Erhalt und Pflege von Gewässern hat für Landwirte oberste Prämisse

11. August 2017

Messwerte lassen keine höheren Kosten für Trinkwasseraufbereitung erwarten

Münster <wlv> Die Landwirte in Westfalen-Lippe nehmen die Sorge in der Bevölkerung um eine Belastung von Trinkwasser durch Nitrat sehr ernst. Mit der im vergangenen Herbst verabschiedeten Offensive Nachhaltigkeit haben sich die Landwirte insbesondere auch im Bereich des Gewässerschutzes zu einer Maßnahmenausweitung zugunsten von Gewässern verpflichtet. So soll der bedarfsgerechte Einsatz von Wirtschafts- und Mineraldünger weiter vorangebracht werden, eine Initiative zur Vermeidung von Punkteinträgen in Gewässer gestartet und die Gewässerentwicklung im Rahmen der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) vorangebracht werden.

Gleichwohl reagiert der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband mit Unverständnis auf die jüngste Berichterstattung über eine Nitratbelastung des Grundwassers und dem damit verbundenen Ansteigen des Trinkwasserpreises. „Der Umweltbericht des NRW-Ministeriums von 2016 belegt statistisch, dass ein deutlicher Trend zu geringeren Nitratkonzentrationen verzeichnet wird“, so Johannes Röring, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes. Auch der Nitratbericht der Bundesregierung belegt deutlich, dass keine Tendenz erkennbar ist, wonach die Qualität des Grundwassers in Deutschland schlechter werde. Im Gegenteil, immer mehr Messstellen wiesen geringere Nitratgehalte im Grundwasser auf.

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband geht davon aus, dass Wasserversorger weiterhin keine massiven und zusätzlichen Investitionen in die Aufbereitung tätigen müssen. „Wir Landwirte ruhen uns deshalb aber nicht aus, sondern treten auch weiterhin für den Schutz des Wassers ein. Wir übernehmen Verantwortung für Natur und Umwelt. Der Schutz des wertvollen Bodens hat oberste Prämisse für unsere Arbeit auf den Feldern, denn er ist Grundlage für gesunde Lebensmittel“, sagt Johannes Röring. 

Die Ausbringung von Gülle unterliegt strengen gesetzlichen Vorschriften und wurde zuletzt durch die neue Düngeverordnung noch verschärft. Die damit verbundenen Beschränkungen und Verbote haben enorme Auswirkungen für den Landwirt und seine künftige Düngung und werden einen signifikanten Beitrag zur weiteren Verringerung von Nitrateinträgen leisten. Die Landwirte in Westfalen-Lippe machen sich seit vielen Jahren für den Gewässerschutz stark und engagieren sich vor Ort in Wasser- und Bodenverbänden, um die Pflege und Entwicklung von Gewässern zu begünstigen. Auch Uferrandstreifen tragen dazu bei, Nährstoffeinträge in das Wasser zu vermeiden. Sie bilden eine Schutzzone zwischen bewirtschafteten Flächen und angrenzenden Gewässern.

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