Detailregeln Öko-Tierhaltung beschlossen, v.a. die Öko-Geflügelhaltung steht vor Änderungen

09. März 2020

In der vergangenen Woche stimmten die EU Mitgliedsstaaten im „Committee on Organic Production“ neuen Ökoproduktionsregeln zu. Damit sind die Ausführungsregeln für die Öko-Tierhaltung ab 2021 nach langer Diskussion und wichtigen Änderungen definiert.


Beim Öko-Geflügel bleibt der Kaltscharraum (Veranda) auf die nutzbare Stallfläche anrechenbar, wenn er 24 h zugänglich ist und so gegen Kälte und Nässe isoliert und d.h. voraussichtlich mit verschließbaren Wänden gestaltet ist, dass die Tiere vor dem Außenklima geschützt werden können. Für Veranden an sich gilt eine Übergangsfrist von 3 Jahren. In den Volierensystemen sind zukünftig nur noch zwei erhöhte Ebenen neben der Bodenebene zulässig. Nach der Übergangsfrist von 8 Jahren müssen die in Deutschland weit verbreiteten Öko-Geflügelställe mit vier Ebenen um eine Ebene zurückgebaut werden.


Für die vielen Öko-Mastställe in aufgelöster Bauform, die nicht exakt die vorgeschriebene Stallinnenfläche aber dafür große überdachte Übergangsbereiche zum Außenbereich aufweisen, soll die Öko-Expertengruppe der Kommission EGTOP bis 2021 eine Lösung entwickeln. Sie entsprechen derzeit nicht dem Öko-Basisrecht und können daher laut Kommission keine Übergangsfrist bekommen.


Der Einsatz von 30% Umstellungsware in Öko-Mischfutter ist ab 2021 nach Öko-Basisrecht VO 2018/848 nicht mehr zulässig. Auch hierzu wird noch eine Lösung auf politischer Ebene gesucht. Ab 2021 dürfen nach Öko-Basisrecht außerdem nur noch Junggeflügel und Ferkel bis 35 kg mit 5% konventionellen Aminosäuren versorgt werden. Die Knappheit an Öko-Eiweißfuttermitteln wird also zunehmen, da alle Öko-Legehennen ab 2021 zu 100% ökologisch gefüttert werden müssen.


Für die Auslegungsfragen der neuen Regeln sind die Öko-Kontrollbehörden der Bundesländer zuständig.

 

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