"Alte Konstanten verschwinden"

10. Juli 2020

Mitgliederbrief von Ludger Schulze Beiering

Ludger Schulze Beiering mit einer Donausilphie-Kultur bei ihm am Hof

Traditionell kommentiert der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, Ludger Schulze Beiering, im Rahmen einer Sommerausgabe des Mitgliederbriefes "Kreisverband aktuell" das aktuelle Geschehen rund um die Landwirtschaft. 

 

Liebe Mitglieder !

Der Regen in den letzten Wochen hat gut getan. Dennoch, die vorausgegangene Dürreperiode hat nicht nur im Grundfutterbereich zu erneuten Kostensteigerungen in den Betrieben geführt. Wir werden unsere Feld- und Ackerwirtschaft an die veränderten Verhältnisse anpassen müssen. Bei sinkenden Jahresniederschlagsmengen ist zudem die Ausdehnung der Beregnung begrenzt.

Die Märkte sind volatiler und anfälliger geworden. Alte Konstanten verschwinden. Krisen beflügeln den Markt - Krisen behindern den Markt. Nicht immer ist es daher richtig, in un-seren Betrieben bis an die Grenzen zu gehen. Wer hätte gedacht, dass sich trotz starker Nachfrage bei Milchprodukten Erzeugerpreise schwach zeigen, weil Export und Logistik pandemiebedingt leiden. Seit Wochen treiben Corona-Infektionen in der Schlachtbranche die Diskussion auch um unsere Landwirtschaft an. Für unsere Betriebe zählt jetzt jeder Tag: Tönnies muss so schnell wie möglich den Betrieb wieder aufnehmen.

Dass nun auch Ministerin Klöckner ein Tierwohl-Label befürwortet, ist eine Chance. Zusammen mit der Diskussion um den „Green deal“ und „Farm to fork“ müssen wir die deutsche EU-Ratspräsidentschaft nutzen, den Ernährungssektor abzusichern und zugleich Alleingänge des Umweltministeriums  unterbinden. Aber wir müssen ebenso noch besser zeigen, dass intensive Landwirtschaft und biodiverse Artenvielfalt zusammengeht. Wir werden zudem verdeutlichen, dass überzogene Schutzmaßnahmen selbst oft der Grund für zurückgehende Artenvielfalt sind. Unterstützen Sie uns und senden Sie uns Bilder und Videos von Krähen oder anderen Beuteräubern wie auch von Gänsen, die Felder und Ernten zerstören, Wiesenbrüter wie Kiebitze oder Niederwild jagen und töten – einfach per Mail an info-bor@wlv.de oder per WhatsApp an 01707992752.

Der „Kompromiss“ zur Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung bei der Sauenhaltung vom 3. Juli wird noch lange nachwirken. Wir müssen davon ausgehen, dass auch weiterhin für vermehrten Tierschutz, die Vermeidung von Tiertransporten und die Ab-kehr von unserer Art der Tierhaltung gestritten wird. Zu befürchten ist, dass dies nicht alle Betriebe bewältigen können und deshalb aufhören. Viele werden ihre Betriebe anpassen, mache werden wachsen, einige werden mehr Bio oder ähnliches machen, andere werden neue Wege in der Vermarktung gehen.

Ab sofort können Mitglieder deshalb zu all diesen Fragen mit uns für Freitagmorgens Gespräche vereinbaren. Wir werden zuhören und versuchen, gemeinsam mit den Mitgliedern „ihre“ Lösung zu finden.

Auch die neue Düngeverordnung setzt vielen Betrieben zu. Bei allen Erfolgen, die wir gemeinsam zur Binnendifferenzierung mit einer Verringerung den roten Grundwasserkörper erreicht haben, es bleibt die Problematik der Messstellen. Da, wo es durch anzuzweifelnde Messergebnisse zu eklatanten Fehlbewertungen kommt, sind Klagen vielleicht unumgänglich. Dennoch setzen wir als WLV darauf, dass der Berufsstand grundlegende Verbesserungen eher über kooperative Zusammenarbeit und Lösungen vor Ort erreicht, statt über langwierige Rechtsstreite.

Die Antragsunterlagen zur Gleichstromleitung A-Nord von Amprion sind noch bis 21.Juli im Internet offengelegt. Bis zum 21. August kann man Stellung nehmen. Hinweise zum Verfahren und zu Einwendungen erhalten Mitglieder über unsere Homepage: https://bit.ly/a-nord-offenlage-wlv-hilft-einwendern oder direkt beim Kreisverband. Wer dabei Hilfe benötigt, sollte sich schon jetzt beim Kreisverband melden und die Frist nicht ausschöpfen, denn am Ende kann es eng werden.

Bleiben Sie gesund in diesen Corona-Zeiten!
Herzlichst, Ihr Ludger Schulze Beiering

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