Afrikanische Schweinepest in Brandenburg und Sachsen

NEWSTICKER ZUR AFRIKANISCHEN SCHWEINEPEST

Dieser Newsticker wird laufend aktualisiert. 

+++28.05.2021+++
ASP - zweites Kerngebiet bei Frankfurt/Oder
Südlich von Frankfurt an der Oder wurden weitere Wildschweinfunde positiv auf die Afrikanische Schweinepest (ASP) getestet. Das führte nun zur Ausweisung eines zweiten Kerngebiets in unmittelbarer Nähe zur Stadt. Insgesamt ist dies das vierte Kerngebiet in Brandenburg. Sachsen meldet erneut Probleme mit Vandalismus am ASP-Schutzzaun. Politiker appellierten nun nochmals an die Bevölkerung, die Zäune zu respektieren, um eine Ausweitung der ASP zu verhindern. Laut des TierSeuchenInformationsSystems (TSIS) gibt es in Deutschland jetzt 1.190 nachgewiesene ASP-Fälle bei Wildschweinen.

+++23.04.2021+++
Brandenburg: Austausch über Schwerpunkte bei der Seuchenbekämpfung
Beim Besuch der Technischen Einsatzleitung zur Bekämpfung der ASP in Brandenburg haben sich die Leitungen der zuständigen Krisenstäbe im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie im Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz (MSGIV) des Landes Brandenburg über den Fortschritt der Bekämpfungsmaßnahmen ausgetauscht. Dabei wurden erneut Notwendigkeiten zur engen Zusammenarbeit bei der Seuchenbekämpfung bekräftigt.

Staatssekretärin Beate Kasch, Leiterin des nationalen Zentralen Krisenstabes Tierseuchen (BMEL): „Unser Ziel ist, dass die ASP schnellstmöglich getilgt wird. Wir haben frühzeitig viele effektive Maßnahmen in die Wege geleitet und sind als Bund im ständigen Austausch mit der Europäischen Kommission und den Bundesländern – insbesondere mit den von der ASP betroffenen Ländern Brandenburg und Sachsen. Es bedarf hier einer nationalen Kraftanstrengung sämtlicher betroffener Akteure: Bund, Länder und Kommunen sind genauso gefragt, wie die Landwirte, Jäger und jeder Bürger. Die schweinehaltenden Betriebe müssen die Biosicherheitsmaßnahmen einhalten und die Jäger die Bejagung intensivieren."

Verbraucherstaatssekretärin Anna Heyer-Stuffer, Leiterin ASP-Krisenstab (MSGIV): „Der enge Austausch mit dem Bundesministerium ist unabdingbar. Inzwischen wurden entlang der Oder-Neiße-Grenze und um die Kerngebiete rund 650 Kilometer Zaun in Brandenburg verbaut. Jetzt kommt es darauf an, dass die Infektionsketten nachhaltig unterbrochen werden. Dazu stehen die Grenzländer Brandenburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern in sehr konstruktivem Kontakt mit dem Bund."

Landestierarzt Dr. Stephan Nickisch, stellv. Leiter ASP-Krisenstab (MSGIV): „Unser Ziel ist die vollständige Entnahme der Wildschweine prioritär aus der Weißen Zone aber auch aus den Kerngebieten. Für die Entnahme werden hier die Einzeljagd, der Fallenfang aber auch die begrenzte Bewegungsjagd genutzt. Hier haben mir die beiden Jagdverbände des Landes Brandenburg ihre volle Unterstützung zugesagt. Den ortsansässigen Jagdausübungsberechtigten danke ich für die Unterstützung insbesondere bei der Fallwildsuche und das Verständnis für die Bekämpfungsmaßnahmen in den zurückliegenden Monaten." 

+++15.04.2021+++
Zaunbau gegen ASP: Brüssel bereit zu finanzieller Beteiligung
Im Kampf gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest sind Zäune, die zum Beispiel Restriktionsgebiete abgrenzen, ein wichtiger Baustein. Der Zaunbau und die Finanzierung fällt in den Zuständigkeitsbereich der Bundesländer. Bundesministerin Julia Klöckner hatte den Bundesländern zugesagt, sich bei der EU-Kommission für Finanzhilfen einzusetzen, damit die Kosten für die Zaunbaumaßnahmen Brüsseler Zuschüsse erhalten. Der Einsatz war erfolgreich: Die Kommission hat nun signalisiert, auf Grundlage der angegebenen Kosten eine Finanzhilfe in Höhe von 9 Millionen Euro für Sachsen und Brandenburg zu gewähren. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unterstützt die Bundesländer auch bei der weiteren Antragstellung.

 

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Ab sofort möglich: Anerkennung als ASP-Statusbetrieb

Im Rahmen der Früherkennung der ASP in der Hausschweinepopulation können schweinehaltende Betriebe bereits vor Ausbruch der ASP freiwillig die Voraussetzungen für die Erlangung des Status erfüllen. Im Falle des ASP-Ausbruchs im Wildschweinebestand und im Falle, dass ein Betrieb im gefährdeten Gebiet liegt, hätte dieser den Vorteil sofort die erleichterten Bedingungen des sogenannten Status wahrzunehmen. Teilnehmende Betriebe können damit den Status ASP erlangen und so ihre Schweine einfacher in freie Gebiete verbringen.

