"Junge Landwirte sind offen für die Weiterentwicklung der Tierhaltung"

10. Juni 2022

Im Vorfeld des Deutschen Bauerntages nächste Woche in Lübeck hat topagrar.com mit Bauernpräsident Hubertus Beringmeier über die Situation der Nutztierhalter gesprochen. Das Interview ist nachzulesen auf der topagrar.com.

Wir geben die wichtigsten Passagen wieder.

Zu den Aussichten der Schweinehalter in den kommenden Monaten:
"Ich glaube, dass wir den größten Preisdruck auf die Schweinepreise jetzt hinter uns haben. Die Schweinebestände sowie die wöchentlichen Schweineschlachtungen sind zuletzt deutlich gesunken. Bis die Betriebsleiter aber wieder Gewinne erzielen, dauert es noch."

Zur Stimmung unter den Junglandwirten und Junglandwirtinnen:
"Gerade die Jüngeren stehen einer Weiterentwicklung in der Nutztierhaltung in Richtung mehr Tierwohl offen gegenüber. Viele machen sich trotz der derzeit schwierigen Rahmenbedingungen Gedanken darüber, wie sie ihre Ställe umbauen können."

Zur Bedeutung von Tierwohl angesichts von Inflation und steigenden Nahrungsmittelpreisen:
"Viele Verbraucher schauen derzeit noch genauer aufs Geld. Dennoch werden uns die Megatrends Tierwohl, Biodiversität, Klimaschutz etc. erhalten bleiben. Die Situation wird sich dann wieder ändern, wenn die Verbraucher den ersten Preisschock verdaut haben oder sich die Preise wieder ein Stück weit normalisiert haben."

Zu den Eckpunkten der geplanten Tierhaltungskennzeichnung:
"Das ganze Konzept bleibt .. Stückwerk, solange die verpflichtende Herkunftskennzeichnung fehlt und auch die offenen Fragen zum Baurecht und zur Finanzierung nicht geklärt sind."

Zum Einbezug von Gastronomie und Außerhaus-Verpflegung in die Haltungskennzeichnung:
"Um Tierwohl noch breiter in der Fläche umzusetzen, müssen wir diese beiden Bereiche dringend mit in die Pflicht nehmen. Es reicht nicht, Tierwohlware nur im Frischfleischsegment des Handels zu verkaufen. Denn der Anteil am Gesamtmarkt liegt hier nur bei 23 %."

Zum Widerstand der FDP gegen die Finanzierung höherer Tierwohlstandards über Steuern oder Abgaben:
"Der FDP muss klar sein, dass das reine Marktmodell nicht funktionieren wird. Dafür sind die Kräfteverhältnisse in der Branche viel zu ungleich verteilt.... Die FDP kann sich im Koalitionsvertrag nicht zu einer Weiterentwicklung der Landwirtschaft bekennen und dann beim Thema Finanzierung kneifen."

Zum sinkenden Pro-Kopf-Verbrauch bei Schweinefleisch:
"Wenn wir nicht endlich deutlich mehr Geld in die Werbung stecken, laufen wir Gefahr, dass das Schweinefleisch die Zigarette von Morgen wird."

 Das vollständige Interview finden Sie hier (im Plus-Bereich)

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