Milchkreis Borken steht unter Druck

24. Juni 2020

Strukturwandel beschleunigt sich / Milchausschuss-Vorsitzender kommentiert

Milchausschuss-Vorsitzender Gerold Böggering am Montag im Interview mit Radio WMW. Foto: Stephan Wolfert

Borken bleibt der Kreis mit den meisten Milchviehhaltern in ganz Nordrhein-Westfalen. Genau  544 Bauernfamilien halten noch Kühe auf ihren Höfen. Soweit die gute Nachricht der jüngsten Meldung von IT.NRW.

Allerdings hat sich der Strukturwandel weiter beschleunigt. Allein in den letzten 12 Monaten haben 5,7 % der hiesigen Kuhhalter aufgehört und damit mehr als im NRW-Schnitt (3,3 %). In den letzten zehn Jahren hat die Zahl der Milchviehbetriebe im Westmünsterland um 42 Prozent abgenommen. In 2010 wies die Statistik noch 934 Betriebe aus. Seit dem Spitzenwert in 2016 hat sich die Zahl der gehaltenen Kühe im Westmünsterland jährlich verringert auf heute 40.779 (durchschnittlich 75 pro Betrieb).

Gerold Böggering, WLV-Milchausschuss-Sprecher im Kreisverband Borken, nannte am Montag bei einem WLV-Pressegespräch auf dem Hof Hueske in Südlohn als Hauptgründe hierfür neben einem zu niedrigen Erzeugerpreis die immer schwieriger zu erfüllenden Vorschriften: „Das fängt an bei den stetig zunehmenden Dokumentationspflichten und hört auf bei extrem kostspieligen Bauauflagen zum Beispiel für Fahrsiloanlagen, die in der Hinsicht vergleichbar sind mit denen von Tankstellen. Da fehlt aus meiner Sicht jegliche Verhältnismäßigkeit.“ Außerdem gebe es seit Jahren immer mehr Anforderungen an die Einhaltung von Tierwohlstandards, denen auf der anderen Seite zu selten ein Kostenausgleich gegenüberstünde.

Statistik-Tabelle: Milchvieh- und Rinderhaltung in NRW, im Münsterland und im Kreis Borken von 2011 bis 2020 ( Dateigröße: 126 KB)

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