Landwirtschaft kommt in der Schule zu kurz

29. August 2014

Landwirtschaft besser verstehen durch mehr Unterricht auf dem Bauerhof: Das fordern mehr als achtzig Prozent der Befragten der repräsentativen Emnid-Studie.

Emnid-Umfrage ist ein starkes Plädoyer für mehr Agrar-Themen im Unterricht.

Die Landwirtschaft kommt im Schulunterricht zu kurz. Das beklagt mehr als die Hälfte der Bundesbürger. Sie wünschen sich eine stärkere Berücksichtigung landwirtschaftlicher Themen in den Schulen. Zwei Drittel fordern sogar, diese Themen sollten verpflichtend unterrichtet werden. Das hat eine repräsentative Emnid-Umfrage ergeben, die im Auftrag des gemeinnützigen Vereins information.medien.agrar e.V. durchgeführt wurde. Träger des Vereins sind unter anderem die Landesbauernverbände.

Tierhaltung und Pestizide sind keine relevanten Themen

Artgerechte Tierhaltung oder der Einsatz von Pestiziden sind keine Themen, die im Unterricht vorrangig behandelt werden sollten. Sie waren gerade einmal für fünf Prozent der Befragten relevant. Stattdessen sehen 16 Prozent der Bundesbürger Nachholbedarf in Fragen der richtigen Ernährung, der Erzeugung und Herkunft von Lebensmitteln. Für 13 Prozent sollten Themen der Bio-Landwirtschaft mehr als bisher in die Lehrpläne einfließen. Die Umwelt und der Umweltschutz in der Landwirtschaft sind immer noch für zwölf Prozent der Befragten ein wichtiges Unterrichtsthema.

Vor allem Junge und Alte fordern Änderung der Lehrpläne

Der Unterricht über die Produktion unserer Lebensmittel, die Vermittlung von Wissen über das Leben in der Landwirtschaft und deren Bedeutung für die Gesellschaft sollten nicht wenigen engagierten Lehrern überlassen bleiben, meint die Mehrheit der Bundesbürger. 68 Prozent halten es für wichtig, dass Agrar-Themen Pflichtstoff werden und die Lehrpläne entsprechenden Schulunterricht vorschreiben. Erstaunlich dabei: 69 Prozent der 14- bis 29jährigen Befragten teilen diese Auffassung, aber nur 45 Prozent der 30- bis 39jährigen, während Befragte über 40 Jahren mit mehr als siebzig Prozent zustimmen.

Dringender Korrekturbedarf am Bild der Landwirtschaft

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass die Mehrheit der Bundesbürger die Auffassung vertritt, dass im Unterricht derzeit kein realistisches Bild der Landwirtschaft vermittelt wird. 59 Prozent der Befragten sind dieser Ansicht. Bei den Befragten, die in einem Haushalt mit Kindern leben, fällt dieses Urteil noch deutlicher aus: Mehr als zwei Drittel zweifeln die Realitätsnähe an. Dieses Ergebnis zeigt: Je mehr Kontakt zur Schule besteht, umso größer ist das Bewusstsein, dass der Unterricht kein wirklichkeitsgetreues Bild der Landwirtschaft vermittelt.

Wege in die Praxis sind Wege aus der Misere

Ein praxisorientierter Unterricht kann eine Lösung für die Bildungsmisere bei landwirtschaftlichen Themen an unseren Schulen sein. Diese Auffassung vertritt mit mehr als achtzig Prozent der Befragten eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger. Sie plädiert für landwirtschaftsbezogene Projektarbeit, Besuche auf Bauernhöfen, gemeinsames Kochen und Schulgartenarbeit. Selbst ein Schulpraktikum auf einem Bauernhof zur Berufsorientierung wird noch von mehr als der Hälfte der Bundesbürger befürwortet.

Die deutschen Landwirte sind bereit, Schulklassen zu empfangen. Dies zeigt unter anderem die Initiative des "Lernort Bauernhof" in Westfalen-Lippe. Über 600 heimische Bauernhöfe öffnen ihre Hoftore für Schulklassen und Kindergartengruppen.

Download der Umfrageergebnisse (PDF, 330 kB)

 

600 Betriebe in Westfalen-Lippe machen mit beim "Lernort Bauernhof"

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Der Verein information.medien.agrar e.V. stellt
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Lehrmaterialien von der Elementar-
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