WLV fordert Ende von EU-Schlachttiertransporten in Drittländer

21. November 2017

Münster <wlv>  Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) fordert ein Ende des Transports von Schlachttieren aus der EU in die Türkei und den Nahen Osten. In einer Reaktion auf eine Vorab-Berichterstattung zur ZDF-Dokumentationsreihe "37 Grad", in der heute ein Beitrag mit der Überschrift "Geheimsache Tiertransporte - Wenn Gesetze nicht schützen" gesendet werden soll, kritisiert der Verband die dokumentierten unhaltbaren Zustände auf Transportschiffen und LKW.

 „Die verstörenden Bilder zeigen, dass Tierwohlaspekte bei Schlachtviehexporten aus der EU trotz klarer EU-Regelungen offenbar kaum noch eine Rolle spielen, sobald die Tiere die EU-Außengrenzen erreichen. Ich appelliere daher an die Politik, den Bund und die Europäische Union, gesetzliche Regelungen zu schaffen, die den Transport von Schlachttieren nach Drittländern gänzlich verbieten“, so WLV-Präsident Johannes Röring. 

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband weist darauf hin, dass der Transport von Schlachtrindern aus der EU durch umfangreiche Rechtsvorschriften zum Schutz von Tieren geregelt ist. So darf niemand eine Tierbeförderung durchführen, wenn den Tieren dabei Verletzungen oder unnötiges Leiden zugefügt werden könnte. Tiere dürfen nur transportiert werden, wenn sie im Hinblick auf die geplante Beförderung transportfähig sind und wenn gewährleistet ist, dass ihnen unnötige Verletzungen und Leiden erspart bleiben. Darüber hinaus haben auf europäischer Ebene Organisationen aus der Land- und Tierärzteschaft, der Viehhandelsverbände und der Schlachtunternehmen vor Jahren Leitlinien ausgearbeitet, welche die europäischen Rechtsvorschriften ergänzen. Darin werden u.a. Indikatoren festgehalten, die zur Einschätzung dienen, ob ein Tier grundsätzlich transportfähig ist. 

Im Jahr 2016 hat Deutschland etwa 400 Schlachtrinder in Staaten außerhalb der EU exportiert.

 

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