Die Schweinepest rückt näher

WLV rät zu äußerster Vorsicht und konsequenter Hygiene

Die Afrikanische Schweinepest ist ebenso wie die Klassische Schweinepest (KSP) eine hoch ansteckende, anzeigepflichtige Viruserkrankung mit seuchenhaftem Verlauf, die ausschließlich Haus- und Wildschweine befällt. Ein Ausbruch einer dieser Seuchen hätte katastrophale wirtschaftliche Schäden für Schweinehalter zur Folge. Menschen und andere Haustiere können sich nicht anstecken!

Aufgrund der aktuellen ASP-Fälle in Polen weisen wir nochmals auf die ASP-Risikoampel hin, die Schweinehaltern die kostenfreie Möglichkeit bietet, ihre betriebliche Biosicherheit zum Schutz vor der ASP anonym überprüfen zu lassen. Dieses Online-Tool mit 111 Fragen bewertet automatisch, wie stark jeder Aspekt das Risiko eines ASP-Eintrags verringert oder erhöht. Das Ergebnis ist ein nach Ampelfarben visualisiertes Ergebnis, das Auskunft über die erreichte Risikoklasse gibt. In einer Optimierungsanalyse werden alle identifizierten Risikofaktoren ihrer Bedeutung gemäß aufgelistet und konkrete Hinweise zur Umsetzung im Betrieb gegeben. Die Risikoampel finden Sie hier.
 
Die Checkliste vom Friedrich-Loeffler-Institut soll dazu dienen, bestehende Biosicherheitskonzepte in kommerziellen Schweinehaltungen auf mögliche Lücken zu prüfen, ihre Praxistauglichkeit einzuschätzen und bei Bedarf zu optimieren.

Neben Brandenburg baut nun auch Sachsen einen Schutzzaun entlang der Grenze zu Polen zur Abwehr der ASP. Entlang der Lausitzer Neiße wird auf 4,5 km eine erste Barriere aus Elektronetzen inklusive Duftkomponenten aufgebaut. Der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, Uwe Feiler, hat sich an der deutsch-polnischen Grenze ein Bild von den Präventionsmaßnahmen gegen die Afrikanische Schweinepest gemacht. Er hat sich zudem über die von Polen ergriffenen Maßnahmen, die Tierseuche einzudämmen, informiert und dem Nachbarland Hilfe angeboten.

Regeln im Umgang mit der Schweinepest

für Landwirte

  • Keine Speise- oder Küchenabfälle an Haus- und Wildschweine verfüttern
  • Die Schweinehaltungshygiene-Verordnung strikt beachten
  • Sauberkeit und strikte Hygiene auf dem Betrieb einhalten
  • Direkten oder indirekten Kontakt von Haus- zu Wildschweinen unbedingt unterbinden

für Landwirte, die Jäger sind

  • Konsequentes Hygienemanagement auf dem Betrieb einhalten
  • Den Stall nicht mit Jagdbekleidung oder Jagdhund betreten
  • Den Stall nach der Jagd erst nach Dusche und Kleiderwechsel betreten
  • Lebenden oder erlegte Wildschweinen strickt vom Betrieb fernhalten
  • Kontakt von Hausschweinen zu Blut bzw. blutverunreinigten Gegenständen unterbinden

für Saisonarbeitskräfte 

  • Keine Schweinefleisch-Erzeugnisse aus dem Heimatland mitbringen
  • Keine Tiere mit Speiseresten füttern
  • Keine Speisereste in der Natur zurücklassen
  • Schuhe und Kleidung nach einem Bauernhof-Besuch desinfizieren
  • Alle Jagdutensilien zu Hause lassen

Schweinepest rückt näher: Neue Fälle bei Wildschweinen in Westpolen

Die polnischen Behörden haben dem BMEL zwischen den Jahren acht neue ASP-Fälle gemeldet - in einem Fall nur 21 Kilometer von Deutschland entfernt. Damit rückt die Seuche näher. Wir möchten alle Schweinehalter nochmal sensibilisieren, entsprechende Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.

Ein Überblick über die Ausbrüche ist zu finden auf der Karte des FLI. Dort finden sich die Gebiete mit Funden von Schweinepest. Die Karte wird auf der Homepage des FLI wöchentlich aktualisiert.

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ASP: Impfstoff wäre hilfreich

Eine erfolgreiche Bekämpfung der ASP ist nach Auffassung der Bundesregierung nicht unbedingt vom Einsatz eines Impfstoffs abhängig, denn die konventionellen Bekämpfungsmaßnahmen für anzeigepflichtige Tierseuchen würden bei ausreichend hoher Biosicherheit in den Schweinehaltungen besser greifen. Hilfreich für die Bekämpfung der ASP bei Wildschweinen wäre jedoch ein per Schluckimpfung an die Schwarzkittel zu verabreichender Lebendimpfstoff für die Bekämpfung der ASP. Dieser sei jedoch aufgrund des komplexen Virus schwierig herzustellen. Die Bundesregierung ist nach eigenen Angaben mit dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) an entsprechenden internationalen Forschungsprojekten und Initiativen beteiligt, so beispielsweise an der Global African Swine Fever Research Alliance (GARA) oder dem EU-finanzierten Projekt „DEFEND“, das sich mit der Entwicklung neuartiger ASP-Impfstoffe befasst, berichtet agra europe.

Höchste Vorsicht ist geboten

Hubertus Beringmeier, Vorsitzender des WLV-Veredlungsausschusses, rät zur höchsten Vorsicht. Eine Einschleppung nach Deutschland hätte dramatische Folgen.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) veröffentlicht eine Broschüre zur Afrikanischen Schweinepest. Beschrieben sind neben typischen Krankheitsbildern, Infos zur Verbreitung und Prävention der Tierseuche. Eine intensive Wildschweinjagd sei wichtig, um im Falle eines ASP-Ausbruchs das Risiko einer Ausbreitung zu minimieren, so der DJV. Die Broschüre finden Sie hier.

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Maßnahmen beim Seuchenausbruch

Das Friedrich-Löffler-Institut hat ein Merkblatt für Maßnahmen im Falle eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen erstellt.

Dieses Merkblatt können Sie hier herunterladen.

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