Um den Status zu erhalten, müssen die Betriebe in Nordrhein-Westfalen folgende Bestimmungen erfüllen:

  1. Anmeldung des Betriebes bei der Tierseuchenkasse NRW 

  2. Erfüllung der Biosicherheitskriterien im Betriebe

  3. Virologische Untersuchung zumindest der ersten beiden mindestens 60 Tage alten in jeder Produktionseinheit jede Woche verendeten Schweine

  4. Zweimal jährliche klinische Untersuchung der Schweine des Betriebes im Abstand von mindestens vier Monaten

Ausführlichere Informationen entnehmen Sie dem Merkblatt ”ASP Früherkennung und Anerkennung Status NRW“.

Was ist die Afrikanische Schweinepest?

Die Afrikanische Schweinepest ist ebenso wie die Klassische Schweinepest (KSP) eine hoch ansteckende, anzeigepflichtige Viruserkrankung mit seuchenhaftem Verlauf, die ausschließlich Haus- und Wildschweine befällt. Ein Ausbruch einer dieser Seuchen hätte katastrophale wirtschaftliche Schäden für Schweinehalter zur Folge. Menschen und andere Haustiere können sich nicht anstecken!

Aufgrund der aktuellen ASP-Fälle in Polen weisen wir auf die ASP-Risikoampel hin, die Schweinehaltern die kostenfreie Möglichkeit bietet, ihre betriebliche Biosicherheit zum Schutz vor der ASP anonym überprüfen zu lassen. Dieses Online-Tool mit 111 Fragen bewertet automatisch, wie stark jeder Aspekt das Risiko eines ASP-Eintrags verringert oder erhöht. Das Ergebnis ist ein nach Ampelfarben visualisiertes Ergebnis, das Auskunft über die erreichte Risikoklasse gibt. In einer Optimierungsanalyse werden alle identifizierten Risikofaktoren ihrer Bedeutung gemäß aufgelistet und konkrete Hinweise zur Umsetzung im Betrieb gegeben.

Die RISIKOAMPEL finden Sie hier.
 
Die Checkliste vom Friedrich-Loeffler-Institut soll dazu dienen, bestehende Biosicherheitskonzepte in kommerziellen Schweinehaltungen auf mögliche Lücken zu prüfen, ihre Praxistauglichkeit einzuschätzen und bei Bedarf zu optimieren.

Aktuelle Ausbruchszahlen

Einen Überblick über die Ausbrüche der ASP finden Sie auf einer durch das FLI bereit gestellten Karte. Dort sind all die Gebiete mit Funden von Schweinepest aufgeführt.

Die Karte wird auf der Homepage des FLI wöchentlich aktualisiert.

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ASP: Impfstoff wäre hilfreich

Eine Bekämpfung der ASP ist nach Auffassung der Bundesregierung nicht unbedingt vom Einsatz eines Impfstoffs abhängig, denn die konventionellen Bekämpfungsmaßnahmen für anzeigepflichtige Tierseuchen würden bei ausreichend hoher Biosicherheit in den Schweinehaltungen besser greifen. Hilfreich für die Bekämpfung der ASP bei Wildschweinen wäre ein per Schluckimpfung an die Schwarzkittel zu verabreichender Lebendimpfstoff für die Bekämpfung der ASP. Die Bundesregierung ist nach eigenen Angaben mit dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) an entsprechenden internationalen Forschungsprojekten und Initiativen beteiligt, so beispielsweise an der Global African Swine Fever Research Alliance (GARA) oder dem EU-finanzierten Projekt "DEFEND".

Broschüre des Deutschen Jagdverbandes online

Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat eine Broschüre zur Afrikanischen Schweinepest veröffentlicht. Darin werden typische Krankheitsbilder, Infos zur Verbreitung und Prävention der Tierseuche beschrieben. Die Broschüre des Deutschen Jagdverbandes finden Sie hier.

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Maßnahmen beim Seuchenausbruch

Das Friedrich-Löffler-Institut hat ein Merkblatt für Maßnahmen im Falle eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen erstellt.

Dieses Merkblatt können Sie hier herunterladen.

Regeln im Umgang mit der Schweinepest

für Landwirte

  • Keine Speise- oder Küchenabfälle an Haus- und Wildschweine verfüttern
  • Die Schweinehaltungshygiene-Verordnung strikt beachten
  • Sauberkeit und strikte Hygiene auf dem Betrieb einhalten
  • Direkten oder indirekten Kontakt von Haus- zu Wildschweinen unbedingt unterbinden

für Landwirte, die Jäger sind

  • Konsequentes Hygienemanagement auf dem Betrieb einhalten
  • Den Stall nicht mit Jagdbekleidung oder Jagdhund betreten
  • Den Stall nach der Jagd erst nach Dusche und Kleiderwechsel betreten
  • Lebenden oder erlegte Wildschweinen strickt vom Betrieb fernhalten
  • Kontakt von Hausschweinen zu Blut bzw. blutverunreinigten Gegenständen unterbinden

für Saisonarbeitskräfte 

  • Keine Schweinefleisch-Erzeugnisse aus dem Heimatland mitbringen
  • Keine Tiere mit Speiseresten füttern
  • Keine Speisereste in der Natur zurücklassen
  • Schuhe und Kleidung nach einem Bauernhof-Besuch desinfizieren
  • Alle Jagdutensilien zu Hause lassen

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