Noch kein ASP-Impfstoff in Sicht

11. Mai 2022

(AgE) Anlässlich der Frühjahrstagung des BfT referierte u.a. Prof. Martin Beer (Leiter vom Institut für Virusdiagnostik, FLI) über die Möglichkeiten der Entwicklung eines Impfstoffs gegen ASP.

Laut Prof. Beer sind die seit der Corona-Pandemie weltweit bekannten mRNA-Impfstoffe schon vor zehn Jahren zur Behandlung von Tieren entwickelt worden, konnten sich damals aber wegen hoher Kosten nicht durchsetzen. Auch bei der Immunisierung gegen hochansteckende Tierseuchen, wie z.B. die ASP, seien diese modernen Wirkprinzipien leider nicht geeignet, da mRNA-Impfungen in der Regel auf ein einzelnes Immunogen wie das Spike bei SARS-CoV-2 abgestimmt sind. Und hier liegt die Krux, denn das ASP-auslösende Virus weist ein solches eindeutiges „Hauptimmunogen" nicht auf, so Beer. Stattdessen handelt es sich um ein hochkomplexes Pathogen, das mit den neuen Methoden noch nicht adressiert werden könne. Auch eigentlich bewährte Verfahren wie Totimpfstoffe führten bei der ASP nicht zum Ziel, erläuterte Beer. Mehr Erfolg versprechen sich die Wissenschaftler von Lebendimpfstoffen. Hier habe man in den vergangenen zwei Jahren interessante Varianten des Erregers entdeckt, allerdings müsse bei darauf basierenden Impfstoff-Prototypen noch die Langzeitwirkung erforscht werden. Ziel bleibt in jedem Fall eine Impfung, die schnell immunisiert und die über Marker klar von einer natürlichen Infektion unterschieden werden kann. Derartige Impfstoffe habe man beispielsweise bereits gegen die Aujeskysche Krankheit entwickelt.

 

Daten werden geladen …

powered by webEdition CMS