Wolfsbestand regulieren! Sonst hat Weidetierhaltung keine Chance!

29. April 2022

Bauernverband startet Aktion zum Tag des Wolfes am 30. April

Zum Tag des Wolfes, ausgerufen vom Nabu, setzt der Berufsstand der Euphorie über die Rückkehr des Wolfes die harte Realität entgegen. Mit einer Kampagne in den Sozialen Medien schildern Bäuerinnen und Bauern, die Wolfsrisse bei Pferden, Schafen, Rindern oder Ziegen erlebt haben, ihre Situation.

Am Tag des Wolfes wiederholen DBV und WLV, die Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände, der Bundesverband Deutscher Ziegenzüchter und der Bundesverband für landwirtschaftliche Wildhaltung ihre Forderung nach einer Wolfspolitik ohne weltfremde Verklärung und falsch verstandene Wolfsromantik.

Der Wolfsbestand wächst pro Jahr um 30 Prozent

Mit einer jährlichen Wachstumsrate des Wolfsbestandes von etwa 30 Prozent und fast 4.000 offiziell bestätigten Rissen von Weidetieren im Jahr 2020 einerseits und einem faktischen Scheitern des Herdenschutzes wird die Weidetierhaltung in Deutschland mittelfristig verschwunden sein, wenn nicht jetzt eine aktive Regulierung des Wolfes vorgenommen wird.

Auch wenn die Situation in NRW noch nicht so dramatisch ist wie im Osten oder Norden Deutschlands: Auch im Rheinland und Westfalen-Lippe wächst die Wolfspopulation und mit ihr die Sorge der Bauernfamilien um ihre Weidetiere.

WLV fordert in NRW mehr Mut zum Wolfsmanagement

Die jüngst in Kraft getretene Wolfs-Verordnung weist nach WLV-Einschätzung erhebliche Lücken auf. Bauernpräsident Hubertus Beringmeier fordert mehr Mut zum aktiven unbürokratischen Wolfs-Management in NRW! Diesen Mut hat der WLV in seiner Stellungnahme und in der Verbändeanhörung vor Inkrafttreten der Verordnung eingefordert - allerdings mit wenig Erfolg.

Stattdessen gestaltet sich selbst die Vergrämung von Wölfen durch bürokratische Hürden noch schwieriger und unpraktikabler als ursprünglich vorgesehen. Deshalb wird sich der WLV weiterhin für praktische Lösungen im zentralen Konfliktbereich Wolf/Weidetierhaltung nach Vorbild anderer Bundesländer und EU-Staaten einsetzen.

  

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