Antibiotika-Datenbank: Therapiehäufigkeit sinkt

16. Februar 2016

Erste Ergebnisse sichtbar

Um in den Rinderbeständen den Herpesvirus auszumerzen, regelt in NRW seit Ende 2014 eine neue Landesverordnung die verschärfte Bekämpfung der Seuche mit dem Ziel, durch die EU als BHV1-freies Bundesland anerkannt zu werden. Mittelfristig soll in allen Bundesländern das Virus in den Rinderherden ausgemerzt und ganz Deutschland von der EU als BHV-1-frei anerkannt werden

Beim Jahresgespräch wurden auch in Sachen Abwasserpilz klare Worte gesprochen: "Was nicht ins Wasser gehört, darf da auch nicht rein“, so Hermann-Josef Schulze-Zumloh. Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes nahm deutlich Stellung zu der Tatsache, dass derzeit an etlichen Stellen im Münsterland Abwasserpilze gefunden werden. „Wo die Landwirtschaft Verursacher ist und nachbessern muss, wird sie es tun. Wir müssen Wert legen auf saubere Hofstellen“, so der Landwirt. Eine klare Positionierung, die die Kreisverwaltung ebenfalls einnimmt: „Wir möchten ein Information-Blatt herausgeben mit konkreten Beispielen, was ein Landwirt auf seinem Hof verbessern kann, um mögliche Einträge ins Wasser zu vermeiden“, so Landrat Dr. Olaf Gericke. In Kürze soll das Papier mit anderen Münsterlandkreisen abgestimmt werden.


Seit Sommer 2014 müssen alle Landwirte mit Masttieren ab einer bestimmten Bestandsgröße in eine Antibiotika-Datenbank eintragen, welche Antibiotika verabreicht wurden. Aus den eingetragenen Daten wird die Therapiehäufigkeit ermittelt. Hieraus ergibt sich, ob für den jeweiligen Bestand wenig oder viel Antibiotika im Vergleich zu anderen Betreiben verabreicht wurden. Bei auffälligen Betrieben erstellen die Landwirte mit ihren Tierärzten nach ausführlicher Ursachenforschung gezielt Maßnahmenpläne. "Bis zum 31. Januar 2016 waren die Maßnahmenpläne für den zweiten Durchgang einzureichen. Ein Vergleich der Daten zwischen dem ersten und zweiten Durchgang zeigt, dass sich die Therapiehäufigkeit schon verringert hat. Ich gehe davon aus, dass die ergriffenen Maßnahmen zu einer weiteren Verringerung des Antibiotikaeinsatzes in unserem Kreisgebiet führen werden", so Dr. Andreas Witte.

„Im Bereich Artenschutz haben wir schon viel getan“, berichtete Naturschutz-Amtsleiter Heinz-Jürgen Müller und nannte als Beispiele Kiebitz und Rohrweihe. Weitere Maßnahmen werden gemeinsam mit der Landwirtschaft fortgeführt. Die Artenschutzthemen werden am „Runden Tisch Biodiversität“ auch mit Vertretern der Biologischen Station und der Naturschutzverbände erarbeitet.
Für den in Aufstellung befindlichen Landschaftsplan Sendenhorst-Albersloh  sagte der Kreis zu, das Verfahren in bewährter Art und Weise abzuarbeiten.

Das Bild zeigt die Vertreter von Landwirtschaft und Kreisverwaltung nach ihrem Jahresgespräch (v.l.): Heinz-Jürgen Müller (Leiter Amt für Planung und Naturschutz), Ulrich Bultmann (Geschäftsführer LWK Waren-dorf), Dr. Andreas Witte (Leiter Kreisveterinäramt), Landrat Dr. Olaf Gericke, Hermann-Josef Schulze-Zumloh (Kreisverbandsvors.),
Dezernent Friedrich Gnerlich, Ordungsdezernentin Petra Schreier, Carsten Rehers (Leiter Kreisumweltamt), Karl Werring (Kreisland-wirt), Dr. Matthias Quas (Geschäftsführer Kreisverband).
 

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