Situation auf den Märkten im Fokus

17. September 2021

Der zweite Teil des gestrigen Landesverbandsausschusses stand ganz im Zeichen der ernsten Sorge über aktuelle Entwicklungen auf den Agrarmärkten, insbesondere denen für Fleisch und Milch.

In kurzen Präsentationen und einer Podiumsdiskussion schilderten Vertreter der Molkereiwirtschaft (Detlef Latka, Hochwald), des Agrarhandels (Dr. Dirk Köckler, Vorstandsvorsitzender Agravis Raiffeisen AG) und der Fleischwirtschaft (Clemens Tönnies, Tönnies Holding) die Anstrengungen ihrer Unternehmen, den Spagat zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten zu schaffen.

Tenor der Diskussion mit den Delegierten war, dass sich die Landwirtschaft und die an ihr hängenden Sektoren angesichts unzureichender Erlöse, steigender Kosten und fehlender politischer Perspektiven in einer fundamentalen Krise befinden. Diese könne nur überwunden werden, wenn es zu einer anderen Erlösverteilung innerhalb der Wertschöpfungskette komme und die Politik nach der Bundestagswahl überfällige Entscheidungen anpacke.

Der WLV wird sich mit Nachdruck dafür einsetzen, dass es insbesondere beim Bau- und Immissionsschutzrecht, beim Kartellrecht und bei der Umsetzung der Empfehlungen der Borchert-Kommission und der Zukunftskommission Landwirtschaft zügig Fortschritte gibt.

Besonders intensiv diskutierten die Delegierten die desaströse Situation auf dem Schweinemarkt. Hier müssten umgehend energische Schritte eingeleitet und Krisenhilfen umgesetzt werden, um massive Strukturbrüche zu verhindern. Die Forderungen des WLV (verstärkte Werbung des LEH, Herkunftskennzeichnung mit 5xD, Liquiditätshilfen, Steuerstundungen, energischere ASP-Bekämpfung u.a.) fanden breite Zustimmung.

Daten werden geladen …

powered by webEdition CMS