Afrikanische Schweinepest - Auftreten, Bekämpfung und Vorsorge

NEWSTICKER ZUR AFRIKANISCHEN SCHWEINEPEST

Dieser Newsticker wird laufend aktualisiert. 

+++ 25.07.2022 +++

Ferkeltransporte mit Genehmigung erlaubt

Ab sofort ist das Verbringen von Ferkeln innerhalb der niedersächsischen Überwachungszone mit einer behördlichen Genehmigung erlaubt. Es setzt voraus, dass beide Betriebe derselben Lieferkette angehören. Eine Einigkeit für das Verbringen von Schlachtschweinen wurde bislang noch nicht gefunden.

ASP in Niedersachsen – Die Zahlen im Überblick

  • Ca. 3.500 Ferkel pro Woche vermarktungsfähig
  • Insgesamt fallen 4.500 – 6.000 Schlachtschweine pro Woche an (ca. 400 – 500 t Schweinefleisch)
  • Derzeit liegen im Landkreis Emsland 20 Anträge zur Erteilung einer Transport-Ausnahmegenehmigung vor
  • Behörden starten heute (20.07.) mit Kontrollen der Betriebe aus der Überwachungszone (ASP-Statusbetriebe bleiben wohl vorerst außen vor)

Wann auch die ersten Schlachtschweine aus der Überwachungszone verbracht und geschlachtet werden dürfen ist noch unklar. Derzeit führt das Ministerium in Hannover dazu intensive Gespräche mit der Schlachtbranche, Fleischverarbeitern, Verbänden, dem Landvolk und der ISN.

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Ab sofort möglich: Anerkennung als ASP-Statusbetrieb

Im Rahmen der Früherkennung der ASP in der Hausschweinepopulation können schweinehaltende Betriebe bereits vor Ausbruch der ASP freiwillig die Voraussetzungen für die Erlangung des Status erfüllen. Im Falle des ASP-Ausbruchs im Wildschweinebestand und im Falle, dass ein Betrieb im gefährdeten Gebiet liegt, hätte dieser den Vorteil sofort die erleichterten Bedingungen des sogenannten Status wahrzunehmen. Teilnehmende Betriebe können damit den Status ASP erlangen und so ihre Schweine einfacher in freie Gebiete verbringen.

Um den Status zu erhalten, müssen die Betriebe in Nordrhein-Westfalen folgende Bestimmungen erfüllen:

  1. Anmeldung des Betriebes bei der Tierseuchenkasse NRW 

  2. Erfüllung der Biosicherheitskriterien im Betriebe

  3. Virologische Untersuchung zumindest der ersten beiden mindestens 60 Tage alten in jeder Produktionseinheit jede Woche verendeten Schweine

  4. Zweimal jährliche klinische Untersuchung der Schweine des Betriebes im Abstand von mindestens vier Monaten

Ausführlichere Informationen entnehmen Sie dem Merkblatt ”ASP Früherkennung und Anerkennung Status NRW“.

Was ist die Afrikanische Schweinepest?

Die Afrikanische Schweinepest ist ebenso wie die Klassische Schweinepest (KSP) eine hoch ansteckende, anzeigepflichtige Viruserkrankung mit seuchenhaftem Verlauf, die ausschließlich Haus- und Wildschweine befällt. Ein Ausbruch einer dieser Seuchen hätte katastrophale wirtschaftliche Schäden für Schweinehalter zur Folge. Menschen und andere Haustiere können sich nicht anstecken!

Aufgrund der aktuellen ASP-Fälle in Polen weisen wir auf die ASP-Risikoampel hin, die Schweinehaltern die kostenfreie Möglichkeit bietet, ihre betriebliche Biosicherheit zum Schutz vor der ASP anonym überprüfen zu lassen. Dieses Online-Tool mit 111 Fragen bewertet automatisch, wie stark jeder Aspekt das Risiko eines ASP-Eintrags verringert oder erhöht. Das Ergebnis ist ein nach Ampelfarben visualisiertes Ergebnis, das Auskunft über die erreichte Risikoklasse gibt. In einer Optimierungsanalyse werden alle identifizierten Risikofaktoren ihrer Bedeutung gemäß aufgelistet und konkrete Hinweise zur Umsetzung im Betrieb gegeben.

Die RISIKOAMPEL finden Sie hier.
 
Die Checkliste vom Friedrich-Loeffler-Institut soll dazu dienen, bestehende Biosicherheitskonzepte in kommerziellen Schweinehaltungen auf mögliche Lücken zu prüfen, ihre Praxistauglichkeit einzuschätzen und bei Bedarf zu optimieren.

Aktuelle Ausbruchszahlen

Einen Überblick über die Ausbrüche der ASP finden Sie auf einer durch das FLI bereit gestellten Karte. Dort sind all die Gebiete mit Funden von Schweinepest aufgeführt.

Die Karte wird auf der Homepage des FLI wöchentlich aktualisiert.

Karte öffnen Karte öffnen

ASP: Impfstoff wäre hilfreich

Eine Bekämpfung der ASP ist nach Auffassung der Bundesregierung nicht unbedingt vom Einsatz eines Impfstoffs abhängig, denn die konventionellen Bekämpfungsmaßnahmen für anzeigepflichtige Tierseuchen würden bei ausreichend hoher Biosicherheit in den Schweinehaltungen besser greifen. Hilfreich für die Bekämpfung der ASP bei Wildschweinen wäre ein per Schluckimpfung an die Schwarzkittel zu verabreichender Lebendimpfstoff für die Bekämpfung der ASP. Die Bundesregierung ist nach eigenen Angaben mit dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) an entsprechenden internationalen Forschungsprojekten und Initiativen beteiligt, so beispielsweise an der Global African Swine Fever Research Alliance (GARA) oder dem EU-finanzierten Projekt "DEFEND".

Broschüre des Deutschen Jagdverbandes online

Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat eine Broschüre zur Afrikanischen Schweinepest veröffentlicht. Darin werden typische Krankheitsbilder, Infos zur Verbreitung und Prävention der Tierseuche beschrieben. Die Broschüre des Deutschen Jagdverbandes finden Sie hier.

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Maßnahmen beim Seuchenausbruch

Das Friedrich-Löffler-Institut hat ein Merkblatt für Maßnahmen im Falle eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest bei Wildschweinen erstellt.

Dieses Merkblatt können Sie hier herunterladen.

Regeln im Umgang mit der Schweinepest

für Landwirte

  • Keine Speise- oder Küchenabfälle an Haus- und Wildschweine verfüttern
  • Die Schweinehaltungshygiene-Verordnung strikt beachten
  • Sauberkeit und strikte Hygiene auf dem Betrieb einhalten
  • Direkten oder indirekten Kontakt von Haus- zu Wildschweinen unbedingt unterbinden

für Landwirte, die Jäger sind

  • Konsequentes Hygienemanagement auf dem Betrieb einhalten
  • Den Stall nicht mit Jagdbekleidung oder Jagdhund betreten
  • Den Stall nach der Jagd erst nach Dusche und Kleiderwechsel betreten
  • Lebenden oder erlegte Wildschweinen strickt vom Betrieb fernhalten
  • Kontakt von Hausschweinen zu Blut bzw. blutverunreinigten Gegenständen unterbinden

für Saisonarbeitskräfte 

  • Keine Schweinefleisch-Erzeugnisse aus dem Heimatland mitbringen
  • Keine Tiere mit Speiseresten füttern
  • Keine Speisereste in der Natur zurücklassen
  • Schuhe und Kleidung nach einem Bauernhof-Besuch desinfizieren
  • Alle Jagdutensilien zu Hause lassen

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