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"Müssen alles tun, um die Versorgung sicherzustellen"

06. Mai 2022

Bauernpräsident Beringmeier im Interview

Im Interview mit der Tageszeitung "Die Glocke" hat Bauernpräsident Hubertus Beringmeier über die Herausforderungen des Ukraine-Kriegs für die Bauern in Westfalen-Lippe gesprochen. Oberstes Ziel müsse es jetzt sein, alles zu tun, um die Versorgung mit Nahrungsmitteln zu sichern.

"Russland und die Ukraine gehören zu den wichtigsten Weizenerzeugern weltweit überhaupt", sagt Beringmeier in der heutigen Ausgabe der Tageszeitung. 29 Prozent der weltweiten Weizenausfuhren kämen aus diesen beiden Ländern. 

Schwierig wird es, wenn die Düngemittel fehlen

Noch sei die Lage gut, schwierig werde es ab dem Herbst und vor allem im kommenden Jahr. Dann fehle etwa Mineraldünger, weil Russland als einer der größten Produzenten weltweit keine Düngemittel mehr exportiere. Beringmeier wörtlich: "Wir dürfen dabei auch nicht nur an uns denken: In Entwicklungsländern etwa wird Brot knapp und teuer – mit schlimmen Folgen für die Menschen und die gesellschaftliche Stabilität dort."

Mit Blick auf die vier Prozent zusätzliche Stillegung von Ackerflächen fordert Beringmeier: "Die EU sollte diese geplante Flächenstilllegung angesichts des Krieges in der Ukraine unbedingt aussetzen."

Tierhaltung steht nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion

Zudem betonte er den Stellenwert der Tierhaltung für die Ernährungssicherung. Das Nutzvieh fresse Biomasse, die der Mensch gar nicht verwerten könne. In Westfalen-Lippe sei ein Großteil der Böden überhaupt nicht geeignet für den Anbau von Brotgetreide. Dort könne Futter für die Tiere wachsen. Die Tierhaltung stehe nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Hinzu komme, dass bei der Nahrungsmittelproduktion viele Nebenprodukte anfallen, die wir Menschen nicht verdauen können, wohl aber unsere Nutztiere.

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