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Rukwied: Lebensmittelpreise müssen und werden weiter steigen

29. April 2022

Deutschlands Verbraucher werden für Lebensmittel künftig tiefer in die Tasche greifen müssen. "Die Preise werden und müssen weiter steigen, denn auch die Kosten für uns Landwirte sind massiv gestiegen, sagt DBV-Präsident Joachim Rukwied im Interview mit dem Portal t-online.

Preistreiber seien vor allem die Energie für die Produktion. Stickstoffdünger koste etwa das Vierfache im Vergleich zum Vorjahr. Und auch die Lohnkosten sind gestiegen. "Um überhaupt weiter wirtschaften zu können, müssen wir Bauern diese Kosten weitergeben."

DBV: Deutschland braucht eine Düngemittelreserve

Im Gegensatz zu Europa sehen Marktexperten bereits jetzt für Afrika und auch Teile des arabischen Raums Versorgungslücken. Europa könne in diesem Jahr einen Teil der Lücke schließen. Sicher sei die Versorgung in Deutschland jedoch nur bis ins Jahr 2023.

Um die Versorgungssicherheit auch darüber hinaus zu gewährleisten, müsse die Verfügbarkeit von Düngemitteln, insbesondere mineralischen Düngemitteln, sichergestellt sein. Deshalb fordert der Bauernverband die Bundesregierung auf, jetzt eine Düngemittelreserve anzulegen, ähnlich wie beim Gas.

Forderung: Oberste Priorität im Notfallplan Gas für Ernährungswirtschaft und Düngemittelsektor

Die Angst in der Branche vor einem Gasembargo ist spürbar. In vielen Betrieben ist Gas die Hauptenergiequelle, besonders große Molkereien können ohne Gas nicht arbeiten. Ohne Gas gäbe es also keine Milch, keinen Käse, keinen Quark, sagt Rukwied gegenüber t-online. Die ganze Branche befinde sich daher aktuell in Gesprächen mit Wirtschaftsminister Habeck. „Die Ernährungswirtschaft und der Düngemittelsektor müssen im Notfallplan Gas oberste Priorität bekommen."

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