Tierhalter aufgepasst: Mast-Tiere melden!

18. November 2014

Erstmeldung gemäß Arzneimittelgesetz: QS-Meldung reicht nicht

Unter Tierhaltern herrscht aktuell Verunsicherung hinsichtlich der korrekten Erstmeldung gemäß Arzneimittelgesetz (kurz: AMG). Der WLV-Kreisverband klärt auf.

Bis zum 01.07.2014 mussten alle Betriebe, die Tiere zur Mast halten, ihre Erstmeldung nach dem neuen Arzneimittelgesetz (kurz: AMG) machen. Wie die Kreisveterinärbehörde dem WLV-Kreisverband mitgeteilt hat, haben viele Landwirte diese Meldung noch nicht erledigt. Der Kreisverband rät seinen Mitgliedern daher: An dieser (Erst)meldung kommen Sie als Betrieb nicht vorbei. Bei Nichtmeldung müssen Sie mit Bußgeldern rechnen! Diese Meldung muss zusätzlich zur QS-Meldung erfolgen. Für das neue AMG sollten Sie daher unbedingt jetzt bis spätestens 30. November melden.

Welche Betriebe sich melden müssen (nach § 58a Abs. 1 AMG):

Berufs- und gewerbsmäßige Halter (auch im Nebenerwerb) von Mastrindern, Mastschweinen, Mastputen und Masthähnchen, wenn im Durchschnitt eines Kalenderhalbjahres mehr als

  • 20 Mastkälber bis zum Alter von 8 Monaten,
  • 20 Mastrinder ab einem Alter von 8 Monaten,
  • 250 Ferkel vom Absetzen bis zu einem Gewicht von einschl. 30 kg,
  • 250 Mastschweine mit einem Gewicht von über 30 kg,
  • 1.000 Mastputen ab dem Schlüpfen,
  • 10.000 Masthühner ab dem Schlüpfen,

gehalten werden.

Jede Nutzungsart ist einzeln zu betrachten! Nicht unter diese Meldepflicht fallen Legehennen, Milchkühe, Mutterkühe, Sauen, Deckeber und -bullen oder Geflügelelterntiere unabhängig von ihrem Alter) und alle anderen Tierarten (Schaf, Ziege,

etc.).

Welche Daten muss ich melden (§ 58 a AMG):

Für jeden ihrer Betriebe melden Sie:

  • Name des Tierhalters,
  • Anschrift des Betriebes,
  • Registriernummer nach Viehverkehrsverordnung
  • Nutzungsart.

Wie melde ich mich?

Sie können schriftlich an das Veterinäramt Borken, z. B. per Fax 02861 821024 (von dort wird die Meldung an das LANUV weitergeleitet) melden (siehe zum Download das Meldeformular des LANUV NRW). Die schriftliche Meldung könnte gebührenpflichtig sein. Bei einer online Meldung über die zentrale Datenbank des „HI-Tier“ - Bereich Tierarzneimittel (TAM) - die kostenfrei ist gilt: für Tierhaltungen, die bereits in HI-Tier gemeldet sind, sind die vorhandenen Stammdaten schon hinterlegt. Hier müssen die Stammdaten auf Aktualität geprüft und die Angabe der Nutzungsarten ergänzt werden.

 

Weitere Hinweise und Ausblick

Wie ist der Tierhaltungsbetrieb definiert? Wie kann festgestellt werden, welche Masttiere zu einem konkreten Betrieb gehören? (§ 58a Abs. 1 Nr. 2 AMG)

  • Der Tierhaltungsbetrieb ergibt sich aus der Registriernummer, die gemäß Viehverkehrsverordnung erteilt wurde. Alle Tiere, Ställe, Weide etc. die zu einer Registriernummer gehören, werden als ein „Betrieb“ zusammengefasst. Hat ein Halter zwei oder mehr Registriernummern, muss er auch für zwei oder mehr Betriebe melden. Angaben werden automatisch übernommen, wenn sie gemäß tierseuchenrechtlichen Vorschriften über den Verkehr mit Vieh schon der Tierseuchenkasse NRW mitgeteilt wurden. (58a Abs. 1 Nr. 1 und 2 AMG bzw. § 58a Abs. 4 Satz 4 und 5 AMG)
  • Aber: dies ersetzt nicht die oben beschriebene Erstmeldung nach AMG ! Denn: diese Daten erlauben noch keine zweifelsfreie Festlegung der Nutzungsarten Mastkalb und Mastrind bzw. Ferkel bis 30 kg und Mastschwein über 30 kg, so dass hier noch ergänzende Eingaben notwendig sind. Für Geflügel sind die Nutzungsarten Mastpute oder Masthuhn auszuwählen.
  • Betriebe, die mit der Masttierhaltung neu beginnen, müssen diese in der Antibiotikadatenbank mitteilen; dies setzt allerdings auch eine tierseuchenrechtliche Anzeige bei der Tierseuchenkasse voraus, da zunächst die Registriernummer gemäß Viehverkehrsordnung vergeben werden muss.

Was ist ein Mast-Tier im Sinne von § 58a Abs. 1 und 2 AMG?

  • Die Zuordnung eines Tieres zum Haltungszweck Mast trifft der Tierhalter. Der Haltungszweck Mast ist bei spezialisierten Mastbetrieben offensichtlich. Aber auch Ferkelerzeuger, Jungsauenvermehrer, Ammenkuhhalter und Milchviehhalter können in ihrem Betrieb Masttiere halten, z.B.
  • Flatdeckferkel in Ferkelerzeugerbetrieben,
  • männliche abgesetzte Ferkel auf einem Betrieb, der weibliche Zuchttiere erzeugt bzw. umgekehrt (Jungsauen, Deckeber),
  • männliche, abgesetzte Kälber älter als 4 Wochen auf dem Geburtsbetrieb, der weibliche Zuchttiere erzeugt (Milchviehbetrieb, Ammenkuhbetrieb).

Wie geht es weiter?

Die Bundesländer Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg wollen neben der eigenständigen Datenerhebung über das AMG zusätzliche, nach unserer Auffassung nicht vom AMG gefordete Daten und Meldungen zu den Tierbeständen und Tagesmeldungen etc. durchsetzen. Dem widersetzen wir uns entschieden! – Einigungsgespräche sind bislang ohne Erfolg. Zum Fortgang und dem, was und ob/wie Sie demnächst Daten melden müssen, oder ob wir sinnvollerweise auf doch QS zurückgreifen können, werden wir Sie auf diesem Wege informieren.

Weitergehende Informationen finden Sie auf der Internetseite der Kreisveterinärbehörde.

Formular Erstmeldung gemäß AMG ( Dateigröße: 23 KB)

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