"Wir brauchen Akzeptanz und Vertrauen"

10. Januar 2018

450 Gäste beim Kreisverbandstag in Saerbeck

-wlv/mg- Kreis Steinfurt. Wohin führt der Weg der Landwirtschaft in NRW? Auf diese Frage hatte Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking am Dienstagabend beim Kreisverbandstag des WLV-Kreisverbandes Steinfurt eine klare Antwort. „In die Zukunft. Mit Leidenschaft und in einem Dialog auf Augenhöhe“, lautete die Botschaft der Ministerin an die 450 Landwirte und Landwirtinnen aus ihrem Heimatkreis in Hövels Festhalle in Saerbeck, „Wir müssen uns konstruktiv nach vorne entwickeln“, so Christina Schulze Föcking. Sie beschrieb die Vielfältigkeit der Themenbereiche und Herausforderungen von der Biodiversität über Natur-, Wasser- und Umweltschutz bis zu Verbesserungen in der Tierhaltung, jedoch ohne für notwendige Veränderungen schon Patentrezepte parat zu haben. „Wir brauchen kluge Lösungen. Ökonomie und Ökologie müssen kein Widerspruch sein“, sagte die Ministerin. Sie mahnte eine Politik an, in der nicht die Ideologie regiere, sondern wissenschaftliche Erkenntnisse insbesondere auch bei der Tierhaltung zu Fakten gemacht würden, und forderte: „Der mangelnde Respekt vor den Leistungen der Landwirtschaft muss dringend zurückgedreht werden.“

Das bestärkte der Kreisverbandsvorsitzende Johann Prümers  „Akzeptanz und Vertrauen sind für uns ein wichtiges Fundament“, so Prümers. Die Landwirtschaft sei bereit zu Veränderungen. Vielfältig engagierten sich die Bauernfamilien für Natur- und Umweltschutz, bei Biodiversitätsmaßnahmen sei der Kreis Steinfurt ganz weit vorne. „Aber niemand will das zur Kenntnis nehmen“, beklagte Prümers. „Bei der Werbung um Touristen ist die Agrarlandschaft des Münsterlandes eine Parklandschaft, bei der Diskussion um Landwirtschaft wird dasselbe Gebiet zur Monokultur und Biodiversitätswüste.“

Für den Kreis Steinfurt sei die Landwirtschaft ein unverzichtbarer Partner, wenn es um Maßnahmen zum Natur- und Umweltschutz gehe, machte Landrat Dr. Klaus Effing deutlich. „Landwirtschaft und Verwaltung stehen im Kreis Steinfurt im Dialog und haben in den vergangenen Jahren gemeinsam viele Ziele erreicht“, betonte der Landrat und wies auf die enge Zusammenarbeit in der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie, bei der Windenergie und dem „Runden Tisch Biodiveristät“ hin. „Sie leisten als Landwirtschaft viel mehr, als wir als Kreisverwaltung das in einzelnen Projekten machen können“, erklärte Dr. Effing. „Ich vertraue der Landwirtschaft und ich zähle auf sie.“

Über die umfangreichen Dienstleistungen für die rund 4200 Mitgliedsbetriebe in der Geschäftsstelle im Grünen Zentrum berichtete Kreisgeschäftsführer Franz-Georg Koers in seinem Tätigkeitsbericht. Klar positionierte sich Koers zur Frage der Stalleinbrüche: „Das ist Hausfriedensbruch. Denn es ging bei den Stalleinbrüchen in unserem Kreis nicht um Tierschutz, sondern um die Diffamierung bestimmter Personen.“

Wohin führt der Weg für die Landwirtschaft? Eine eigene Antwort fanden Patrick Löcken und Sebastian Gehring vom Junglandwirteforum in ihrem Schlusswort: „Wir brauchen optimistisches Denken, damit der Spaß am Beruf nicht verloren geht. Eins ist sicher: Landwirtschaft hat Zukunft - auch im Kreis Steinfurt.“

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