Wetter hinterlässt schlimme Spuren

28. September 2017

Mit Spitzenerträgen hatten die heimischen Landwirte in diesem Jahr bei der Maisernte gerechnet – doch wieder machte ihnen das Wetter einen Strich durch die Rechnung: „Der Mais stand hervorragend. Wir haben auf die Champions League gehofft. Aber als Sturm ‚Sebastian‘ vor 2 Wochen über unsere Felder zog und den Mais vielerorts plattlegte, konnten wir nur noch die zweite Liga einfahren“, bedauert Hermann-Josef Schulze-Zumloh, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Warendorf.
Ganz anders das Wetter im Juni – aber mit ähnlich großen Folgen: Die heißen Tage zum Sommerbeginn setzten Weizen und Triticale mächtig zu. „Die Ernteerträge sind quasi in der Sonne zerronnen“, so der Landwirt und betont: „Wir können ackern, wie wir wollen: Am Ende sind wir immer vom Wetter abhängig“.
Dass es dennoch zufriedenstellende Ernteerträge gab, dafür sind die Landwirte dankbar. Sichtbarer Ausdruck ist die Erntekrone, die in diesem Jahr von Landwirten, Landfrauen und Landjugend in Telgte gebunden wurde und am Donnerstag Landrat Dr. Olaf Gericke überreicht wurde. „Sie ist gleichzeitig Symbol für die gute Zusammenarbeit zwischen Kreis und Landwirtschaft“, so der Landrat und betonte: „Landwirtschaft und Kreisverwaltung pflegen seit Jahren den Dialog. Wir reden nicht übereinander, sondern miteinander.“ Ein Miteinander, das sich bewährt hat, etwa beim Kiebitzschutz, bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie oder ganz aktuell beim Breitbandausbau.

Welche Folgen die Wetterkapriolen für die Landwirtschaft haben, skizzierten auch Kreislandwirt Karl Werring und Martin Wickensack, Ortsverbandsvorsitzender in Telgte. So leuchte der Weizen in der Erntekrone auch nicht mehr goldgelb, sondern zeige mit seiner dunklen Färbung deutliche Spuren heftiger Regengüsse während der Ernte.
Während die Ernte früher mehrere Wochen dauerte, ist sie heute in wenigen Tagen erledigt. In kurzen Zeitfenstern werden große Erntemengen vom Feld zum Hof, zum Handel oder zum Verarbeiten gefahren. Die Maschinen, die dafür eingesetzt werden, sind in den letzten Jahren immer größer und leistungsfähiger geworden. Um den Druck der schweren Maschinen auf den Ackerboden zu minimieren und den Boden schonender zu bearbeiten, fahren die landwirtschaftlichen Maschinen größtenteils mit großvolumiger Bereifung und niedrigem Innendruck. Das macht sie deutlich langsamer, als vergleichbare Lkw. Auch eine Verschmutzung der Straßen ist während der Erntearbeit nicht immer zu vermeiden, wobei sich die Landwirte um unmittelbare Säuberung der Straßen bemühen. Die Landwirte danken daher allen Verkehrsteilnehmern für ihr Verständnis.
Übrigens: In Sachen Landwirtschaft nimmt der Kreis Warendorf eine Spitzenpositionen ein: Rund 70 Prozent der gesamten Kreisfläche werden landwirtschaftlich genutzt. Im übrigen NRW liegt die Nutzung bei lediglich 50 Prozent. Im heimischen Kreis beackern demnach 2075 Betriebe rund 85.000 ha Fläche.

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