natur verträglich ist, und eine breite und faire Beteiligung der Bürger an den Windprojekten vorsieht. In Wettringen sind 2016 im Strönfeld und in der Brechte zwei Bürgerwindparks bereits erfolgreich in Betrieb genommen worden.

Erklärtes Ziel der Bürgerwindgesellschaften ist es, möglichst viele Bürger für die Erzeugung von regenerativer Energie aus Wind zu begeistern. Die Bürger sorgen selbst für neue Energie und sollen dabei doppelt profitieren: Mit ihrer Unterstützung gelingt es, die Klimaschutzziele des Kreises Steinfurt als „energieland 2050“ ein gutes Stück voranzubringen. Der Kreis ist auf dem Weg, energieautark zu werden, um sich in Zukunft unabhängig zu machen von fossilen Energieträgern. Windenergie spielt dabei eine Schlüsselrolle.

Die Bürger sollen aber auch finanziell profitieren durch die Vermarktung des direkt vor Ort erzeugten Windstroms. Partner bei der Vermarktung sind die örtlichen und regionalen Stadtwerke. Bei den Finanzierungskonzepten sind die örtlichen Sparkassen und Volksbanken mit im Boot, so dass auch hier die Wertschöpfung in der Region bleibt.

„Die Bürgerinnen und Bürger haben über das Bürgerwindmodell die Chance, selbst Miteigentümer der Anlagen zu werden. Sie haben Stimmrecht und können so mitmachen, mitgestalten und mitbestimmen“, betont Jörg Uennigmann von der NLF Bürgerwind. „Mehrheitsbeteiligungen gibt es in echten Bürgerwindparks nicht.“

Die Initiative zu den Bürgerwindparks im Kreis Steinfurt ist aus der Landwirtschaft erwachsen. Aufgabe der NLF Bürgerwind GmbH ist es, die Interessen der Grundeigentümer zu bündeln, die Bürger vor Ort mit einzubinden und die Bürgerwindgesellschaften so zu begleiten, dass diese auch das Planen, Bauen und Betreiben der Windräder selbst in die Hand nehmen können.

Grundlage für die Planungen ist die Potenzialstudie des Kreises Steinfurt, die 2011 die Gebiete im Kreis beschrieben hat, die aus artenschutzrechtlichen Gesichtspunkten als unbedenklich gelten. Lediglich 1,5 Prozent der Kreisfläche ist so als Potenzialgebiet für Windenergie ausgewiesen. Uennigmann: „Genau in diesen Gebieten haben wir lange geplant und die Bürger in den einzelnen Orten umfassend informiert. Wir haben die Auflagen des Natur- und Artenschutzes sehr ernst genommen und umgesetzt. Jetzt freuen wir uns, dass mit den Genehmigungen die Bauphasen in den einzelnen Orten beginnen können.“

Weitere Informationen zu den Bürgerwindparks im Kreis Steinfurt und den Möglichkeiten der Beteiligungen für Bürgerinnen und Bürger gibt es im Internet unter www.nlf-buergerwind.de.

 

Bild: Die Auflagen des Natur- und Artenschutzes haben die Vertreter der Bürgerwindparks wie hier in Hörstel und Rheine sehr ernst genommen und umgesetzt. Davon konnte sich auch Landrat Dr. Klaus Effing bei einem Ortstermin auf dem ehemaligen Flugplatz Dreierwalde überzeugen.

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