Das ändert sich bei der Sozialversicherung für die Landwirtschaft

12. Dezember 2013

Landwirtschaftliche Alterskasse: Befreiung Ehegatte

Ehegatten von Landwirten konnten bisher eine rückwirkende Befreiung von der Versicherungspflicht zur Alterskasse nur dann erreichen, wenn Sie den Befreiungsantrag innerhalb von drei Monaten nach Eheschließung gestellt haben. Ging der Antrag verspätet bei der Alterskasse ein, war der Antragseingang maßgebend für den Beginn der Befreiung. Betroffen waren davon ca. 2.000 Fälle mit einer Beitragsnachzahlung von rund 6 Millionen Euro.

DBV und WLV ist es gelungen die bis zum Aug. 2010 geltende Regelung wieder herzustellen. Der Antrag auf eine rückwirkende Befreiung muss nicht mehr innerhalb der 3-Monats-Frist nach Eheschließung gestellt werden. Entscheidend ist wieder der Zeitpunkt der Bekanntgabe des Bescheids über die Feststellung der Versicherungspflicht als Ehegatte eines Landwirts.
Die Gesetzesänderung tritt rückwirkend zum 11. August 2010 in Kraft. Dies hilft den Ehegatten, die hohe Beitragsnachzahlungen zu leisten hatten. Die landwirtschaftliche Alterskasse bearbeitet die Fälle ohne besonderen Antrag. Bereits gezahlte Beiträge werden zurückerstattet.

Landwirtschaftliche Alterskasse: Beitrag 2014 steigt um fünf Euro

Der Beitrag zur LAK steigt von 222 auf 227 Euro.

Landwirtschaftliche Krankenkasse: Höhere Beiträge im Jahr 2014

Da es 2014 zu einem zusätzlichen Bedarf der Landwirtschaftlichen Krankenkasse kommt und keine Rücklagen mehr zur Verfügung stehen, wird es zukünftig ab 2014 ein tendenziell höheres Beitragsaufkommen geben. In den vergangenen drei Jahren wurden die Beiträge zur LKK durch eingesetzte Rücklagen deutlich abgesenkt.

Beitrag zur Berufsgenossenschaft erhält einheitlichen Maßstab

Ab dem 1. Januar 2013 wird bei der SVLFG ein einheitlicher Beitragsmaßstab zu Grunde gelegt. Die sich daraus ergebenden Beiträge werden erstmals 2014 erhoben. Demnach zahlen alle Mitglieder einen Grundbeitrag von min. 60 und maximal 240 Euro. Dieser orientiert sich an der Unternehmensgröße. Zusätzlich wird ein risikoorientierter Beitrag erhoben.

Mitgeteilt werden diese neuen Beiträge voraussichtlich im März. Die in vielen Fällen eintretenden Beitragsveränderungen sollen bis 2018 stufenweise angeglichen werden. Eine Härtefallregelung für überproportionale Steigerung ist vorgesehen. Sobald wir neue Informationen zur genauen Berechnung des neuen Beitrages haben, werden wir Sie informieren.

Trotz der Beitragssteigerung ist die landwirtschaftliche Sozialversicherung immer noch günstiger als die allgemeine Sozialversicherung. Eine Integration der landwirtschaftlichen  Sozialversicherung in die allgemeine Sozialversicherung hätte höhere Beiträge für die landwirtschaftlichen Familien zur Folge. Die landwirtschaftliche Sozialversicherung deckt die konkreten Bedürfnisse der Landwirte und schließt die Versicherungslücken der konventionellen Sozialversicherung. Auch eine privatwirtschaftliche Versicherung als Ersatz oder Ergänzung sollten sich Versicherte in der Landwirtschaft gut überlegen und eingehend bei uns beraten lassen.

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