Derzeit kommen die Agrarminister der EU - eingeladen von Agrarministerin Julia Klöckner - zu einem informellen Treffen in Koblenz zusammen. Auf dem Programm des Treffens stehen die Folgen der Corona-Pandemie für die Landwirtschaft, die Einführung eines europaweit verbindlichen Tierwohlkennzeichens sowie strengere Regeln auf EU-Ebene für Tiertransporte in Drittstaaten.

Der DBV begleitet mit seinen Landesbauernverbänden das Treffen aktiv und bundesweit. In mehreren Videobotschaften erläutern die Präsidenten der Landesbauernverbände die Kernanliegen ihrer Bäuerinnen und Bauern. Bauernpräsident Hubertus Beringmeier forderte in seiner Videobotschaft, dass die hohen Produktionsstandards der deutschen Bauern, zum Beispiel im Umweltrecht und beim Tierwohl, auch vergütet werden. Dies müsse mit dem Wettbewerbs- und Beihilferecht der EU sowie internationalen Handeslabkommen abgestimmt werden.

In 7 Punkten hat der DBV seine Kernanliegen an das Treffen der Agrarminister formuliert. Für diese Positionen hat DBV-Präsident Joachim Rukwied als oberster Vertreter des europäischen Bauernverbandes COPA/COGECA in den vergangenen Wochen in Hintergrundgesprächen geworben. Rukwied ist, so wie eine Vielzahl von Bauern- und Verbraucherorganisationen, am Tagungsort präsent.

Kernanliegen im Detail

  1. Aus der Corona-Krise lernen: Ernährungssicherung voranstellen
    Die Corona-Krise zeigt, wie wichtig eine eigenständige, wettbewerbsfähige und qualitativ hochwertige Erzeugung von Lebensmitteln durch europäische Bauern ist.
  2. Bedarfsgerechter Pflanzenschutz und Düngung zur Sicherung der Ernten
    Die EU muss in der Farm to Fork-Strategie und in der Biodiversitätsstrategie auf Lösungsstrategien statt auf politisierte Reduktionsziele setzen.
  3. Entscheidung über die GAP-Förderung zügig treffen
    Nur wirtschaftlich stabile Betriebe können die Erwartungen nach mehr Umwelt- und Naturschutz sowie Tierwohl erfüllen.
  4. Gemeinsame Standards im Gemeinsamen Markt
    Für einen fairen Wettbewerb im Binnenmarkt müssen die Standards der Erzeugung stärker vereinheitlicht werden.
  5. Mehr Tierwohl über eine Haltungs- und Herkunftskennzeichnung
    Das hohe Niveau europäischer Agrarprodukte muss für Verbraucher sichtbarer werden.
  6. Honorierung für höhere Anforderungen bei Umwelt und Tierwohl
    Statt diese Kosten auf die Landwirte abzuwälzen, muss ein Ausgleich für zusätzliche Leistungen im Ressourcenschutz und für mehr Tierwohl geschaffen werden.
  7. Klimaneutrale EU 2050 ist nur mit der Land- & Forstwirtschaft erreichbar

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