Erträge durchschnittlich – Qualitäten mäßig - Preise gut

24. September 2021

WLV-Präsident Beringmeier zieht Erntebilanz 2021

Bei der Vorstellung der Ernteergebnisse in Leopoldshöhe (v.l.n.r.): Hermann Graf von der Schulenburg, Bezirksvorsitzender Antonius Tillmann, Bauernpräsident Hubertus Bergingmeier, Vizepräsident Wilhelm Brüggemeier.

Die Erntebilanz 2021 der Bauernfamilien in Westfalen-Lippe fällt gemischt aus. Bei der Erntepressekonferenz des WLV zog Bauernpräsident Hubertus Beringmeier mit Blick auf die Ernte, aber auch die Preissituation bei Milch und Fleisch eine durchwachsene Erntebilanz.

 


» Unsere Probleme dürfen nicht länger auf die lange Bank geschoben werden! «

WLV-Präsident Beringmeier
mit Blick auf die Zeit nach der Bundestagswahl



Insgesamt lag die Getreide- und Rapsernte mengenmäßig unterhalb des langjährigen Durchschnitts und brachte im Mittel mäßige Qualitäten, die aber zu guten Erzeugerpreisen vermarktet werden konnten. "Im Rückblick sind wir alle erleichtert. Es gab reichlich Regen. Die Kehrseite war, dass wir teilweise mit schwierigen Erntebedingungen und Qualitätseinbußen zu kämpfen hatten" sagte Beringmeier am Standort des Saatzuchtunternehmes W. von Borries-Eckendorf GmbH & Co. KG in Leopoldshöhe.

"Die Stimmung in der Landwirtschaft ist aktuell deutlich schlechter, als es das Ergebnis der Ernte erwarten lässt", erklärte Beringmeier. Hierfür gibt es aus Sicht des WLV sowohl wirtschaftliche als auch politische Gründe:

  • Als Folge der Corona-Pandemie leiden wichtige Zweige der Landwirtschaft unter erheblichen Absatzproblemen.
  • Desaströs ist die Lage bei den Schweinehaltern, die zusätzlich durch die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest in Ostdeutschland und einen dramatischen Verfall der Erzeugerpreise betroffen sind.
  • Strukturell leidet die gesamte Landwirtschaft unter der marktbeherrschenden Stellung des deutschen Lebensmitteleinzelhandels innerhalb der Wertschöpfungskette bei Lebensmitteln.

WLV-Präsident Beringmeier forderte daher mit Blick auf die bevorstehende Bundestagswahl:

„Die Lösung zentraler Probleme unserer Bauernfamilien darf nicht länger im Parteienstreit auf die lange Bank geschoben werden. Wenn unsere Gesellschaft eine flächendeckende produktive Landwirtschaft in Deutschland erhalten will, dann muss die neue Bundesregierung schnellstens die Vorschläge der Borchert-Kommission umsetzen und die Leitplanken der Zukunftskommission Landwirtschaft konkretisieren.

Der Umbau unserer Landwirtschaft unter Wahrung ihrer wirtschaftlichen Perspektiven ist ein Mammutprojekt, dass nur dann gelingen kann, wenn es als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden und unterstützt wird. Die Bauernfamilien sind zu Veränderungen bereit, aber sie erwarten zurecht, dass ehrlich mit ihnen umgegangen wird."

Daten werden geladen …

powered by webEdition CMS